Hinter den Kulissen des «Offizielle» oder warum sich ein Schläger und ein Schlegel im Weg sein können

3. Februar 2019 | Von | Kategorie: e Hampfle Räppli

Die Überraschung war perfekt am Offizielle: einem Juror wurde kurzfristig frei gegeben. Der Grund war für seine Jurykollegen absolut nachvollziehbar und es freuten sich alle mit ihm. Sein Sohn spielte mit 15 Jahren im Davis-Cup Team der Schweiz, der jüngste Spieler aller Zeiten im Schweizer Davis-Cup-Team. So tauschte der Sohn den Trommelschlegel gegen den Tennisschläger ein und wurde vom Jurymitglied nach Biel gefahren. Dennoch wollte dieser über das Geschehene im Centre Court Volkshaus informiert werden. Es fanden sich sofort 4 Juroren, welche für ihn einsprangen, obwohl jedes Jurymitglied da bereits etwa 16 Stunden jurierte .

Apropos Juroren. Diese sitzen Donnerstag- und Freitagabend ab etwa 17.30 Uhr in einem Saal, in welchem ein Tambour oder Pfeifer nach dem anderen ihr/sein Können unter Beweis stellt. Im 4-Minutentakt kommt ein neuer Konkurrent auf die Bühne und zeigt, was er das ganze Jahr geübt hat. Am Ende des Finals hat jeder Juror so etwa 16 Stunden juriert. Auch sie freuen sich, wenn der Konkurrent gewinnt, welcher den schönsten Marsch getrommelt oder gepfiffen hat. Auch sie stehen auf und jubeln. Denn gerade sie haben alles gehört. Sie hören jeden falschen Ton, jeden unsauberen Schlag.

Apropos lange auf das Offizielle vorbereiten. Es gibt auch andere Praktiken: man nimmt eine Startkarte und lost ein paar Tage vor der Vorausscheidung aus, wer geht. Dass dies auch erfolgreich sein kann, bewies das diesjährige Offizielle.

Apropos diesjähriges Offizielles. Speziell war sicherlich auch, dass jemand auf und hinter der Bühne gewirkt hat. Ein totales Engagement für das Offizielle hinter der Bühne beim Sponsorensuchen, Preise für die Gewinner organisieren und dann noch auf der Bühne einen sensationellen musikalischen Auftritt hinlegen, dass muss man so erst einmal schaffen.

Apropos nur für die Ohren. Es gab im Final einige Vorträge, welche visuell untermalt wurden. Wenn Konkurrenten die Zuschauer ausblenden und sich so konzentrieren, ihren Marsch vorzutragen, treten teilweise interessante Bewegungen zutage. Dynamische Fünfer und beschwingte Musik bekommen hier eine ganz neue Bedeutung. Aber auch die strenge militärische Interpretation war anzutreffen. So wurde nicht nur Musik auf höchstem Niveau geboten, sondern auch die Augen der Zuschauer blieben auf dem Konkurrenten haften.

Apropos haften. Die Blicke der Zuschauer blieben auch auf den tollen Bildern haften. Diese wurde zuerst als Bühnendekoration genutzt, bevor sie die heimischen Wände der Einzelfinalteilnehmer zieren. Die Bilder wurden alle von Basler Künstlern gestiftet.

Apropos Bilder. Auch im Publikumsbereich gab es einiges zu sehen. So verirrte sich eine Anti-Klimawandel-Demonstrantin in den Saal des Volkshauses, weil sie dachte, es sei eine Waggiswagenausstellung. Das Waggisschild am Eingang des Volkshauses wurde hier falsch interpretiert.

Apropos Volkshaus. Der Saal war wieder bis zum bersten gefüllt. Zeitweise glich der Gang zur Toilette einem Hindernislauf über Beine, Jacken und Taschen. Dies bereitet einem gut auf die Fasnacht vor.