Jupeidiieida: Das Buch über den Schnitzelbank!

17. Oktober 2018 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Die Basler Fasnachtsgemeinde kann schon wieder ein Werk in die Abteilung „Fasnacht“ in der Bibliothek einräumen: Der pensionierte „Peperoni“-Bangg hat ein siebzigseitiges Werk über die Basler Schnitzelbank-Kultur herausgebracht. Der Versuch einer Besprechung!

Peperopni – er erlaubt zu Beginn des Abends, dass man ihn auch René nennen darf – hat eingeladen, und die Bänggler-Gemeinde ist gekommen: Viele aktive Bänggler (z.B. Hansli Bargäld, Ständerlambbe, Spitzbueb u.a.) oder auch solche, die das Helgengestell längst an den berühmten Nagel gehängt haben,  haben sich im  Barbara-Keller eingefunden und diesen auch randvoll besetzt.

René Peperoni begrüsst die Gäste und lässt dann Alt-Moderations-Meister Franz Baur die fein gedrechselte Laudatio auf Buch und Autor vortragen. Alsdann wird der Neo-Autor interviewt und erzählt über das Entstehen des Buches („i bi jetzt pensioniert, ha uffgheert bänggle und denne hett mr e Gascht vo mim Vordraagsoobe gsait, i soll doch e Buech schriibe“), über dessen Produktion („I ha gseh was es alles fir Verläg gitt und denn han i beschlosse, das sälber uuse z gäh. Das wuurd i glaub nümm eso mache…“) und seine Quellen („… derno isch ain koh und hett mi gfroggt, ob i e paar alti Schnitzelbanggzeedel vo dr Joorhundertwändi – däre vo 1900 – ha wett, sunsch schiess är si fuurt..“). Amünsant und lockert talken sich die beiden durch die Geschichte des Buches,  bis dann René das Zepter übernimmt und sein Werk angenehm kurz und prägnant mit seinen Power-Point-Helgen dem interessierten Publikum präsentiert.

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Familie Peperoni

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Peperoni und Franz Baur

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Das interessierte Publikum

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Das Geschenk an Opa

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Yannik, 11

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Jürg Gohl, der Vorwort-Autor

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Andrang beim Buchverkauf

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Der Autor signiert

Dazwischen wird die Präsentation durch den 11jährigen Yannick aufgelockert, der seinen eigens für Grossbabbi Peperoni komponierten Trommelmarsch vorruesst. Wirklich gut. Gottseidank hat sich der Junge fürs Trommeln entschieden und nicht fürs Bänggeln…

Die Präsentation des Buches erlebte alsdann seinen humorigen Höhepunkt, als ein stadtbekannter Pressevertreter die ehemalige Peperoni-Kuh nach ihrer Abstimmungsempfehlung für die Kuh-Horn-Initiative gefragt hat…

Und jetzt zum Buch. Vorab: Es ist ein leicht lesbares, nicht tief wissenschaftliches Werk über die Geschichte und das aktuelle Dasein der Schnitzelbank-Kultur an der Basler Fasnacht. Wenn die Lesenden vom Fach sind, dann ist es sogar noch wertvoller als für die Laien. Denn – das hat ein Buch so an sich – beschränkt sich die Berichterstattung auf Bilder und Text – hier: Geschichte, Versform, Figuren. Die für die Bänggler allerdings sehr wichtige Melodie findet logischerweise eher weniger statt. Wenn man die Bängglerszene allerdings kennt, kommen einem so manche einschlägige Melodien in den Sinn, wenn man die Zeilen liest. Es kann dann schon passieren, dass man bei der Lektüre des Buches ins Singen gerät…

Aber: Es ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeit, die gesamte Bänggler-Szene zu erfassen und zu kommentieren. Und wir vermuten mal, das war auch nicht das primäre Ziel des Autors. Aber dennoch fällt auf, dass beim Kapitel „Spitzenbänke aus den letzten 20 Jahren“ die Auswahl gerade mal 10 Verse von sieben Formationen umfasst. Ein Tischnachbar vermisst dann auch sofort seinen „Liebglingsbangg“ (d Striggedde).

Das Inhaltsverzeichnis zeigt aber auch den Umfang der Betrachtung: Es finden sich Kapitel über die Geschichte, den Bezug zum Krieg, die Schnitzelbangg-Gesellschaften, die Frauen in der Szene, die Versmasse und über die Ausstattung der verschiedenen Formationen. Eine leicht lesbare Übersicht über die Schnitzelbank-Szene ist das Buch in der Tat.

Fazit: Ein Werk für die Fasnachtsbibliothek. Und manch einer wird das Buch an einen Auswärtigen weiterreichen, wenn dieser denn über die zelebrierte Spätform der mitteralterlichen Moritatensänger in Basel Auskunft haben möchte.

Der Autor hat nicht vergessen, seinen Mitstreitern an diesem Projekt herzlich für die Unterstützung zu danken. Auch und vorallem seiner Frau Suzanne, die ihn in den Monaten der Produktion „ertragen“ musste („…jä also geschter z Nacht hett är us lutter Nervositäät sehr schlächt gschloofe…“).

Wir danken an dieser Stelle dem Autor René Peperoni für seine Idee, die Geduld und den Mut zu dieser Produktion.

Das Buch „Der Basler Schnitzelbank“ ist im Eigenverlag erschienen und kann ab sofort bei den Buchhandlungen Waser, Bider und Tanner und Vetter in Basel und Rapunzel in Liestal erstanden werden. Das Werk trägt die ISBN Nummer 978-3-033-06912-1, ist vierfarbig und hat 72 Seiten. Dafür bezahlt man 29 Franken.