Mimösli 2020: „Wär will den uff e Mond?“

17. Januar 2020 | Von | Bilder: Michaela Brosig | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Das erfolgreiche Konzept vom Mimösli wurde auch in diesem Jahr beibehalten und es zeigte sich, dass die Mischung einmal mehr stimmt. Hochstehende musikalische Elemente, sehr guter Textteil, und Schnitzelbänke in Form. Das Premierenpublikum bewertete es mit einer Standing Ovation.

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Mimösli 2020

Das Jahr 1969 war ein ganz spezielles Jahr, mit der Mondlandung und Woodstock. Lange ist es her, es gibt aber Parallelen zum Jahr 2019 welches dieses Mal die Themen im Mimösli prägte und darum war das Sujet klar „Mir schiesse is uff dr Mond“ heisst der Oberbegriff.

Damit man sofort eingestimmt wird stehen alle sieben bewährten Mitglieder des Ensemble (Häbse H.J. Hersberger, Dani von Wattenwyl, Hedy Kaufmann, Nicole Loretan, Carlos Amstutz, Maik van Epple, Michael Eckerle) im Astronautenlook für den Prolog auf der Bühne. Im Hintergrund der Mond. Wie man es gewohnt ist präsentiert sich der Prolog als bunter Rückblick auf das vergangene Jahr. Die Themen Littering, Parkplatznot, Museen, BVB, Pisa Studie, Ladensterben, Klima usw. wurden von verschiedenen Seiten beleuchtet. Den grössten Applaus erntete die Meldung zum Abgang von Hanspeter Wessels.

Das Ensemble meinte zuerst „wenns sich nit lohnt, schiesse mir is uff e Mond“ um dann aber am Schluss mit aufgesetztem Astronautenhelm zu sagen „mer blibe do“ – zum Glück denn der Prolog war wie immer ein erstes Muster dafür, dass man sich auf das Folgende freuen kann.

Die Pfeifergruppe „Piccognito“ unter der Leitung von Thomas Weber muss man nicht näher vorstellen, sie haben auch am letzten Mimösli gezeigt was sie können. Als Arbeiter in der Werkhalle von Cape Canaveral pfiffen sie in farbiger Arbeitskleidung „Pig Square Rag-eede“ und später im ersten Teil zusammen mit „d Rötzilisgge vo Stickstoff“ einen „Gin & Tonic an dr Wältruumbar“.

Apropos „d Rötzilisgge vo Stickstoff“ diese Trommelgötter mit den Holztrommeln präsentierten in Hälfte eins einen perfekt getrommelten „Zic Zac“.

Das Ensemble war im Rahmenstück „am Rhyboard“ mit einem Italiener am Grillieren und laute Musik schepperte aus den aufgestellten Lautsprechern. Es kam wie es kommen musste zwei „Schugger“ stoppten die Gaudi und dann ging es darum wie laut es sein darf. Das sei alles eine Ermessenfrage wurde festgestellt, auch die Hilfe für den „Schugger“ Guschti im Rhein.

Dass man den Schnitzelbank „d‘Gryysel“ (notabene mehrfacher Zyschtigpriis-Gewinner der letzten Jahre!) gewinnen konnte ist ein grosses Plus. Schon der Auftritt als solches wurde vom Publikum beklatscht und mit den wechselnden Melodien und satten Pointen zu Frauenstreik, SVP, Abholzung Regenwald, Patrouille Suisse etc. wurde der Auftritt vervollständigt. Diese Vier sind bereits in Hochform.

In einer „Krysesitzig“ durfte man das Ensemble im ersten Teil nochmals bewundern. Die Sitzung hatte als einziges Traktandum das Thema Wessel. Ein Umweltaktivist, ein Velokurier, ein Besitzer eines SUV, ein Bauunternehmer, eine Vertreterin der BaZ und ein Psychotherapeut diskutieren das Problem mit dem Abgang von Wessels. Es gibt eben auch einige, welche es bedauern. Die Velofahrer für welche er viel gemacht hat, die Baufirmen welche immer was zu graben haben, die BaZ bekam immer Stories und nicht zuletzt die Fasnächtler welche ihn als Pointenlieferant vermissen. Wer aber hat eigentlich den Auftrag zu dieser Krisensitzung gegeben? Die Antwort ist sehr überraschend und sei nicht verraten.

Vor der Pause nahmen die „Fuege-Fäger“ das aktuelle Thema Mond auf und setzten es unter anderem mit dem „Mann im Mond“ um. Die Formation spielte in angenehmer Lautstärke gross auf.

Nach der wohlverdienten Pause durfte das Premierenpublikum einen ersten Höhepunkt erleben. Was „Piccognito“ mit Heinz Wirz am Klavier unter dem Titel „E Reis zem Fasnachtshimmel“ präsentierte war von Anfang bis Ende ein Genuss. Ein wunderschönes „SPACE-Medley“ aus dem man Melodien wie „Major Tom“ etc. heraushören konnte. Im Hintergrund schoss dann als Schluss noch eine Rakete in den Fasnachtshimmel – chapeau.

Das Ensemble lief sich in Teil zwei mit der „Demo Agentur“ warm. Basel hat so viele Demos, dass eine Agentur ein neues Geschäftsfeld entdeckt hat. Sie organisieren die verschiedensten Demos und bieten ein Paket unter dem Namen Demo Light an. Wenn zum Beispiel „Free Kurdistan“ oder eine Demo zum Thema Gleichberechtigung anstehen, kann man um Geld zu sparen beides kombinieren.

Der Höhepunkt bei den Rahmenstücken war aber ohne Zweifel die herrliche Komödie mit der BVB Leitstelle. Die Zuschauer durften alles was im vergangenen Jahr bei der BVB falsch lief nochmals erleben und es folgte eine Lachattake nach der andern. Vom Bus auf der Autobahn, dem Tram in der Steinenvorstadt, dem pensionierten und wieder aktivierten 80 jährigen Chauffeur bis zu den ewigen Wechseln in der Chefetage war alles da und so gut gespielt, dass das Publikum tobte.

Der zweite Schnitzelbank „s spitzig Ryssblei“ ist seit Jahren ein sicherer Wert und bestätigt das auch dieses Jahr. Seine Highlights waren die Verse zu Trump, Tofu und auch die BVB. Wenn man das Metier so beherrscht, dann wird es halt gut.

Mit „Wält Boom Schrott“ zeigten Tambouren der Gruppe „d Rötzilisgge vo Stickstoff“ nach klassischem Tambouren-Vortrag im ersten Teil, wie gewohnt eine neue Eigenkomposition als Uraufführung. Als Trommelschlegel dienten verschieden grosse Plastikrohre welche in Farbkübeln steckten. Getrommelt wurde auf allem. Auf dem Boden, auf Körperteilen bis zum Kopf. Schwierig zu beschreiben aber genial. Der nicht enden wollende Applaus war Dank für das Spektakel.

Dann waren alle gespannt auf die traditionelle Schlussnummer mit dem Namen „Moonstock“. Sie orientierte sich am legendären Woodstock-Festival (eben 1969). Die Mimösli-Band (Heinz Wirz, Stephan Felber, André Gärtner David Nuesch, Noemi Schaerer, Kim Schmidt) ergänzt mit 6 Pfeifern von „Piccognito“ riefen diese unvergessliche Musik wieder in Erinnerung. Wer kommt schon nicht bei Jimi Hendrix mit „hey Joe“ oder Joe Cocker und „with a little help from my friends“ ins Schwärmen. Zurück in die gute Hippie-Zeit. Das Häbse Theater war kurzzeitig sehr rockig, was dem grossen Teil des Publikums sehr gut gefiel. Aus Steams „Na Na Hey Hey Kiss Him Goodbye“ wurde „sisch vo Basel, s Mimösli fir gross und glai“.

Damit sind dann alle wieder gelandet und müssen nicht auf den Mond oder nach Woodstock – wir haben ein dreitägiges Festival namens Fasnacht und auf das freuen wir uns. Eine Standing Ovation am Schluss der Premiere zeigte, dass das Publikum das auch so sieht.

 

Mimösli 2020 im Häbse-Theater Klingentalstrasse 79, 4005 Basel
16. Januar bis 21. Februar 2020

Montag – Samstag:                 19.30 Uhr

Sonntag                                  18.30 Uhr

Nachmittagsvorstellungen:     Sa 14.30 / So 14.00

Karten-Vorverkauf

Noch vorhandene Eintritte sind zu erwerben unter http://www.haebse-theater.ch / http://www.starticket.ch oder via Kasse: +41.61.691.44.46.

Hospitality-Tickets

Neben herkömmlichen Tickets stehen zusätzlich noch Hospitality-Plätze (Comfort-Bestuhlung und All-Inclusive) zur Verfügung. Tickets sind erhältlich unter: hospitality@haebse-theater.ch