Zeedeldichter-Lohn

5. März 2019 | Von | Kategorie: e Hampfle Räppli

Wer kennt sie nicht? Jene langen Papierfetzen mit mehr oder weniger originellen Ausführungen zum Sujet, die vom Vortrab verteilt werden – „Zeedel“ genannt! Der Dichter erhält seinen „Lohn“ meist in bar oder in flüssiger Form. Manche Cliquen lassen sich aber auch Persönliches einfallen.

In vielen Stunden vom Zeedeldichter oder der Zeedeldichterin ausgedacht, fristen die Werke, gesammelt und gebündelt, nach der Fasnacht ein olfaktorisches Dasein auf dem „Hüüsli“… um beim „grossen Geschäft“ die Zeit zu überbrücken. Um dieser Dichtkunst – bei der es schlussendlich um die Wurst geht – dennoch genügend Gewicht zu geben, erhalten Die ZeedeldichterInnen einen „Lohn“. Meist in Form von ProInnerstadt-Gutscheinen oder ein paar Flaschen „geistlicher Nahrung“.

Nicht so bei einer alteingesessenen Gugge! ….Ich nenne sie hier etwas abgeändert „Frangge-Teiler“. Die „Frangge-Teiler“ servieren nämlich in ihrem Guggekäller Cordon-Bleu. Und was für Cordon-Bleu! …. Die besten, die der Cordon-Bleu-verwöhnte Zeedeldichter je gegessen hat – …und das will etwas heissen! Denn der „Frangge-Teiler“-Zeedeldichter kennt aus jahrelanger Erfahrung die preisgekränten käsegefüllten Schnitzel vom „Bärg“ und nun als Schnäggedorfeinwohner diejenigen von der „Schiggi“…. Harte Konkurrenz!

Dass sich die „Frangge-Teiler“ als Zeedeldichterlohn einen Essensgutschein im Keller überlegt haben, zeigt, dass sie ihrem Zeedeldichter eine besondere Freude machen wollen. Sie kennen seine kulinarischen Vorlieben und wissen, dass er zwischen den Kellerbesuchen als Bänggler, gerne mal herzhaft etwas zwischen die Zähne bekommen will. Der so beschenke Zeedeldichter meinte zu mir: „Soone perseenligs Gschängg isch dr greescht Loohn, wo me kha bykhoo!“