Kinder-Charivari 2018: „e kalti Fasnacht“

27. Januar 2018 | Von | Bilder: Michaela Brosig | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Von Jugendlichen für Jugendliche geschrieben, aufgeführt und hervorragend umgesetzt. In einer für Kinder angenehmen Länge – so muss das Kinder-Charivari sein. Das diesjährige Programm unter dem Titel «d‘ Yysfasnacht» erfüllte alles und darf als sehr erfolgreich bewertet werden.

Nach der obligaten Begrüssung durch den Obmaa Bernhard Stutz tauchte man ein in ein wunderschönes Bühnenbild (Christoph Knöll), welches das Münster mit der Pfalz darstellte und schon war Fasnacht angesagt. Die Jungi-Garde Schnoogekerzli betraten mit einem „Ryslaifer“ die Bühne. Eine kalte Fasnacht war angesagt. Bei minus 15 Grad muss von Zeit zu Zeit ein Halt zum Aufwärmen eingeplant werden, sonst wird der Plausch schnell zum Frust. Da die liebe Stephanie (Victoria Mutschler) sowieso dringend aufs Klo musste (wie übrigens laufend im Programm…), ordnete die Kleinste der Clique, Lara (Julia Paulin) einen Halt im nahe gelegenen Cliquenkeller an. Was übrigens diese Lara im Laufe des Programms zeigte war bemerkenswert. Eine zierliche Stimme und trotzdem wurde sie bis auf den Balkon sehr gut verstanden, tolle Leistung.

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Zur gleichen Zeit hörte man die ersten Klänge von „d Venus vo Bümpliz“ und d Räpplispalter füllten mit 25 Mann die Bühne aus und dann war auch bei ihnen Pause. Mein Sitznachbar, der sechsjährige Lukas, meinte dazu: „warum machen die auch schon wieder Pause?“

Das sich dann Clique und Gugge im Keller treffen ist nicht unüblich, dass aber alle „heissi Schoggi“ trinken ist darauf zurückzuführen, dass es eben alles Jugendliche waren. Nur der liebe Fabian (Lorenzo Maiolino) bestellte, mit Ovo Mütze, jederzeit eine Ovo. Alleine dieser Dauer-Gag hätte es verdient, dass Ovomaltine nächstes Jahr als Sponsor auftritt. Die Gugge hätte sicher auch gerne etwas Härteres getrunken. Es konnte nämlich nach der langjährigen Stamm-Gugge „Barbarossa Binggis“ keine weitere Nachwuchs-Gugge für dieses Jahr gefunden werden. Bei den Räpplispalter sah man einige graue Haare unter den Aktiven.

Der übliche Konkurrenzkampf zwischen der Clique und der Gugge im Cliquenkeller endete mit einem grossen Donnerknall. Als dann der erste Schreck vorbei war und alle nach draussen schauten wurde klar, dass alles eingefroren war – keine Fasnacht mehr, alles erstarrt.

Die Einzigen übrig gebliebenen aktiven Fasnächtler waren die Clique und die Gugge im Keller. Da muss wohl die Schneekönigin (Matthias Thalmann) ihre Hände im Spiel haben. Diese Dame ist sehr konservativ und die Tante von Max (Lucien Jaskulski). Mit Max zusammen war nun ein dringender Besuch bei „Madame Neige“ angesagt. Fasnacht wird zu Ehren der Schneekönigin durchgeführt und nicht für ihre Schwester, die Frau Fasnacht, meinte sie. Die Schneekönigin hat eine hohe Meinung von sich selbst und erklärt der Abordnung, dass sie einen Zauber ausgesprochen habe und darum alles vor Kälte erstarrt sei. Die Frage „wie heisst der Zauber?“ leitete in die Pause über. Lukas fragte: „ist jetzt auch für mich Pause?“

Nachdem Lukas seine Pause bekommen hatte, waren Weltmeisterinnen auf der Bühne. Zu rassigem Sound wurde getanzt und zwar Steptanz der Extraklasse. Das Tanzwerk Basel zeigte eine hervorragende Show und demonstrierte nachhaltig, warum einzelne Mitglieder der Gruppe Weltmeister im Steptanz wurden.

Es ist sicher ebenfalls zu erwähnen, dass im Ensemble zwar keine Weltmeisterin, aber dafür die aktuelle und zweifache Pfeiferkönigin Valeria Balmelli, als Paula mitmacht.

All das konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Zauber gefunden werden musste und das innerhalb von fünf Tagen. Es begann eine hektische Suche bei dem verschiedene Rätsel gelöst werden mussten. Jonas (Etienne Bumann), der Butler der Schneekönigin half der Gruppe immer wieder mit Tipps weiter. Mutter Helvetia wurde besucht und da der Waidling auf dem Rhein festgefroren war, wurde der Bach kurzerhand mit Schlitten überquert, immer auf der Jagd nach dem Zauber.

Irgendwann war man wieder im bekannten Cliquenkeller angelangt und der Zauber wurde mit einem Donnerknall aufgelöst, ohne dass die Schneekönigin beleidigt war. Selbstverständlich wird hier die Lösung nicht verraten. Mit einem „z Basel am mym Rhy“ von Clique, Gugge und vom ganzen Saal lauthals mitgesungen, wurde das Finale eingeläutet. Erstaunlicherweise kannte auch mein sechsjähriger Sitznachbar den Text!

Neben den oben erwähnten Akteuren dürfen weitere Mitglieder des Ensembles nicht vergessen werden, welche ebenfalls ihre Rollen toll interpretieren: Betty Sereina Weissen, Caroline Fiona Benz, Luzius Maurus Voltz, Sophie Nora Rinaldi, Aurelia Muriel Bossart, Siri Valentina Braun.

Im Rahmen einer Maturarbeit hat Mia Kirsch das Stück für das Kinder-Charivari geschrieben. Warum sie für ihr Erstlingswerk die Bestnote bekam ist nach der Premiere klar. Mit Unterstützung von Christoph Knöll und Jacqueline Christ-Knöll ist ein tolles Werk entstanden. Nicht vergessen darf man Lara Schenk und Ramona Schwarz welche Regie führten und das Ganze auf die Bühne brachten. Für die Musikalische Leitung war Philipp Gallacchi zuständig. 

Es war meistens kalt am diesjährigen Kinder-Charivari, es kann aber wärmstens empfohlen werden.

Abschlusskommentar von Lukas „mega cool gsi“

 

KINDER-CHARIVARI 2018: «d‘ Yysfasnacht».

Theater Basel, Kleine Bühne

Vorstellungen

Sonntag, 28.01.2018 – 11:00 & 14:30 Uhr / Samstag, 03.02.2018 – 14:00 & 17:00 Uhr / Sonntag, 04.02.2018 – 14:00 Uhr

Vorverkauf und Preise

Vorverkauf Ort    Theaterkasse, Migros Claramärt, M-Parc Dreispitz / Preise pro Ticket  Fr. 15.-  / mit Familienpass Fr. 12.- (solange Vorrat)