Waggisverkleide 2019 – Wenn aus König Balthasar ein Waggis wird

7. März 2019 | Von | Bilder: Beat Schwald | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Das 44. Waggisverkleiden macht nun Balthasar bereits mit. Jedes Jahr freut er sich auf den Moment, wenn aus dem König ein Waggis wird. Die Larve sitzt und das intrigieren kann beginnen.

 

Waggisverkleide 2019

Balthasar, Caspar, Melchior

Waggisverkleide 2019

Balthasar

Waggisverkleide 2019

Lufthyler

Waggisverkleide 2019

Ankunft Lufthyler

Waggisverkleide 2019

Krach-Schnygge auf Balkon

Waggisverkleide 2019

Krach-Schnygge

Waggisverkleide 2019

Krach-Schnygge

Waggisverkleide 2019

Handy-Perspektive

Waggisverkleide 2019

Lufthyler und Weisswein

Waggisverkleide 2019

Lufthyler auf dem Weg zu Balthasar

Waggisverkleide 2019

Verkleiden beginnt

Waggisverkleide 2019

Balthasar hat die Hosen an

Waggisverkleide 2019

Balthasar und der Finger in der Nase

Waggisverkleide 2019

Krach-Schnygge-Major

Balthasar steht das ganze Jahr mit seinen beiden Königsfreunden Caspar und Melchior auf einem Sockel und schaut auf das Geschehen vor dem Hotel Trois Rois herab. Hauptsächlich sieht er Menschen ins Hotel ein- und wieder auschecken, hastige Passanten vorbei eilen und hin und wieder einige asiatische Touristengruppen, welche ihn und seine zwei Freunde fotografieren. Aber am Donnerstag vor der Fasnacht ist alles anders. Lassen wir ihn erzählen.

«Ich freue mich jedes Jahr auf den Donnerstag vor der Basler Fasnacht. Wie ich weiss, dass es der Freudentag ist? Wenn ganz viele Kinder und Erwachsene auf der anderen Strassenseite stehen, die Krach-Schnygge ins Hotel einmarschieren und die Luftballons aufgeblasen werden. Ich sehe immer als erster, wenn die Lufthyler Waggis mit dem Polizei-Oldtimer und der Drehleiter der Feuerwehr im Schlepptau angefahren kommt. Wenn nun die Feuerwehr auf Höhe Blumenrain nun kurz die Sirene aufheulen lässt, weiss ich, dass ich noch strammer und edler dastehen muss. In diesem Jahr ging es etwas länger, so fühlte es sich an. Melchior meinte, dass würde an den vielen Trams liegen, welche den Weg blockierten. Aber dann treffen sie doch ein. Die Lufthyler winken zu mir herauf und auch der Menge zu. Die Polizisten haben alle Hände voll zu tun, die Menschen auf den sicheren Trottoirs zu behalten. Zum gleichen Zeitpunkt fangen die Krach-Schnygge zu spielen an. Die ersten Fasnachtsklänge in meinen Ohren. Die strammen Männer der Berufsfeuerwehr stellen die Drehleiter und fahren mit einem Lufthyler Waggis nach oben. Beim Aussteigen aus dem Korb verlor der Waggis noch seinen Schuh und ich hatte schon Angst, dass er mir auf meine Krone fällt. Unsere Goschdym werden eingeladen. Der Feuerwehrmann sieht zwar nett aus, aber als er mit seinen kalten Fingern versucht die Hosen anzuziehen, ist mir doch etwas unwohl. Überhaupt ist mir das sehr unangenehm, wenn er so nah an meine Knie kommt und ich denke jedes Mal «Hoffentlich rutscht er nicht aus…». Der routinierte 182cm grosse Herr ist übrigens genau gleich gross wie ich. Endlich einmal mit jemandem auf Augenhöhe sprechen zu können, wunderbar. Leider versteht er mich nicht so gut, da die Krach-Schnygge knapp drei Meter darunter am spielen sind. Ich bin auch froh, dass ich immer der erste bin, welcher zum Waggis wird. Die Waggisbluse habe ich mir immer sehr schnell überstreifen lassen. Nun kommt noch der Kragen und die Larve. Die Larve… Genau da muss der nette Feuerwehrmann mir immer in der Nase bohren. Ich weiss nicht, ob er das absichtlich macht (der Weihrauch ist in meinem Behälter in der Hand und nicht in meiner Nase) oder ob das so sein muss, dass es sicherlich sitzt. Ich glaube, ich frag an der Fasnacht einmal einen Waggis einer Schääse, an der Schääsede habe ich am Fasnachtsmittwoch ja genug Zeit. Nun gut, ich bin bereit für die Fasnacht und jetzt kommt Caspar an die Reihe. Er hat ja schon das Glas in der Hand, immer als erster. Wobei mir gesagt wurde, dass es gewisse Personen schaffen, aus dem Tram auszusteigen und bereits ein Glas Weisswein in die Hand gedrückt bekommen. Bei einem anderen Herrn habe ich mich gefragt, ob hier amerikanische Zustände herrschen würden und er die Weissweinflasche in Papier eingewickelt hat. Aber genau sehen konnte ich es nicht. Was ich jedoch genau sehen konnte, waren die vielen farbigen Luftballone, die vielen Kinder und noch mehr Handys, welche auf mich gerichtet waren. Vielleicht muss ich es auch einmal ausprobieren, ob die Perspektive durch den Handybildschirm so viel besser ist, wie es den Anschein macht. Ganz ohne Handy habe ich jedoch Ottmar Hitzfeld auch Sepp Blatter erkannt. Nun ja, mein Weihrauchbehälter macht von Weitem schon den Eindruck eines goldenen Fussballs. So, nun hat auch Melchior seine Larve erhalten und die Drehleiter wendet sich von uns ab. Nun muss der bis dahin doch eher entspannt dasitzende Feuerwehrmann am Ende der Drehleiter genau schauen, wir wollen ja schliesslich keine im Takt zuckenden Personen im Korb. Unten angekommen, müssen sie zuerst noch eine Dame von der Stütze befreien, bevor diese eingefahren werden kann. Als Feuerwehrmann erlebt man einiges. Ich denke, nächstes Jahr kann er mir wieder viele komische Episoden aus seinem Alltag berichten und ich ihm auch. Das ist Zukunftsmusik und ich verabschiede mich und wünsche allen eine schöne Fasnacht. Euer Balthasar Waggis.»