BSG-Schlussoobe: Viel Ackermann und Wessels

25. Februar 2018 | Von | Bilder: Ivo Birrer | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Die beiden umstrittensten Basler Regierungsräte waren die (abwesenden) Stars des Schlussoobe der Basler Schnitzelbangg Gsellschaft. Fast jeder „Bangg“ hatte zu Ackermann und Wessels einen Vers. Einige brillierten aber auch mit überraschenden Sujets und Pointen. Und vor allem brillierten die „Ego-Säu“ mit ihren pfeiferischen Darbietungen, unterstützt von einer Marionette.

BSG Schlussoobe 2018

D Rätschbääse eröffnen den Reigen der Schnitzelbämke.

BSG Schlussoobe 2018

Einer der Gastbänke am diesjährigen BSG Schlussabend: s’Källerdiirli

BSG Schlussoobe 2018

Bebbi Buebe

BSG Schlussoobe 2018

Giftspritzi

BSG Schlussoobe 2018

Lumpesammler Zwingen: Der zweite Gastbank am Abend und bekannt aus dem Vorjahr. Wiederum mit sehr hohem Unterhaltungswert.

BSG Schlussoobe 2018

Batallioonsglünggi

BSG Schlussoobe 2018

Ego-Säu: Sorgen für die musikalische Untermalung des Programms. Ein wahrer Ohrenschmaus!

BSG Schlussoobe 2018

D Laggaffe

BSG Schlussoobe 2018

Die Unerheerte

BSG Schlussoobe 2018

Schnapsbagge: Der VSG Bank ist als dritter Gastbank am Abend und liefert einen wunderbaren Auftritt ab.

BSG Schlussoobe 2018

Babberlababb: Eines der Highlights des Abends.

BSG Schlussoobe 2018

Mac Väärs’s: Standesgemäss mit Dudelsack und „Highland Cathedral“ auf die Bühne geführt.

BSG Schlussoobe 2018

Frau Länzli und ihr Wäschehaufen

BSG Schlussoobe 2018

Gisèle Rastberger sorgt für einen leisen und besinnlichen Moment.

BSG Schlussoobe 2018

Der BSG Neuling: Wiggelfisch

BSG Schlussoobe 2018

Die Gsalzene sorgen auch in diesem Jahr für den Abschluss des BSG Schlussabends – und sind noch immer nicht im Bundesrat.

Auch wenn man ihr vorwirft, dass man sie in der Stadt kaum wahrnehme – an der Fasnacht war es nahezu unmöglich, die Regierungspräsidentin nicht wahrzunehmen: Angenommen haben sich dieser Thematik zum Beispiel die Babberlababb:

D Frau Ackermaa liggt näb em Maa, grad nach em Akt
Do seit är: „Elsbeth, du, hüt hesch mi gar nit paggt!“
„I ha di fascht nit gspüürt!“ Do seit si: „dasch no glatt“
„S goot nit nur dir eso, so goots dr ganze Stadt“

In Sachen Pointenhäufigkeit wird sie nur von Hampe Wessels bedrängt, dessen kulinarische Ausflüge ebenso zu reden geben wie sein lockerer Umgang mit den BVB-Millionen, so bei den Rätschbääse:

D Stadt Basel het im Summer die Mittleri Brugg saniert,
dermit het sii iir Kässeli ganz scheen strapaziert.
Dä Uffwand het sich drotzdäm gloont, hänn mir fimf uns so dänggt,
sunscht hätt dr Wessels sicher nur – dä Stutz de Waggis gschänggt.

Auch mit der BVB – in Anwesenheit des Direktors Erich Lagler – halten es Die Unerheerte, die schon am „Källerstraich“ eine gute Frühform hatten. Sie finden den Kompromiss zwischen dem normalen Versmass und den selten gut gelungenen Langversen und bringen einen „Mittellangen“:

Achtung dasch e Duurchsaag vo dr BVB
Mir baue doo und deert und allewyyl no mee
Die Mittler Brugg isch gspeert s ganz Netz isch unter Drugg
S Dramm Nummre Vierzää faart nei iiber d Wettstaibrugg
S Säggs und s Drei sin nei dr Nyyner s goot rugg zugg
Faare vo Aesch zem Baanhof iiber d Wettstaibrugg
Dr Ainer faart noch Rieche aaber nimme zrugg
Deert aane nimmt äär statt d Dreiroose d Wettstaibrugg
Bim Achter isch als an dr Gränze ai Gedrugg
Drum faart äär ooni Halt diräggt zer Wettstaibrugg
D Linie Fuffzää draait si Rundi ganz am Stugg
Dr ainzig Halt isch zmittse uf dr Wettstaibrugg
Ou s kunnt e Mäldig Sii miir nämme alles zrugg
Mir speere ab sofoort wäg Stau au d Wettstaibrugg

Und gerade nochmals BVB, aber in einer sehr originellen Variante der Bebbi Buebe:

Wenn iich uff das Dramm noo St. Louis waart
und waart und waart und waart und waart
No froog iich mi e ganzi Schtund
Worum das Drämmli denn n id kunnt
Dr Grund sinn d Waggis – s macht uns muff
Die laade unser Sperrguet uff

Eher eine Ausnahme sind D Laggaffe, die sich eines ganz anderen Regierungsrates annehmen:

Bösi Zunge sage, nit ganz ohni Fruscht,
Dä Cramer sig dr Eymaa, nur mit rasierter Bruscht,
D Frau Gschwind het, do schiins drmit kei Mieh,
Dä rutscht no besser, bim übere Tisch go zieh.

Es gibt aber auch Themen, die nicht alle haben – und das wird vom Publikum dankbar aufgenommen. So erinnern sich Die Gsalzene an eine Basler Persönlichkeit, die nicht mehr so stark in der Öffentlichkeit steht:

D’ Mumie us dr Barfi-Kirche isch erkannt:
Mit em Boris Johnson und dr Queen verwandt
Bi däre Lääderhut mit Runzle fallt uns yy
Das kennt au s’ Omi vo dr Gigi Oehri syy!

Sehr originell d Giftspritzi, welche die Niederländer in fast heimatlichem Slang tröstet:

Lieve Nederlands – niet de Köpfchje lo lampen
Wenn ihr niet kan bjie de WM op de Voetball drampen
Ook Speler wie Robben en Wesley Snejider
Zieht et diese Zommer in de Oldersheijm weijder
Aver alles easy, en roijk en Guuge, ihr müsst de Vordeijl seen:
Weijl ihr habt de ganze Campingplatz dann endlich voor euch alleen!

Demselben Thema nehmen sich die McVäärs , sensationell mit Dudelsack, an – und zwar auf bitterblöse Art, aber das darf ja mal sein:

D Brognoose fir die näggschti WM
Die isch fir d Schwyzer nit so schlächt
Italie, Holland deerfe nit mit
Das isch uns glyych, sogar no rächt
Au d Schwoobe meine „Wir gewinnen“
Nur isch die Uussaag e gli frie
Sie häns scho mool versuecht in Russland
Nur gwunne hän si deert no nie.

Ein weiteres, immer wieder gehörtes Thema ist die „metoo“-Welle, für deren Auslöser Frau Länzli eine recht radikale Lösung weiss:

Me too…das rieft e mängi Frau, mir fyyle uns nimm frey
Was dä Harvey Weinstein macht, isch schlicht e Sauerey
Ich fordere drum fir dä Wicht, was alli Fraue mien.
E effentligi Metzgete, so wie sis d Sissach dien.

Eine deutlich weniger feine Klinge nimmt der Batallioonsglùnggi (leider klar das Schlusslicht der Veranstaltung) zum selben Thema:

MeToo wird vo dr Frauewält ùff Twitter celebriirt
me not isch syy am kleene sy hèt alles schò bròbiert
iires Dekooltee isch riisig dròtzdäm längt sy kaine aa
sy duet ùns wiirgglig laid die aarmi Merkel Angela

Neu auf der BSG-Route ist der Wiggelfisch, der (als Neuling verständlich) noch Luft nach oben hat, aber auch einen schöne Pointe zum UNESCO-Welterbe:

D UNESCO hätt nääb dr Fasnacht – so hai mir vernoo,
fascht no e Bärner Bruuch in Eere uffgnoo.
Firs alljöörliche Ritual mit vollem Yysatz,
vo YB – fir dr eewig zwaiti Blatz!

Der Schlussoobe bringt es naturgemäss mit sich, dass die (meisten) Bänke ihre besten Verse bringen, sie hatten ja an der Fasnacht genügend Zeit zu klären, welche Pointen zünden und welche nicht. So ist der Abend in den Rasser-Theater durchaus ein Vergnügen, zu dem auch die Gastbänke Källerdiirli, Schnapsbagge und die vom letzten Jahr schon bekannten Lumpesammler aus Zwingen beitrugen. Für eher besinnliche Töne (aber auch leichte Langeweile) sorgte die aus dem Ridicule bekannte Gisèle Rastberger.

Wenn man im Kaisersaal sitzt (dr Chronist tat es), so kommt noch ein talentfreier Ansager, dafür aber auch ein wirklich feines Essen dazu. Und als Krönung darf man Fasnachtsmusik vom Feinsten geniessen. Top sind dabei die Ego Säu, die schon am „Källerstraich“ zu bewundern waren und von dort gleich eine Marionette mitgebracht hatten. Die passte perfekt zur Sexismus-Debatte, zeigte sie doch was sie hatte – und sie hatte das, was man „Holz vor der Hütte“ nennt. Die Hauptsache blieben aber die perfekten Piccolo-Töne, so auch bei einem wunderbaren Mani Matter-Medley.