Geglücktes Revival des „Stärnestaub“

1. Dezember 2018 | Von | Bilder: Lucien Graf | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Süss, aber nicht zu zuckrig – ans Herz gehend, aber nie kitschig, so präsentert sich die Neuauflage des „Stärnestaub“ im Tabourettli. Die Umsetzung des Fasnachts-Musical auf der Kleinstbühne am Spalenberg überzeugt total. Man sieht grossartige schauspielerische Leistungen und betörende gesangliche Darbietungen. Auch wenn diese beiden Talente nicht bei allen gleichermassen ausgebildet sind: Ein Besuch lohnt sich nicht nur – er ist ein „Must“!   

Stärnestaub 2018

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Stärnestaub 2’18

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Die einen haben den „Ur-Stärnestaub“ vor Jahren im Volkshaus oder im Scala gesehen und wollen in verklärten Erinnerungen schwelgen, die anderen haben so viel darüber gehört, dass die Erwartungen ebenfalls sehr hoch sind. Kurz: Die Fallhöhe ist beträchtlich und das Wagnis, das Fasachtsmusical erneut auf die Bühne zu bringen war gross. Aber es hat sich mehr als gelohnt, knapp zwei Stunden bescheren dem Publikum ab und zu einen Kloss im Hals, der aber immer wieder rechtzeitig mit einem Lachen runtergeschluckt werden kann.

Kein Hindernis war die Tabourettli-Bühne, die ja deutlich weniger Platz bietet als das Volkshaus. Regisseur Tumasch Clalüna, der bei der Erstaufführung mit der A Cappela-Gruppe „The Glue“ mit dabei war und in der Zwischenzeit als erfolgreicher Regisseur tätig ist, hat das Stück den Verhältnissen perfekt angepasst. Und die Geschichte des Florian, der in jungen Jahren seiner Fasnachtsfee begegnet und noch mit 72 Jahren auf dem Dach sitzt und darauf wartet, dass sie ihn abholen kommt, hat nichts von ihrem Reiz verloren. 

Das liegt nicht zuletzt an Alex Felix, der – eben auf dem Dach sitzend – den alten Florian gibt. Im „Ur-Stärnestaub“ hatte ein anderer diese Rolle, aber Autor Tino Krattiger musste damals schon an seinen Kompagnon gedacht haben, so ist diese Figur Felix auf den Leib geschneidert. Wie er in einer Attitüde zwischen Mahatma Gandhi und einem bekifften Althippie sogar den stur-realistischen Feuerwehrhauptmann Brändli (herrlich stoisch: Peter Portmann) zum Träumen bringt – schlicht fantastisch!

Ebenfalls fantastisch ist Maira Zaugg als  Fasnachtsfee. Solange sie spricht, ist sie vielleicht etwas zu kindlich, aber sobald sie singt, packt sie das Publikum mit volumenreicher Stimme und leichten Soul-Anklängen. Nicht ganz mithalten kann da Jonas Göttin, der die junge Ausgabe des Florian spielt. Er hat dafür im zweiten Teil einen grandiosen Auftritt als schwuler Kellner des „Schluuch“. Dies wird nur noch von einer „Neben-Charge“ getopt: Roland Hermann rockt die Bühne als Gryffegass Jimmy, dem sogar eine unerbittliche Schuggermuus (robust erotisch: Myriam Wittlin) erliegt.

Man müsste noch viele loben. Etwa die unverwüstliche Colette Greder als alte Schaluppe „Christina II“ und im perfekt-musikalischen Ratten-Trio mit Noemi Schaerer (was für eine Bühnenpräsenz!) und Julia Schild. Oder das männliche A-Capella-Trio David Pavlu, Giuseppe Leanza und Adrian Borter, die nicht nur musikalisch brillieren, sondern auch mit ihrer Strassenwischer-Choreographie.

Das Stück ist in vieler Hinsicht auch heute noch topaktuell. Etwa wenn Colette Greder resigniert singt: „S wird optimiert und was nit rentiert, wird abserviert.“ Und es wurde textlich auch aktualisiert, denn in der früheren Fassung wäre ein Scherz auf Kosten von Baschi Dürr wohl nicht verstanden worden.

Das Fazit am Schluss: Unbedingt ansehen! Und dazu ein Tipp: Wenn der Maskenball auf der Bühne beginnt, Gläser zudecken, denn es fliegen die Räppli. Die letzten findet man zuhause beim Ausziehen auf dem Teppich. Also wenn das nicht fasnächtliche Vorfreude weckt…

Stärnestaub. 30. November bis und mit 31. Dezember 2018 im Tabourettli am Spalenberg. Der Vorverkauf ist eröffnet. Eintrittspreise: Fr. 69.00/59.00/49.00 / Kategorie 1 bis 3 (Silvester: Fr. 89.00/79.00/59.00). Tickets an der Kasse der Rasser-Theater oder online hier.