Mimösli 2019: Kalinka im Mimösli

18. Januar 2019 | Von | Bilder: Michaela Brosig | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Das diesjährige Mimösli zeigte sich an der Premiere von der besten Seite, mit sehr vielen Höhepunkten. Vom Prolog bei dem schon die meisten relevanten Themen aus dem vergangenen Jahr aufgenommen wurden, bis zum Schlussfeuerwerk mit russischer Note, war alles vorhanden. Wenn man gesehen und gehört hat wie das Publikum mitmachte, sind die Erwartungen der Besucher sicher in jeder Hinsicht erfüllt.

 

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Das Mimösli findet unter dem Titel „HäschtägZwanzigachtzää“ oder #2018 wie es in den sozialen Medien geschrieben wird, statt. Das Zeichen mit Doppelkreuz ist ein Schlagwort, das dazu dient, Nachrichten zu bestimmten Themen in sozialen Netzwerken auffindbar zu machen. Auf das Mimösli umgesetzt heisst das, dass man sich darunter alles vorstellen kann, was im Jahr 2018 passiert ist. Dies als Erklärung für Leute welche nicht so vertraut sind mit den sozialen Netzwerken.

Beim Epilog konnte man sich bereits über die Themenvielfalt orientieren. Es gab den „Häschtäg“ FCB, Ackermann, Wessels, Wahlen, Messe Basel, BVB, Negro Rhygass, Grossrat, Polizei, BAZ usw.

So stellte man fest, «In dr Dalbevorstadt kemme mit dr Trottoirsanierig die mit Rollator besser duure, derfir gheie die andere uff d Schnuure» oder wegen Rassismus darf man in der Bäckerei kein Schwöbli mehr verlangen, es heisst „Fudiweggli“. Ein gelungener Epilog, perfekt wie immer gespielt vom ganzen Ensemble (Häbse H.J. Hersberger, Dani von Wattenwyl, Hedy Kaufmann, Nicole Loretan, Carlos Amstutz, Maik van Epple, Michael Eckerle).

Mit dem „Naareschiff“ stimmten sich piccognito (unter der Leitung von Thomas Weber) und d Rötzilisgge vo STICKSTOFF als Matrosen verkleidet und mit Meer im Hintergrund, so richtig ein auf das was im Laufe des Abend noch Grossartiges folgte. Ein sehr schöner Auftritt auf traditionelle, fasnächtliche Art. Weiter im ersten Teil des Programms zeigten piccognito als vielfarbige Vögel mit dem Stück „d Veegel“ ihr pfeiferisches Können ein weiteres Mal und d Rötzilisgge vo STICKSTOFF in Nachthemd mit Zipfelmütze russten eine Radac Tagwacht mit hoher Präzision.

Vom Ensemble wurde man im Stück „Spezialdedeggtive“ aufgeklärt, dass trotz Sozialdetektiv im Gebüsch immer noch Abfall ohne Vignette auf die Strasse gestellt und am Schluss von der Stadtreinigung trotzdem beseitigt wird.

Eine weitere Kostprobe ihres Könnens zeigten sie beim „Elektroschugger“. Wenn alles im Infogerät der Polizei elektronisch gespeichert und der Akku leer ist, wird es schwierig. Eine Geschichte welche sehr nahe an der Wirklichkeit ist. Ein glänzend aufgelegter Dani von Wattenwyl und Häbse in Hochform, als zwei Polizisten mit eben der Problematik, dass ohne Akku nichts geht, beanspruchten die Lachmuskeln so richtig. Hedy Kaufmann spielte dabei eine ältere Dame welche mit der Frage brillierte, ob man denn für den Tesla ein genügend langes Kabel habe beim Ausrücken.

Als ersten Schnitzelbank durfte man d Muulwirf mit den Themen Hornkuh Initiative, Tesla, Khashoggi, Ronaldo und Messe Basel geniessen. Den Doppeladler auf dem Velo sollte man laut diesen Drei nicht machen. Ein gesanglich sauberer Auftritt mit tollen Helgen.

Die KanniBâle russisch angehaucht mit Bärenfellmütze und einem Major in östlicher Uniform waren vielleicht ein kleiner Hinweis auf die Schlussnummer. Der sehr gute Auftritt begleitete die Besucher in die Pause.

Nachher wurde das erste musikalische Feuerwerk gezündet. Während die sechs Mitglieder von d Rötzilisgge vo STICKSTOFF gelangweilt an einem langen Tisch auf ihr Wienerli warten geht es los. Es wird mit der Hand, mit einem Löffel oder mit einem Teller und viel Slapstick getrommelt und geklatscht, dass es die Zuschauer mitriss. Ein erster absoluter Höhepunkt. Der Auftritt kann gar nicht richtig beschrieben werden, man muss es sehen – chapeau.

Das folgende Rahmenstück ist dann ebenfalls von erster Güte. Man erfährt, dass die berühmte Telefonkabine am Barfi mehr als Treffpunkt denn als Telefonkabine benutzt wurde. Michael Eckerle als Halbwüchsiger weiss gar nicht wie man mit dem Festnetz telefoniert oder dass man damit kein Selfie machen kann. Das bekannte Lied 079 singt das Ensemble auf ihre Art und das Publikum reagiert ein nächstes Mal. Die Stimmung im Saal steigt noch mehr.

Piccognito ist dann für die nächste Steigerung verantwortlich. Alle Mitglieder in Fussball Nationaltrikots verschiedener Länder pfeifen die Nationalhymne über einen Schlauch mit dem Piccolo auf der Rückseite, um dann denn Schlauch wieder abzunehmen und ein Medley mit verschiedenen Nationalhymnen und bekannten Gassenhauern zu spielen. Spätestens bei „Karli none Gool“, „d Schyssi isch verschtopft“, „Er steht im Tor“ oder „we are the champions“ singt der ganze Saal mit. Auch dieser Auftritt war Extraklasse.

Die Sitzung des KSIF (Kommission für mehr Swissness im Fussball) befasst sich dann mit dem Nichtsingen der Hymne bei Länderspielen und dem Doppeladler. Behrami wird als typischer Schweizer beschrieben, Stroh auf dem Kopf (blonde Haare) und Bauernmalerei (Tattoos). Die Frisuren geben Anlass zum Diskutieren. Eine tolle Nummer mit witzigen Dialogen, bei welcher es viel zu lachen gibt.

Apropos Lachen s spitzig Ryssblei ist auch schon in Form. Der Vers über Elektrobusse, das Thema Tesla und die Version zur Spitalfusion sind schon auf erstaunlich hohem Niveau und passen somit weiter in den Programmablauf. Der obligatorische Gundeli-Hundeli Vers fehlt natürlich nicht. In bekannter Manier mit starkem Auftritt – gut gemacht.

Und dann sind wir plötzlich in Russland. Im Hintergrund Moskau und im Vordergrund die Schlussnummer, Russisches Nochfieber „Mimöslova“. Als Stargast dabei der weltbekannte russische Akkordeonspieler Vassily Dück sowie das vom letzten Mimösli bereits bekannte Gesangsquartett „Forellen“.

Zusammen mit der Band Heinz Wirz (Piano), Stephan Felber (Schlagzeug), André Gärtner (Bass) legt Vassily Dück am Akkordeon los und das Quartett „Forellen“ unter der Leitung von Henryk Polus zieht mit. Mit dabei abwechslungsweise Pfeiferinnen (piccognito) in russischen Uniformen. Russische Musik kann begeistern wenn Könner wie Dück Akkordeon spielen, die „Forellen“ russische Lieder singen und Piccolos brillieren. Das Ganze steigert sich bis zum „Kalinka“ am Schluss und das Publikum verlangt Zugaben.

Der Puls wird erst wieder ruhiger als dann der traditionelle Epilog mit dem Mimöslilied ertönt und das Ende des diesjährigen Mimösli ankündigt. Ein sehr gutes Mimösli, ganz nach dem Geschmack des Premierenpublikums mit den unzähligen prominenten Gästen.

In diesem Sinne: E scheene Häschtäg mitenand!

 

Mimösli 2019 im Häbse-Theater Klingentalstrasse 79, 4005 Basel
17. Januar bis 23. Februar 2019

Montag – Samstag:                 19.30 Uhr

Sonntag                                     18.30 Uhr

Nachmittagsvorstellungen:     Sa 14.30 / So 14.00

Karten-Vorverkauf

Noch vorhandene Eintritte sind zu erwerben unter www.haebse-theater.ch / www.starticket.ch oder via Kasse: +41.61.691.44.46.

Hospitality-Tickets

Neben herkömmlichen Tickets stehen zusätzlich noch Hospitality-Plätze (Comfort-Bestuhlung und All-Inclusive) zur Verfügung. Tickets sind erhältlich unter: hospitality@haebse-theater.ch