Mummeschanz und Dootedanz

2. März 2019 | Von | Kategorie: e Hampfle Räppli

Fasnacht ist nicht nur bissig-politisch oder sauglatt-lustig. Auch die besinnliche Seite hat seinen Platz – und manch rührendes Ritual.

Sven (Name geändert) gehört als Pfeifer einem grossen Stammverein an. Jahr für Jahr darf ich seinen Zeedel für die Clique korrigieren, wobei meist nur wenige Flüchtigkeitsfehler zu finden sind. Genau so korrekt wie Svens Zeedel sind, so ist auch sein Verhalten in seiner Clique: Stets korrekt. Keine Probe, die er auslassen würde. Kein Anlass, an dem er sich entschuldigen liesse. Kein einziger Gyggser beim Offiziellen oder am Drummeli! Sven ist ein sicherer Wert.

Vor vier Jahren scherte er jedoch aus dem Cliquenleben aus, als er sich jeweils für den Ändsträich verabschiedete. Mutterseelenalleine pfiff er vor einem  Altersheim im Gross-Basel kurz vor vier Uhr des Donnerstags den Arabi. Und er tut dies nun Jahr für Jahr.

Die Clique verzeiht es ihm, denn sie wissen, dass er dort spielt, um seiner kurz vor der Fasnacht 2014 verstorbenen Mutter zu gedenken. Da sich diese rührende Geste in der Fasnachtsfamilie herumgesprochen hat, wurde Svens Piccolo-Spiel im 2017 und 2018 schon zwei- und dreistimmig begleitet. Und auch im 2019 wird Svens Mutter gedacht werde. Die Fasnacht vereinigt eben Mummeschanz und Dootedanz.