Museumskonzärtli 2019 – Ein wunderbares Filet, durch und durch

3. März 2019 | Von | Bilder: Michaela Brosig | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Zum 48. Mal fand das Museumskonzärtli im Naturhistorischen Museum zu Basel statt. Die Crème de la Crème der Basler Piccolos und Trommel gaben sich die Ehre und stellten nicht nur sich die Frage «Geschtert oder moorn?»

Museumskonzärtli 2019

Museumskonzärtli 2019

Museumskonzärtli 2019

Museumsgruppe

Museumskonzärtli 2019

Stefan Freiermuth

Museumskonzärtli 2019

Cathrin Balmelli, Myriam Rudolf von Rohr, Marina Suter

Museumskonzärtli 2019

Maria Gassler, Fabienne Hagen, Mirjam Businger

Museumskonzärtli 2019

Raphael Battegay, Nicole Meyer

Museumskonzärtli 2019

Tom Bachmann

Museumskonzärtli 2019

Myriam Rudolf von Rohr, Fabienne Hagen

Museumskonzärtli 2019

Cathrin Balmelli, Marina Suter, Eveline Schönau, Nicole Meyer

Museumskonzärtli 2019

Niggi Zittel

Museumskonzärtli 2019

Fabienne Hagen – SoloUno

Museumskonzärtli 2019

Marc Hutter, Stefan Freiermuth

Museumskonzärtli 2019

Marc Hutter, Stefan Freiermuth

Museumskonzärtli 2019

Marc Hutter, Stefan Freiermuth, Myriam Rudolf von Rohr, Marina Suter, Cathrin Balmelli, Mirjam Businger, Eveline Schönau, Maria Gassler, Raphael Battegay, Nicole Meyer, Mireille Membrini, Fabienne Hagen, Niggi Zittel

Niggi Zittel führte durch das Programm, dass ganz bescheiden als Filetstück der Vorfasnacht angesehen werden kann. Wobei seine Auftritte weder sanft noch einfach zu kauen waren, sondern sehr spitzig und auch immer wieder bitter. Bitter für diejenigen, denen der Spiegel vorgesetzt wurde. So wurde gleich zu Beginn gefragt, ob stillende Mütter und der ehemalige Grossratspräsident anwesend seien. Wenn ja, dann würde er diesen gerne bitten, den Saal zu verlassen, weil wir Fasnächtler froh um jeden Nachwuchs sind. Und um auf Nummer sicher zu gehen sei darauf hingewiesen, dass die Pfeiferinnen und Pfeifer keinen Doppeladler machen würden, sondern ein Cis.

Musikalisch begann der Abend mit dem Aeschlemer/Vergaeschlemer. Eine Neuinterpretation und Adaption des alten Marsches, welcher jedem Junggardisten als erstes gelernt wird. Dem gegenüber steht der Spalier, das neuste Werk an diesem Abend. Ein Name tauchte an diesem Abend im Zusammenhang mit neuen Märschen immer wieder auf: Michael Robertson. Seine Kompositionen decken ein grosses und unterschiedliches Spektrum ab. Der Iredulpf (rückwärts gelesen ist es der Cliquennamen für welche er den Marsch schrieb) ist ein bekannteres Stück aus seiner Feder, wie auch der Hofnarr. Die Märsche Schneemaa und 25er (noch) unbekanntere Werke. Diese Kompositionen von Spitzenpfeifern vorgetragen zu bekommen, lassen die Märsche in ihrem ganzen Glanz erstrahlen. Das Pendant bildet im Trommelbereich Ivan Kym. Auch sein Name steht neben den Titeln Inferno, Nonstop und Zigüner (darf man das heute noch sagen oder etwa Mercedes-fahrende-und-Wohnwagen-ziehende-nicht-holländischer-Herkunft?). Vielleicht hört man den eher unbekannten Marsch Nonstop in Zukunft häufiger am Cortège. Dies ist bei der Komposition Inferno sehr bezweifeln, da dieser technisch einen hohen Schwierigkeitsgrad aufweist und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nicht in dieser sensationellen Darbietung wiedergefunden wird.

Eine repräsentative Umfrage wurde unter den Zuschauern durchgeführt, ob alte oder eher neue Märsche deren Geschmack treffen würden. Die Antworten waren mehrheitlich, dass es sowohl die alten Märsche wie auch neue Kompositionen braucht. Auch bei den Märschen ist es so, dass einer einem gefällt oder nicht und da spielt das Alter, ausnahmsweise, keine Rolle. Ein gewisser M. R. tanzte dann doch aus der Reihe und meinte, dass er die alten Märsche doch etwas lieber hätte (die neuen hätten zu viele Töne). So lautet das Fazit: Die Fasnacht muss mit der Zeit gehen, sonst muss sie, mit der Zeit, gehen.

Aus Fasnachtssicht wurden die Die Weltpolitik wurde mit der Marschauswahl von Musik Oesch passend erklärt. Auch die Sprach- und Moralapostel bekamen ihr Fett weg. Hervorragend wurde ein Netz aus aktuellen Problematiken mit den drei scheenschte Dääg und dem Museum verwoben. So kam man auf die Idee aus der Freien Strasse eine Museumsstrasse zu machen. Der Inhalt wäre ja bereits tot und die Strasse würde wieder mit Besuchern belebt. Niggi Zittel und Tom Bachmann bringen sehr viel Biss in die Rahmenstiggli.

Das Beste kommt immer zum Schluss: die Pfeiferinnen und Pfeifer sowie die beiden Tambouren Marc Hutter und Stefan Freiermuth. Die Namen auf der Mitwirkendenliste liest sich wie die Rangliste am Offiziellen: Cathrin Balmelli-Cattelan, Raphael Battegay (Musikalische Leitung), Mirjam Businger, Maria Gassler, Fabienne Hagen, Mireille Membrini, Nicole Meyer, Myriam Rudolf von Rohr, Eveline Schönau und Marina Suter. Wobei Fabienne Hagen noch in der Solonummer SoloUno glänzt. Sie verschmilzt Vocals mit Guggenmusiksound, Piccolo und Rhythmusinstrumenten. Die Tambouren und Pfeifer zeigten Fasnachtsmärsche auf einem derart hohen Niveau, dass man etwas sprachlos dasitzt, sich freut, klatscht und ein ganz grosses Lächeln im Gesicht hat. Vielleicht schüttelt man noch den Kopf ab dieser Leistung, weil ein solch hohes Niveau mit schwierigen Passagen so einfach schön klingen kann. Chapeau vor dieser Leistung, Chapeau zu diesem Filetstück und Fasnacht, vorwärts, Marsch.