Pfyfferli 2019: Der „gelbe Faden“ als Perlenschnur

12. Januar 2019 | Von | Bilder: Beat Schwald | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Das diesjährige Pfyfferli hat keinen roten Faden, sondern einen gelben. Im Vordergrund steht nämlich das Reich der Mitte, welches auch das hiesige Leben immer mehr bestimmt. Aber eigentlich ist es überhaupt kein Faden, sondern eine Perlenschnur: Es reiht sich eine Perle nach der anderen zu einem Fasnachts-Kabarett der allerbesten Sorte. Die aktuellen Nummern dieses Kabaretts sind – soweit dies überhaupt geht – noch spitzer und noch musikalischer als im Jahr davor.

 

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Gleich zu Beginn das beste Kompliment, dass man einer Vorfasnachtsveranstaltung machen kann: Wer nach gut zwei Stunden geballter Unterhaltung das Fauteuil mit schlechter Laune verlässt, sollte dringend einen Arzt aufsuchen. Die besagten Perlen purzeln von der Bühne ins Publikum, dass es eine reine Freude ist. Vom Prolog über den Schnitzelbank bis zum Epilog wird das gelbe Motto durchgezogen, und sei es nur, weil Salomé Jantz und Myriam Wittlin immer wieder als Running Gag im Chinesen-Look erscheinen und mit zwei Fingern am Mund ihr „Hihihihihi“ lispeln.

Neu ist die Konsequenz, mit der bekannte Melodien auf Baseldeutsch und mit aktuellen Themen unterlegt besungen werden. So im Seminar „Hilfe! Mein Mann macht Fasnacht“ in dem zu „In the Ghetto“ davor gewarnt wird, sein Kind auf die schiefe (Fasnachts-)Bahn abrutschen zu lassen. Oder wenn einer überforderten Rentnerin – sensationell: Salomé Jantz – mit „Ja so warn’s, die alten Rittersleut“ erklärt wird, dass Banken heute nur noch digital funktionieren.

Absolute Höhepunkte sind zwei Nummern. Zum einen die schrägen Vögel des „Daig“, die sich weigern, die BaZ zu kaufen und – nicht zu toppen – das sich langweilende Comité, dass nach fünf Stunden Hutschwenken genug hat und zu „You can leave your hat on“ zu einer Lack-und-Leder-Bande mutiert. Da brüllt das Publikum genauso wie bei der traditionellen Kult-Tussi (Caroline Rasser!) mit ihrem Hündchen „Aläään“, die in mehreren Zweizeilern den Exit-Tourismus ins Baselbiet bewirbt:

Erlääbe Sii öbbis Nöis
stäärbe Sii bi Öis

Man könnte noch viele Nummern anpreisen, denn es hatte nebst einigen guten nur sehr gute und auch die beiden Herren im Team, David Bröckelmann und Roland Herrmann, konnten ihr komödiantisches Talent bestens präsentieren. Grossartige Texte (Hat Comité-Statthalter Alexander Sarain wohl die mit dem Comité-Striptease geschrieben?) und tolle Regieeinfälle von Martin Schurr und Stefanie Verkerk unter bewährter musikalischer Leitung von Arth Paul und Andreas Binder machen das Ganze zu einem Gesamtkunstwerk.

Nicht vergessen wollen wir die Schnitzelbänke. An der Premiere waren dies Heiri mit einem Chinesenvers und einen Gag über fast jeden Bundesrat, und der Spitzbueb mit seinen herrlich lakonischen Pointen, darunter sehr aktuell sogar über die WEF-Absage von Trump.

Fast hat man ein etwas schlechtes Gewissen, dass die Fasnachtsmusik erst zum Schluss erwähnt wird. Die Chriesibuebe brillierten genauso wie die Barfiessler. Aber es ist halt so: Während das Drummeli die fasnachtsmusikalische Leistungsschau ist, ist das Pfyfferli halt ein Fasnachtskabarett mit etwas Fasnachtsmusik. Vor allem aber ist es ein – um das neudeutsche Wort zu benutzen – Top-Event, das richtig Lust auf Fasnacht macht! Laut Claude Rasser hat es vor allem in den Tagen vor der Fasnacht noch einige Tickets – die Plätze sollten nicht frei bleiben!

Pfyfferli 2019: 11. Januar – 10. März. Di – Fr. 20 Uhr, Sa. 18 und 20 Uhr, So. 16 und 20 Uhr. Vorverkauf: www.fauteuil.ch