Schwätzer mit Skandal

20. Februar 2018 | Von | Kategorie: e Hampfle Räppli

Zum zweiten Mal ist das Schyssdrägziigli des grossen Rates unterwegs. Rund anderthalb Dutzend Grossräte aller Fraktionen fanden sich mit Piccolo, Trommel oder als Vorträbler im Rathaushof ein, um am Fasnachtsdienstag die Mittagszeit mit einem kleinen fasnächtlichen Rundgang zu verbringen. Zuerst – wie bei Politikern üblich – wurde aber im Rathauskeller zur Vernichtung einen Alkohols getagt und der Zeedel verlesen. Dem Zeedeldichter machte die Aufgabe ziemlich Mühe, wie er selbst schreibt:

Wie duet me als Bürgerligge jetz so intrigiere?
Dass die Linke sich integriere und sich nit geniere?
Dass Vischer und Alioth dä Zedel kulturell eschtimiere
Und nit pyynlig beriehrt ihre Händ verriehre
Wie kah me e Zeedel so inszeniere
Und dr Rootsbetryb so illuschtriere?
Das am Schluss alli mien konschtatiere
Dass daas, wo do stoot, richtig duet brilliere?
Am beschte due-n-ich das esoo exerziere
Und e glaasglaar Fazit von ere Sitzig fabriziere:
   Si schwätze vyl am Pult und an ihre Blätz
  Und am Schluss druggt denn dr Koechlin lätz

Der Rundgang endete mit einem Aufenthalt beim Grossratskollegen Schiesser, wo als Überraschung der Schnitzelbank D Schnabelwetzer wartete. Nebst dem „normalen“ fasnächtlichen Programm wurden die Parlamentsmitglieder in einem speziellen Vers auch noch für ihr Verahlten während der Nachtsitzungen gerügt.

Eine der Pointen konnte dieser allerdings nicht mehr aufnehmen, dafür wurde Schwätzer-Organisator Christophe Haller zuvor kräftigt gehänselt: Seine Revoluzzer hatten den Morgenstraich exakt eine Minute zu früh begonnen. Haller versprach, es wieder gutzumachen – man wolle am Donnerstag Morgen punkt 3:59 das Musizieren einstellen.