Charivari will im Handumdrehen begeistern

6. Februar 2019 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Es ist nicht die fasnächtlich „dargebotene Hand“, man könnte es aber meinen, wenn man das Programmheft sieht, das zwei überdimensionale Hände zeigt. Auch auf der Bühne sollen diese Hände das Herzstück des diesjährigen Charivari bilden, natürlich neben klangvollen Fasnachtsmärschen, bissigen Rahmenstiggli und verblüffenden Show-Elementen.

chari-titel

„Es soll wirklich etwas anders werden als sonst“, erklärte Regisseurin Colette Studer am Probenbesuch wenige Tage vor der Premiere in Bezug auf die beiden Hände, die auf der Bühne dann von den Schauspielern bestiegen und auch sonst einbezogen werden. „Ich habe Colette da völlig freie Hand gelassen“, ergänzte Programmchef Erik Julliard sujetgerecht.

Hand und Fuss hat auch das musikalische Programm mit der Trommelgruppe Stickstoff, der Fasnachtsclique Naarebaschi oder der Fasnachtzunft Rhyburg Möhlin. Bei Letzterer müssen die Verantwortlichen hoffen, dass der Nachwuchs von Ivan Kym nicht wie am „Offizielle“ einen Notfalleinsatz als Tennis-Crack hat und der Babbe vom Trommelleiter zum Chauffeur mutiert. Kym wird nämlich jeden Abend Hand anlegen und seine Trommler auf der Bühne dirigieren, was doch eher unüblich ist.

Für pfeiferische Leckerbissen sorgen die Piccolo-Virtuosen der Pfyffergrubbe d Spitzbuebe, die dazu extra nach Andalusien dislozierten, um die Töne zu üben (und nicht nur von der Hand in den Mund zu leben). Dazu stimmt jeden Abend eine andere Guggenmusik mit handfestem Sound das Publikum auf die bevorstehende Fasnacht ein

Aufgerüstet hat man bei den Schnitzelbänken: Nebst den Publikumslieblingen d Gwäägi (die haben einen Vertrag bis Lebensende in der Hand, wobei nicht gesagt wird, ob das Ende des Banggs oder der Veranstaltung) werden D‘ Gryysel mit teilweise makabren und skurrilen Versen die Bühne rocken. Dann wurde die letztjährige Idee eines hauseigenen Schnitzelbanks nun verwirklicht: Man darf gespannt sein auf den „Kater-Bangg“ und darauf, ob alle Verse in oder nach durchzechten Nächten „brinzlet“ wurden.

Etwas Hand angelegt hat man beim Ensemble: Peter Richner, früher der Gentleman vom Basler Daig im Pfyfferli, wird sein markantes Baseldytsch nun auf der Volkshausbühne zum besten geben. Neu dabei ist auch Suzanne Thommen, die man sonst eher von der Helmut Förnbacher Theater Company kennt. Gemeinsam bringen sie über 100 Jahre Erfahrung auf die Bühne und sind somit eine grosse Bereicherung für das Charivari. Neben ihnen stehen Stephanie Schluchter, Tatjana Pietropaolo, Martin Stich, Nico Jacomet und die Regisseurin, Colette Studer, als Schauspieler*in (neue Gender-Schreibweise…) auf der Volkshausbühne.

Apropos durchzechte Nächte: Für alle Nostalgiker, die sich an solche Nächte in der „Uelistube“ erinnern, wird die Schlussnummer tränenreich werden. Das Kleinbasler Original, Sir Francis, gibt nach 40 Jahren sein Comeback auf der Charivari-Bühne, und wir hoffen auf das „Kommissioneliedli“ und die „verstopfti Schyssi“ . dann werden sich auch die Hände des Publikums rühren, zum tosenden Applaus.

Wer noch ein Billett möchte, sollte die Füsse in die Hand nehmen. Zu 95% ist das Charivari 2019 ausverkauft, es hat aber noch Tickets für fast alle Vorstellungen. Es liegt auf der Hand: Dr Schnäller isch dr Gschwinder!

 

Das Glaibasler Charivari findet vom 9. bis 23. Februar 2019 um 20.00 Uhr (sonntags 18.00 Uhr) im Volkshaus Basel statt. Der Ticketverkauf läuft unter www.charivari.ch, beim Ticketcorner oder im Basel Tattoo Shop an der Glockengasse 4.