BSG-Schlussoobe: Bissig bis heiter

17. März 2019 | Von | Bilder: Ivo Birrer | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Die Formationen der Basler Schnitzelbangg Gsellschaft erfreuten ihr Publikum in den Rasser-Theatern und im Hotel Basel mit einem „best of“ – und es kam viel Gutes dabei heraus. Vor allem waren die Verse bissiger als auch schon. Auch die Schenkelklopfer-Liebhaber kamen aber zum Zug.

BSG Schlussoobe 2019

Einstieg und -stimmung in den BSG Schlussabend 2019 mit dem BSG Präsidenten Daniel Flury

BSG Schlussoobe 2019

D Rätschbääse

BSG Schlussoobe 2019

Frau Länzli und ihr Wäschehaufen

BSG Schlussoobe 2019

D Emigrante

BSG Schlussoobe 2019

Babberlababb: Einmal mehr in Hochform

BSG Schlussoobe 2019

Die anonyme Piccoholiger

BSG Schlussoobe 2019

Wiggelfisch

BSG Schlussoobe 2019

Gastbank am BSG Schlussabend 2019: D’Schnapsbagge

BSG Schlussoobe 2019

D Laggaffe

BSG Schlussoobe 2019

Bebbi Buebe

BSG Schlussoobe 2019

Die Haiggle

BSG Schlussoobe 2019

Bänkler-Zuwachs bei der BSG: s Kuchi-Daaberettli

BSG Schlussoobe 2019

Giftspritzi

BSG Schlussoobe 2019

Sorgten mit ihren jazzigen Klängen für zusätzlich gute Stimmung: improvisante

BSG Schlussoobe 2019

Wildwäggsel

BSG Schlussoobe 2019

Die Unerheerte

BSG Schlussoobe 2019

Krönender Abschluss des BSG-Schlussabends: Die Gsalzene

Sie waren zum Teil bitterböse, die Verse, welche wir im Kaisersaal zu hören bekamen. etwa von den Emigrante:

Dr Donald Trump hofft uff Vertraue,
Wott ney statt Muure, Brugge baue!
Dr Ingenieur – so nimmt me aa
Holt är derfiir us Genua.

Und genau so böse und treffend der folgende Vers der Giftspritzi:

Letscht Friehlig – y ha gmaint, ych spinn
Hogge im Zug fascht nur Kardinääl und Pfaffe dinn
Die hänn verzellt, si kääme vo nooch und färn
Und pilgere mit Glaubensgnosse bis uff Bärn
Es syg halt scho e bitzeli d’Luscht wo se alli wuurd styyre
Wenn e huffe „Young Boys“ e grossi Party fyyre

Hart ins Gericht gehen die Haiggle mit dem Bundesrat – und so unrecht haben sie eigentlich nicht, oder?

Dä Bundesroot isch Hammer, dr Berset isch spitze
Mir gseen iin in New York uff em Hooseboode sitze
Und die Aggzioon s isch wirgglig woor
Isch Toplaischitig gsii im letschte Joor

Keine grosse Meinung von unserer Landesregierung hat auch das Kuchi-Daaberettli, ein neuer BSG-Bangg:

Wo die Frau Amhärd s Militär bikunnt, hani ganz gschoggt
sofort z‘ Bärn ihre Vorgänger, der Guy Parmelin aagfrogt,
eb das iberhaupt gieng mit‘re Frau? Do het er nur glacht:
Är haig jo au vo nyt en Ahnig – und haig das Jöbbli gmacht.

Da mögen es die Rätschbääse noch eine Nummer grösser und nehmen sich die Russen und den Mond vor:

Was bis jetzt no niemerts waiss, hänn d Chineese uusegfunde.
Sie fliege dr Mond vo hinde a und wänn dert s Land erkunde.
Doch iberall hetts Liiegestiehl – s isch niene uf dr Karte.
Vo Schwoobe, wo mit Diechli uff dr Sunneuffgang warte.

Bei all diesen doch eher angriffigen Versen nahm man zwischendurch gerne auch einen schönen Kalauer entgegen, so von den Babberlababb:

Dr Toni Brunner seit dr Politik adé
Bim Buure dänggt är hütt no oft an d SVP
Grad letschti macht e Kueh e Flaade und seit «Muuh»
Är dreiht sich um und froggt: «Martullo, bisch es du?»

Natürlich fehlten auch die Super-Themen dieses Jahres nicht, etwa die stillende Mutter im Grossen Rat – hier von den Unerheerte aber sehr originell aufgenommen:

Em Groossrootsbreesidänt foots langsaam aafoo stingge
Scho wiider sone Goof im Rootssaal by de Lingge
Doch nai das Kind sitzt by de Rächte fyyn und zaart
S isch s Regierigsreetli Cramer ooni Baart

Schön ist es auch immer wieder, ein Sujet zu entdecken, dass nicht so ausgelutscht ist wie Tesla oder Babygate. Die Bebbi Buebe erinnern an einen speziellen Blackout beim FCB:

Im Joggeli isch s Liecht ewägg
S isch dunggel – oh jetz hesch dr Drägg
Alli sinn ganz konschterniert
Waas zem Deifel isch basiert?
Mir zaige de Ziircher, und daas isch kai Saich
Wie s isch bi uns am Morgestraich

Schon einiges an vorfasnächtlicher Erfahrung hat Frau Länzli hinter sich, was sich im routinierten Auftritt ausdrückt:

Mi Maa dä het grad zimmlig Mieh mit Gliichberächtigung
Nachem Job no Huushalt mache, bring yyn usem Schwung
Ich rief yym so vom Sofa uss, grad gmietlig liicht am chille.
„Gäll, muesch denn no in grosse Rooot, schnäll unser Kind go stille“

Ein sicherer Wert seit Jahren sind die Gsalzene, vor allem mit ihrem traditionellen Langvers zur Melodie des Kriminaltango. Den lassen wir aus und bringen dafür den:

D Vorgänger dien d Viola Amhärd inschpiriere
vor allem  d Ruth Dreyfuess duet jhre imponiere
s isch nit die politisch Erfahrig laider
si het dr glych Gschmaggbi Schueh und Glayder

Gut in den Rahmen passte auch der Gastbangg D’Schnapsbagge mit einem sehr modernen Vers:

Ych mäld dr Frau uff Facebook, dass ych si lieb und due se uff Instgram lobe.
Ych twittere, si sig die Gröscht und lad se yy per WhatsApp, morn zoobe.
Ych tuenere scheen mit E-Mail, schryyb SMS, vo Sorge, wo ych nimm ka trage,
bis ych mergg: Sie hoggt jo nääbedraa, ych hätt’s ere diräggt kenne sage.

Für fasnächtliche Töne auf hohem Niveau sorgte die Solo Due-Nummer der Piccoholiger – kein Wunder hatte das Duo doch am „Offizielle” in dieser Kategorie den vierten Schlussrang belegt. Und so richtig stimmungsvoll wurde es bei den Improvisante, die Kenner noch in einem früheren Charivari schätzen gelernt haben . Der Wildwäggsel hatte danach einen schweren Stand, obwohl die Formation die Abgangsnummer der Improvisante (Hey Jude) gut aufnahm. Ebenfalls einen Auftritt hatte der Wiggelfisch.

Die Vielfalt war gross am BSG-Schlussoobe – und es wurde auch fein Flagge gezeigt. Trotzdem hoffen wir, dass es nicht so kommt, wie die Laggaffe meinen:

D Meinigsvielfalt, isch z Basel fescht bedroht,
D Zahle vo de Medie, sinn scho länger rot,
Au d TagesWuche, wott me nit as Gschängg,
Meinige hänn z Basel, nur no d Schnitzelbängg.