Stirbt die Fasnacht im Glaibasel?

2. Februar 2018 | Von | Kategorie: e Hampfle Räppli

An der diesjährigen Medienkonferenz des Fasnachts-Comités wurde das Thema «nebenbei» öfters erwähnt, sodass sich der Obmaa Christoph Bürgin himself am Ende der Medienkonferenz noch einmal an den Tisch setzte und zu  einem Plädoyer für die Fasnacht im Glaibasel anhob! Man wisse im Comité, dass die Verlagerung der abendlichen Fasnachtsaktivitäten ins Grossbasel eine Tatsache sei. Seitens des Comités sei allerdings nichts dagegen zu tun, ausser dem Aufruf an die Aktiven, die vielen Fasnachtsbeizen und Szenentreffs (z.B. der Vorhof des Adlers) im Glaibasel abends zu frequentieren.

Nun, der Aufruf ist gut gemeint. Aber schon lange ist das Glaibasel abends – vor allem am Dienstag –  in festen Händen. Und leise geht es da schon lange nicht mehr  zu: An wettertechnisch schönen Fasanchtsdienstagen ist in der Ochsengasse vor dem Adler und dem Baggestoos der Bär am steppen! Zahlreiche Tambourengruppen stehen da und trinken ihr Bier. Ein paar Pfyffergrüppli wagen sich dazu. Zwei Guggen liefern sich einen Battle und es hat Tausende von Zuschauern. Auf dem Claraplatz braucht es bald einen Verkehrsschugger um die grossartigen Guggenformationen in die richtigen Strassen zu lenken. Bei Charly im Yysebähnli sitzt man doppelstöckig und im Schoofegg dürfte niemals ein Feuerpolizist in die Nähe kommen. Da sind oft mit Sicherheit mehr als Hundert Menschen in dieser kleinen Beiz. Und dann kommt die Gugge, die sich mit Tuba und Schlag noch dazwischen klemmt. Und die Gugge, die es nicht stört, wenn es grad kein applaudierendes Publikum hat, zieht durch die Gassen vom Glaibasel und lässt es krachen!

Im Volkshaus ist Stimmung pur und über der Rätzstadt fliessen Menschenströme von und zur Wagenausstellung – weil dort werden private Feten gefeiert… Zugegeben: Auf dem Messeplatz ist tote Hose. Aber im Gundeli ja auch.

Ich bin seit Jahren regelmässig für fasnacht.ch im Glaibasel und man könnte Seiten füllen mit Geschichten aus dem minderen Basel. Es zerbrechen Ehen, es entstehen Freundschaften, es werden Geschäfte eingetütet und es wird wacker konsumiert, es werden Lieder gesungen und viele Wilde Schnitzelbängg beginnen ihren Fasnachtsdienstag im Glaibasel. Klar: Für einen Stammverein mit einer Zyschtigslambbe hat es im Glaibasel wenig Zuschauende. Aber dafür wird dort gefeiert, mit Bier und Schnaps. Währenddessen im Hotel Basel wohl eher «dr Wyss mit Lääberli» genossen wird.

Also: Das fasnächtliche Glaibasel lebt vorläufig noch! Man muss nur wissen wo!