Auch Fasnacht 2020 mit Chaisen, ausser am Steinenberg

31. Mai 2019 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Das Fasnachts-Comité widersteht dem Druck radikaler Tierschützer und will auch in Zukunft Chaisen als Bestandteil des Cortège erlauben. Im Nachgang der beiden Zwischenfälle am Cortège 2019 wurden aber zusätzliche Massnahmen zum Schutz der Pferde beschlossen. Insbesondere werden die Cortège-Routen für Pferde geändert; Chaisen dürfen den Steinenberg nicht mehr befahren.

Am Fasnachtsmontag und -mittwoch war am Steinenberg jeweils ein Pferd auf einer Bodenplatte ausgerutscht und gestürzt. Das Fasnachts-Comité hat daher die Gefahren und Bedingungen, denen Pferde am Cortège ausgesetzt sind, erneut mit dem Veterinäramt Basel-Stadt evaluiert und folgende Beschlüsse gefasst:

  • Die Cortège-Routen am Montag und Mittwoch werden für die Pferde entschärft. Chaisen dürfen ab der Fasnacht 2020 den Steinenberg weder auf der inneren noch auf der äusseren Route passieren. Ausweichmöglichkeiten wurden mit der IG Chaisen bereits erörtert. Dadurch erhalten die Pferde eine zusätzliche Entlastung; der Steinenberg stellte mit seiner Steigung und den Tramschienen für die Pferde eine besondere Herausforderung dar.
  • Am Wochenende vor der Fasnacht organisiert die IG Chaise einen Rundgang mit einem Kutscher, der die ganze Route auf kritische Stellen überprüft.

Diese Massnahmen ergänzen die bereits früher ergriffenen Tierschutz-Massnahmen, die sich aus Sicht des Comités und des Veterinäramtes bewährt haben:

  • Deklarationspflicht: Im Vorfeld der Fasnacht müssen die teilnehmenden Akteure Angaben über die Kutscher und die eingesetzten Pferde einreichen. Die gemeldeten Pferde müssen erfahren und gesund sein sowie eindeutig identifizierbar. Die Kutscher müssen eine entsprechende Ausbildung und Fahrlizenz nachweisen können. 2019 hat das Veterinäramt bei drei Pferden aufgrund dieser Eigendeklarationen Vorbehalte angemeldet. Zwei Pferde wurden daraufhin vom Kutscher ausgewechselt, beim dritten konnte aufgrund zusätzlicher Unterlagen der Nachweis erbracht werden, dass es genügend Erfahrung hat, am Cortège teilnehmen zu können.
  • An diversen Standorten entlang der Cortège-Routen stehen Pausenzonen und Ruheplätze für die Pferde bereit.
  • -Eine Platztierärztin ist während des Cortège vor Ort und kann eine rasche tiermedizinische Versorgung im Falle eines Unfalles eines Pferdes sicherstellen. Diese Vorsichtsmassnahme hat sich bei den beiden Pferdestürzen 2019 bewährt.
  • Das Fasnachts-Comité wird im Rahmen seiner Informationsmedien und Veranstaltungen verstärkt auf das korrekte Verhalten gegeüber Pferden hinweisen.

Das Fasnachts-Comité zeigt sich in einer heute veröffentlichten Medienmitteilung überzeugt, dass diese Massnahmen dem heutigen Standard des Tierschutzes entsprechen und das Wohl der Tiere in geeigneter Weise berücksichtigen. Der Einsatz von Chaisen bleibt somit gemäss heutiger Einschätzung weiterhin erlaubt.