Ihr mien en gaischtig friehner wärfe!

22. Juni 2019 | Von | Bilder: Casper Thiriet | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Am Samstag fand der 6. Stoggwurf-Workshop für Tambourmajoren statt. Und tatsächlich fand sich eine ansprechende Schar von Major und -innen in Reinach zum Üben. Sogar aus Zürich und St. Gallen.

Martin, der langjährige Tambourmajor der Gundeli Clique begrüsst am Vormittag die Einsteiger und führt sie in der Schulhausaula mit etwas Theorie in Historie und Techniken in Bezug auf das Tambourmajorwesen ein. Zum 6. Mal bietet er einen «Stockwurfworkshop» an. Und es kommen immer zwischen 15 und 20 Interessierte: Solche, die kürzlich aktiv in die Funktion gewählt wurden, solche – wie Pascal von den Basler Bebbi – die sich hier auf das Amt vorbereiten oder solche, die schon aktiv sind, aber nun gerne mal etwas «mehr als nur winken» möchten. Heute sind auch zwei Frauen dabei: Jasmine von den ARI Junte und Christine von den Wälleschletzer.

Danach geht’s raus auf den Fussballplatz und es folgen die ersten Versuche mit einfachen und doppelten Würfen und erste Showelemente. Die Stöcke – einige haben ihre Übungsstöcke mitgebracht, die aussehen wie überdimensionierte Zahnstocher mit einer Strumpfkugel am Ende – fliegen und surren durch die Luft und krachen immer weniger auf den grünen Rasen. Übung und Technik machen hier die Meister… Nach dem Mittagessen stossen die «Profis» dazu und nach einer kurzen Theorie, wo auch über die Teilnehmer aus St. Gallen und «Basel-Ost» («dasch Ziri…») die üblichen Sprüche gemacht werden, geht man wieder auf den Fussballplatz. Der Regen hört rechtzeitig auf und zusammen werden Aufwärmübungen  gemacht. Martin teilt die Kursteilnehmer in drei Gruppen auf. Sie sollen an verschiedenen Posten einerseits die Seitenwurf-Technik erlernen, dann das Werfen und Fangen im Takt und schliesslich die Choreographie zum «Wettsteinmarsch». Und spätestens jetzt weiss man: Wenn wir am nächsten Bummelsonntag einen Major sehen, der seinen Stock in die Luft wirft, ihn wieder fängt und dann erst noch nicht aus dem Takt fliegt, dann ist er ein Naturtalent – oder er war am Workshop von Martin! Im Drilltakt werden die Teilnehmer über die Wiese geschickt. Sie müssen zum «Ueli» und anderen Märschen,die ab Getthoblaster gespielt werden, in Drillkadenz marschieren und werfen. Es gelingt nicht allen. Der «Edel-Helfer» Däni ruft: «Ihr mien vor em Taggt wärfe! Ihr mien dr Stogg gaischtig friehner wärfe, sunscht geheye dr uss em Taggt». Tatsächlich: Wer das versteht, der gerät beim Werfen und Fangen des Stockes nicht aus dem Schritt und es sieht fantastisch aus! Aber, einige der Teilnehmenden werden wohl nie in den Olymp der Meisterwerfer aufsteigen. Andere aber, z.B. Jürg von der Pfluderi Alti Garde, zeigen ihr Talent, Ihre Erfahrung und winken und werfen mit Stolz, Leidenschaft und mit Grazie!

 

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Der Schulleiter Martin von Wyl

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Der Kurs beginnt…

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Theorie…

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…während die Utensilien noch ruhen

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Anschauungsmaterial

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Aufwärmen. Ohne Stock.

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2. Level … mit Stock.

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Der Chef Martin spricht

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Marc, aus St. Gallen mit seinem Mace.

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Ein Teilnehmer übt für sich…

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Martin legt vor

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Der „Mace“ beeindruckt.

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Anlauf zum 5fachen…

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… und ab …

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… und warten …

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…. und fangen! Bravo!

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Der „biegsame Mace“

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Erkläre den Unterschied.

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Interessante Teepause

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Hoch konzentriert Takt halten.

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Auf dem Weg zur Choreo

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Die perfekte Haltung

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Posten „Choreo“

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Choreo laufen I

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Choreo laufen II

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Choreo laufen III

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Meldung an Flugsicherung gemacht?

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Speerwerfen oder Stoggwerfen?

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Der Exote erfüllt…

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Einzelunterreicht

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Im Takt marschieren

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Oups…

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Training

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Mit Übungsstöcken unterwergs

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Sidetalks

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Fachgespräche

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Instrumentendepot…

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Einzelübung

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Schottisches Hochwurftraining

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Sauberer Wurf…

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Nicht genau am richtigen Ort gelandet

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Hoch hinaus

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Wird er ihn noch fangen können?

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Hochwurf durchgeführt

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Abflug

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Choreo…

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Die Gruppe ruhig …

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Die Gruppe enthusiastisch…

 

In der Teepause erklärt Martin den Unterschied des Basler Majorenstoggs zum schottischen Mace und lässt sich von seinen Schüler/innen dazu animieren, einen fünffachen Wurf zu zeigen. Martin wirft – und fängt. Wie es sich gehört. Dann erklärt er, dass während der Fasnacht, mit Goschdym und Larve höchstens 2fach Würfe drin liegen. Wer einen 3fachen im Goschdym schaffe, habe Glück, oder – wie Martin – ein speziell gebaute Larve, die dem Major ermöglicht, den abgeworfenen Stock mit den Blicken zu verfolgen…!

Zum Schluss des Workshops wird der an den Highlandgames in Schottland zelebrierte Hochwurf-Wettbewerb «mace over the bar» («Stägge iber d Stange») zelebriert. Der Gewinner – es wird Lars sein –  bekommt ein Diplom und eine Flasche Whiskey. Das Getränk kommt aus Schottland. Und der Tambourmajor der Opti-Mischte  – aus Zürich…

 

Statements von Teilnehmer/innen

 

Marco, St. Gallen, Major von den Zämmegwiirflete und von den Scottish Pipes and Drums St. Gallen ist hier mit seinem «Mace», dem schottischen Stägge: «Ja, ich winke auch mit dem an der Fasnacht, ich bin ein bisschen ein Exot… Ich bin das erste Mal hier. Vor allem um den Kontakt zu den andern Majoren zu bekommen. Das Werfen mit dem Stock ist für mich wie das Salz in der Suppe…»

Jasmine, ARI Junte winkt schon seit einem Jahr bei ihrer Clique. «Ich bin hier, weil ich gesagt habe: Wenn ich das Amt der Majorin bekomme, dann will ich auch Stockwerfen können! Zudem ist das Networking unter den Tambourmajoren hier sehr toll».

Patrick von den Basler Dybli!  Hat schon zwei Fasnachtserfahrungen als Major. «Aber ich habe den Stock heute das erste Mal aus der Hand geworfen! Eine super Erfahrung! Für mich ist der Job als Major eine Ehre. Es ist eine stolze Aufgabe. Man repräsentiert und ich will das so gut wie möglich können. Deshalb bin ich hier, denn je sicherer ich werde, desto mehr Spass habe ich!»

Jürg, Pfluderi Alti Garde. Alti Garde? Der Mann scheint noch keine 40 zu sein. «Na gut, ich bin schon seit ich 11 bin in der alten Garde, davon 27 Jahre als Ladäärnebueb! Ja, ich bin zum 6. Mal hier. Ich bin ein angefressener Tambourmajor. Das liegt mir im Blut und es ist der Hammer! Hier lerne ich andere Majore kennen und ich arbeite immer wieder an meiner Technik!»

 

Peter vo de Vleggsyyble ist seit 6 Jahren Major und zum 5. Mal hier am Workshop. Eigentlich ist er Tambour: «Aber ich bin soviel herum gereist, dass ich nie zu den Übungsstunden kommen konnte. Deshalb gehe ich jede Woche – wenn immer möglich – zu Walti Büchler ins Trommeln. Auch heute noch. Seit ich Tambourmajor bin denke ich oft an einen Freund, den ich als Major bewundert hatte. Er konnte so gut werfen. Er ist mit 50 an Krebs gestorben. Ihm zu Ehren pflege ich das Stockwerfen!

 

Die Basler Tambourmajorschule wird geleitet von Martin von Wyl aus Birsfelden, langjähriger Major und Obmaa von den Gundeli. Zu erreichen unter martin@vonwyl.ch; 076 529 97 71.