Fasnacht 2018 (I): Cortège wie gewohnt und Nachwuchsarbeit in Zürich

2. Februar 2018 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Wenig Neues und gar nichts Revoluzionäres konnte das Fasnachts-Comité an der traditionellen Medienkonferenz zum Ablauf der Fasnacht 2018 erzählen. Neu sind im wesentlichen nur die bereits bekannten Ruhezonen für gestresste Rösser. Unerhörtes gibt es dafür einige Zeit nach den „Drey scheenschte Dääg“: Die „Erschti Leggzioon“ geht nach Zürich.

von Links: Bruno Kern (Ressort Strassenfasnacht), Christoph Bürgin (Obmann) und Pia Inderbitzin (Nachwuchsförderung) vom Basler Fasnachts Comité.

Christoph Bürgin (Obmann) und Pia Inderbitzin (Nachwuchsförderung) vom Basler Fasnachts Comité.

von Links: Christoph Bürgin (Obmann), Bruno Kern (Ressort Strassenfasnacht) und Pia Inderbitzin (Nachwuchsförderung) vom Basler Fasnachts Comité.

462 Einheiten werden die Fasnacht 2018 bestreiten, im Vergleich zu 2017 sind es am Cortège zehn Einheiten mehr, rechnete Comité-Obmann Christoph Bürgin vor. Eine Zunahme ergab sich bei den Gruppen (66, +4), Chaisen (20, +3) und Einzelmasken (12, +4). Die starke Verminderung bei der Kategorie „Junge Garden und Binggiszüli“ von 60 auf 49 schon 2017 ist rein rechnerisch bedingt: Das Comité zählt seit nur noch Binggiszügli, die allein laufen.

Bürgin lobte die Einhaltung der Verdunkelung am Morgenstraich. Trotzdem wolle man eine frühere Aktion gegen die wenigen, welche montags um vier Uhr keine „Licht-Disziplin“ halten, wiederholen: Zweierteams mit schwarzen Plastikfolien werden zum Abkleben „sündiger“ Lichtquellen unterwegs sein: „Damit merken die betreffenden Geschäftsinhaber wenigstens, dass sie etwas falsch gemacht haben, und ändern ihr Verhalten künftig.“

Das Comité ist zwar nicht die Organisatorin der Fasnacht, sondern „nur“ des Cortège, erinnerte Bürgin. Das letztjährige Problem mit der Grünpfahlgasse, wo Aktive im vergangenen Jahr angepöbelt wurden. Man hab das Problem aber mit der Polizei und den Verantwortlichen des dort ansässigen Lokals diskutiert und hoffe auf eine Deeskalation im 2018.

Beim Cortège – so der Verantwortliche Bruno Kern –bleibt das Konzept im wesentlichen gleich wie letztes Jahr, da es sich bewährt habe. Beibehalten werden dieselben Comité-Standorte am Steinenberg, auf der Wettsteinbrücke und in der Clarastrasse sowie der Kontrollpunkt an der Schifflände.

Als wichtigen Punkt nannte Kern, dass man um 13.30 Uhr auf der Route bereitstehen soll: „Wenn man dann erst einsteht, gibt es Verzögerungen und schon haben wir die ersten Staus.“ Für Formationen mit Tieren gibt es spezielle Pausenzonen, teilweise auch mit Heu. Kern bittet speziell um Respekt gegenüber Tieren, „wobei dies gegenüber Menschen auch nicht schadet“.

Am Dienstag wird die ebenfalls schon bestens verankerte Wagen- und Requisitenausstellung auf dem Kasernenareal. Ein Besuch lohne sich immer wieder, warb Kern, da viele Wagencliquen sich Spezielles einfallen liessen, vor allem in kulinarischer Hinsicht. Dazu kommt die Chaisete, die am Mittwoch um 17.30 Uhr vor dem „Troi Rois“ stattfindet.

Als intensives Jahr bezeichnete die Nachwuchsverantwortliche beim Comité Pia Inderbitzin die letzte Zeit. Elf Klassen mit ca 220 Kindern konnten in ihren Schulhäusern Larven kaschieren. Auch damit werden die Jungen für das Kulturgut Fasnacht interessiert, genau wie mit der Fasnachtskiste, die nun in allen Schulhäusern angekommen ist. Und – oh Schreck – die Nachwuchsarbeit geht in diesem Jahr bis nach Zürich. Als Gastkanton beim Sächsilüüte bespielt Basel den Lindenhof und bietet auch dort eine erste Lektion in Fasnacht.

Am Samstag nach der Fasnacht findet die „Erschti Leggzion“ aber mit Zelt wieder auf dem Barfüsserplatz statt. Man kann dort erste Versuche auf dem Piccolo oder auf dem Böggli unternehmen, sich als Laternenmaler versuchen und vieles mehr: „Die Jungen Garden lassen sich immer viel einfallen an ihren Tischen.“Wie jedes Jahr auch Laternenausstellung auf dem Münsterplatz mit Festzelt. Wer bislang keine Gelegenheit hatte, sich mit der „Blaggedde“ einzudecken, kann dies spätrstens dort tun. Kern erinnerte daran, dass die Plakette der Eintrittspreis für all die tollen Elemente der Fasnacht ist, „und zwar die mit dem Couvert“. Hier zählt also nicht der olympische Gedanke…