E Bsuech im Fasnachtshuus – Fasnacht is in se house

9. Februar 2018 | Von | Bilder: André Auderset | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Wer erwartet, im House of Rock auf hochkarätiger Pfeiferinnen und Tambouren zu stossen, welche in Harmonie mit einem nachdenklich lustigen Rednerrahmen umrundet, spitzen Schnitzelbängg versehen und gutem Essen versorgt wird, der ist…
…absolut richtig.

 

Fasnachtshuus

Stefan Uehlinger

Fasnachtshuus

Stefan Uehlinger

Fasnachtshuus

Fasnachtshuus

Dr Schyynhailig

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Dr Schyynhailig

Fasnachtshuus

Spitzbueb

Fasnachtshuus

Spitzbueb

Fasnachtshuus

Fasnachtshuus

Bieranjas

Fasnachtshuus

Bieranjas

Fasnachtshuus

Bieranjas

Fasnachtshuus

Bieranjas

Der Auftakt wird mit der Pfeiferformation und Auprès de ma blonde im Erdgeschoss des L’ Unique gemacht. Danach folgt die erste Rahmenrede des Abends, Pointe an Pointe und doch zum Nachdenken. Auf die Parodie auf den Bummel mit vielen Begrüssungen und den Alte Schweizer Märsche aller Pfeiferinnen und Tambouren folgt eine Rahmenrede. Hier wird gezeigt, dass es viele Fasnächtler gibt, die drei Tage unter der Larve alles geben, damit man sie nicht kennt, Alkohol wird in Massen getrunken. Am Bummel jedoch wird morgens um acht bereits der erste Gin Tonic/Weisswein/Bier (je nach Gusto) getrunken, damit man abends ziemlich unnüchtern die «Freie» hinabgehen kann und dann ja jedem zuwinken kann, damit man ja erkannt wird. Dies staubtrocken mit so vielen Pointen gespickt vorgetragen, dass eine Wiedergabe dies nicht erreichen könnte.

Mit dem Hofnaar führte uns die hochkarätigen Musiker direkt zum Schyynhailig. Zwar meint er, dass seine Zweizeiler für das Gute an Trump immer noch zu lang wären. Ein weiterer Vers zeigt auf, dass der Kulturbeitrag des Baselbiets die Metzgete in Sissach sei.

Nach dem feinen Hauptgang (Basler Rindsgschnetzeltes mit Knöpfli und Karotten) zeigt der Spitzbueb sein können. Zur Fasnachtsgasse fände man einfach, wenn man dem Seichgeruch folgen würde. Er bedauert, dass es in Davos Schnee hat und den Trump, aber leider keine Lawine. Die Fischer Bettwaren würden sich freuen, sie bereiten sich auf 24-Stunden-Werbung vor. Kurz und knackig.

Die Tambouren trugen den Epinaler vor. Bekannt wurde dieser auch unter dem Namen Felltöter. Das Känguruh erlitt einen zweiten Tod im ersten Vers (dies ist ein Premiereninsider).

Eine weitere Rahmenrede zeigt auf, dass es wichtig ist gegen oben zu treten. Als Beispiel diente hier Frau Ackermann. Der Hanswurst wurde von allen Musizierenden wunderbar vorgetragen.

Eine Rahmenrede, wie man sie so nicht erwartet, zeigte den Höhepunkt des verbalen Könnens. Wie schafft man es, die Religion zu hinterfragen, zum Nachdenken anzuregen und doch Pointen einzubringen? Die Antwort gibt es an dieser Vorfasnachtsveranstaltung.

Zum Schluss spielen die Pfeiferinnen einen museumsreifen Wettsteinmarsch. Im Anschluss kommt eine weitere tiefsinnig wunderbare Einstimmung auf die Fasnacht. Denn an der Fasnacht macht jeder, was er will und trotzdem alle zusammen. Und jeder hat eine Geschichte zur Fasnacht, die er selbst erlebt hat…

Zu Beginn und am Ende spielte die Gugge Bieranjas mit klassischen und neueren Stücken auf.

Dem Regisseur Patrick Stalder ist eine Vorfasnachtsveranstaltung gelungen, welche unvergleichlich ist. In einem Rockhaus bringt er Spitzenmusiker, Spitzenrahmenredner, Spitzenbängg und Spitzenessen zusammen unter ein Dach. Die Pfeiferinnen Smadar Hill, Annika Kurz, Nicole Kim, Barbara Näf, Katrin Minder, Simone Weiss und Miriam Meyer bringen gemeinsam ein Ohrenschmaus an Piccoloklängen aus ihren Instrumenten. Dasselbe gilt für die Tambouren Pascal und Dominic Labhardt und ihren Trommeln. Der Rahmenredner Stefan Uehlinger wirft viele Fragen auf und kontert mit trockenen Pointen. Toll, dass es hier auch die ein oder andere Frage in die Köpfe der Besucher geschafft hat und, nicht gleich nach dem Fasnachtshausbesuch, aber sicherlich später darüber siniert wird. Wer das L’ Unique verlässt, nimmt einen schönen Strauss Piccolomimosen, Schlegelräppli, Orangenfragen und eine Hand voll Däfeli-Schnitzelbängg mit nach Hause. Vielen Dank dafür.

Die Vorstellungen finden am 8./9./10./12./13. Februar 2018 um 19.30 Uhr im L’ Unique statt. Alle Vorstellungen sind ausverkauft.