Fasnachtsferien um eine Woche verschieben?

1. April 2018 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Sollen die Fasnachtsferien in Basel-Stadt um eine Woche nach hinten verschoben werden, also quasi mit dem Morgenstraich anfangen? Einen entsprechenden Vorstoss hat der FDP-Grossrat Mark Eichner eingereicht. Als Hauptgrund nennt er, dass die Woche vor der Fasnacht in den Wintersportgebieten zu den am meisten nachgefragten und deshalb sehr teuren Zeiten gehört. Was meinen unsere Leserinnen und Leser? Beteiligen Sie sich an unserer Umfrage!

Seitdem auch der Kanton Basel-Stadt zwei Schulferienwochen im Winter kennt, werden die beiden Ferienwochen so angesetzt, dass die Sportwoche vor der Fasnacht liegt, d.h. dass die Fasnacht mit dem Morgenstraich in der Mitte der beiden Ferienwochen liegt. Für diejenigen Familien, die Fasnacht machen und die Kinder zum Skifahren motivieren möchten, bleibt nichts anderes übrig, als in der Woche vor der Fasnacht (oder dann in den Osterferien) in die Berge zu fahren, beklagt Eichner in seinem Vorstoss. Dazu sei die Woche vor der Basler Fasnacht die Fasnachtswoche der katholischen Gegenden mit Rosenmontag und Aschermittwoch. Es ist damit die Woche, wo die meisten Familien in Mittel- und Nordeuropa Winterschulferien haben. Diese Woche gelte traditionell als eine der am besten ausgebuchten Wochen in den meisten Bergstationen in der Schweiz. Entsprechend voll sind Hotels und Pisten, und es herrscht auch bezüglich der Preise Hochsaison.

Eingefleischte Fasnächtler sind in jener Woche in den Schlussvorbereitungen, viele fürchten sich zudem vor unfallbedingter Verhinderung der Fasnacht. Wer an den Aschermittwochmähli der Zünfte teilnehmen will, muss sich zudem zwischen Skifahren und diesem Anlass entscheiden.

Viel sinnvoller hält es Eichner daher, die Schulferienwochen so anzusetzen, dass die beiden Wochen am Fasnachtsmontag beginnen. Alle Fasnächtler könnten voll mitmachen, die Skifahrer könnten sich nach der Fasnacht von den Strapazen in den Bergen erholen und dies bei wesentlich weniger Gästen und damit in der Regel tieferen Preisen für Ferienwohnungen etc. geniessen. Ideal wäre eine koordinierte Verschiebung der Schulferien mit dem Kanton Basel-Landschaft, was aber auch nicht zwingend ist.

Eichner fordert darum den Regierungsrat auf zu prüfen, ob die Schulferien an der Fasnacht um eine Woche nach hinten geschoben werden können. Das Fasnachts-Comité möchte sich dazu nicht äussern, da keine ausserordentliche Sitzung mit diesem Traktandum abgehalten worden sei. Ausserdem ist Comité-Obmann Christoph Bürgin zur Zeit nicht erreichbar; man munkelt, er sei in den Skiferien…

Dem Vorstoss durchaus etwas abgewinnen kann eine bekannte Pfeifer-Instruktorin: Dadurch, dass die Kinder nach dem 1. Bummelsonntag ausschlafen könnten, würde dieser heute doch eher vernachlässigte Termin etwas aufgewertet. Fraglich erscheint anderen das Argument mit dem Aschermittwoch. Die an diesem Zunftumzug Teilnehmenden haben in der Mehrzahl ein Alter, dass Skifahren eher unwahrscheinlich sein lässt. Und ein weiteres Argument, welches dem Autor dieses Artikels angetragen wurde: Wer es sich leisten kann, seine Kinder Fasnacht machen und in die Skiferien zu lassen, gehöre einer Einkommensklasse an, die sich die teureren Preise in den Winterkurorten leisten könne.

Was meinen Sie? Ist eine Verschiebung sinnvoll? Kollidiert eine solche Verschiebung mit den Ausflügen diverser Cliquen und Guggen an die Rosenmontagsumzüge in Köln, Düsseldorf etc.? Steigt die Unfallgefahr, wenn verkaterte Fsnächtler auf die Skipisten ziehen? Sagen Sie uns Ihre Meinung unter

ferien@fasnacht.ch

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