Charivari 2019 – Musikalischer Hochgenuss mit zwei Händen

10. Februar 2019 | Von | Bilder: Klaus Brodhage | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Vom Aafang bis zem bitteren Änd – spiilt s Charivari uf zwai Händ. Zwei Hände brauchten alle. Sei es um Piccolo zu spielen, zum Trommeln oder auch zum Gestikulieren.

 

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Durch das Programm führten, neben den beiden grossen Händen, auch die verschiedenen Fasnachtsfiguren. Jede auf seine Art, kommentiert das eben Gezeigte und das Kommende, untermalt mit den verschiedenen Schnitzelbanggmelodien. Ueli, Waggis, Dummpeter und Alti Dante halten sowohl dem Publikum wie auch sich selbst den Spiegel vor. Das News Männli ist ein weiterer Programmpunkt, der immer wieder auftaucht und aktuelles politischer Natur kommentiert.

Der erste musikalische Auftritt bestreiten die Naarebaschi mit dem Waggis. Diese tragen noch D Märmeli (nur Tambouren) und Fritzli vor. Die jeweiligen Vorträge sind wunderbar intoniert. Die Tambouren übertönen die Pfeifer jedoch, was sehr schade ist. Bei der Fasnachtzunft Ryburg dominieren die Spitzentambouren. Mit Stärne-Sound (ein Marsch zur Feier des dritten Schweizermeistertitels in Folge) sowie einem unglaublichen Generation Y wurde wahre Trommelkunst gezeigt. Beide Kompositionen haben wenig mit Fasnachtsmusik zu tun, sondern mit Trommelpräzision und -können. Kapitän Ivan Kym führte mit Generation Y die Formation zum Meistertitel. Die Spitzbuebe zeigen auf pfeiferischer Seite, was Kunst mit dem Piccolo ist. Nicht nur ihr Einmarsch mit dem Charivarimärschli, sondern vor allem die Star Wars-Umsetzung fand beim Publikum grossen Anklang. Ein Überraschungsauftritt wurde noch kurz vor der Pause geboten. Eine neu integrierte Brass Band fand Einzug auf die Charivaribühne und begeisterte das Publikum mit ihrer Musik, ihrem Witz und ihren Kostümen. Wer diese Formation ist, wurde offiziell nicht bekannt gegeben (Quellen zufolge soll die Herkunft östlicher als Pratteln sein).

Der erste Schnitzelbangg des Abends waren D’ Gryysel. Vor allem ihr Langvers zum Thema Schwarz fand tosenden Beifall (keine Zeitung darf mehr mit schwarzer Tinte gedruckt werden). Der zweite Bangg waren die Gwäägi. Neben ihren normalen Versen vermochte hier auch der Langvers (s git keini Baize in unsere Stroosse) das Publikum auf ganzer Länge mitzureissen.

Das Ensemble zeigte sich sehr wandlungsfähig. In der Hyylgschicht, welche wirklich unter die Haut ging, machten Sie auch als Whiskey-Flasche, Mimösli, Dääfeli und Orange eine gute Figur. Und dies, obwohl sie nicht von einem betrunkenen Güggeler auf Ex getrunken in den Strassengraben gehört. Selbstkritisch wird auch die „Probe“ eines weiteren Rahmestiggli unterbrochen und journalistengerecht neu verarbeitet. Damit es ja viele Räppli-Bewertungen gibt. Stephanie Schluchter, Tatjana Pietropaolo, Martin Stich und Nico Jacomet zeigen im neuen Kater-Bangg, dass es wirklich nötig ist, ausgeschlafen auf die Bühne zu kommen. Ob der Bangg nun gut oder grauenhaft schlecht ist, da waren sich die Zuschauer lustigerweise nicht einig. Auch Peter Richner und Suzanne Thommen zeigten ihr Talent als Grossbasler im minderen Basel. Colette Studer alias Charivari Männli, alias News Männli und Regisseurin zeigt, dass sie anpacken kann und ihre Hände nicht in den Hosentaschen vergräbt.

Musikalischer Auftakt des zweiten Teils bildeten die Schränz-Gritte. Ein Novum bildet die Tatsache, dass es mehrere Guggen sind, welche sich den Auftritt teilen. An anderen Abenden sind die Ohregribler, Hunne, Oktave Chratzer, Schotte-Clique und Räpplischpalter zu hören. Stickstoff bieten mit ihrer Shownummer Schlegelvirtuosität auf allerhöchstem Niveau. Nicht nur für die Ohren, sondern auch die Augen dürfen sich an ihrem Auftritt erfreuen. Das Schlussbouquet bildet das Kleinbasler Original Sir Francis. Seine Klassiker wie Fährimaa werden tatkräftig von den Spitzbuebe und auch den Zuschauern unterstützt. Ein grosser Mann mit viel Liebe zur Musik, zum Kleinbasel und zum Publikum zeigt nochmals, dass die Freude an der Musik einen jung hält.

Das Glaibasler Charivari findet vom 9. bis 23. Februar 2019 um 20.00 Uhr (sonntags 18.00 Uhr) im Volkshaus Basel statt. Tickets sind erhältlich unter www.charivari.ch, beim Ticketcorner oder im Basel Tattoo Shop an der Glockengasse 4.

 

Charivari hinter den Kulissen

Ivan Kym kompinierte für das Charivari schon etliche Trommelmärsche. So zum Beispiel die bekannte Faschtwäie oder neu den dreistimmigen Stärne-Sound. Man mag es kaum glauben, aber das Charivari liegt dem aus Möhlin stammenden Trommelkönig sehr am Herzen und er freut sich, wenn er wieder etwas für die Vorfasnachtsveranstaltung komponieren darf.

Peter Richner zitiert und interpretiert Blasius auf seine eigene wunderbare Weise. Der Erhalter des reinen Baseldytsch auf der Bühne zu sehen, ist immer wieder ein Genuss. Obwohl er der Schreibenden die visuelle Vorstellung des Blasius genommen hat, war es doch ein schöner Moment zu hören, wie er ausgesehen hat. Peter Richner durfte Blasius einmal persönlich kennenlernen. Seine Gedichte wirken in den Bühnenpräsenzen von Peter Richner weiter. Obwohl er sich nie den legendären Künstler an seiner Seite vorstellt, bekommt man als Zuschauer das Gefühl, das genau dieser Advokat neben ihm steht und durch ihn spricht. Ein Anker der Fasnachtspoesie, der erhalten werden sollte.

Darf man Vorfasnachstveranstaltungen bewerten? Das ist die Frage eines Ramenstiggli. Die Antwort des Charivaris lautet, dass der Zuschauer einen tollen Abend verleben und sich über das Gebotene erfreuen soll. Die essenziellere Frage lautet jedoch, kann und soll man Vorfasnachtsveranstaltungen bewerten und wenn ja, wie? Soll die Bewertung aufgrund der Publikumszahlen erfolgen oder in Lacher pro Minute? Lässt es sich messen, welchen Gusto an Humor, Vorliebe und Geschmack ein Schreibender hat? Zählt ein humoristische Einlage gleich viel wie eine nachdenkliche Nummer? Fazit ist, dass es mittlerweile über 20 Veranstaltungen gibt und jede hat ihr Publikum. Darum kann sich jede/r seinem Gusto entsprechend aussuchen, wen er/sie mit einem Besuch beehrt.