Fasnachtskiechli 2018; Zrugg zu de Wurzle

20. Januar 2018 | Von | Bilder: Michaela Brosig | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Im Theater Scala in der Freie Strasse, feiert Almi und Salvi mit der 11. Ausgabe ihres Fasnachtskiechli, eine grossartige Premiere und ernten für ihre Darbietung Beifallsstürme und stehende Ovationen. Die diesjährige Ausgabe kommt mit weniger musikalischen Nummern aus und konzentriert sich auf das Kerngeschäft der beiden Komödianten… „ebbe.. zrugg zu de Wurzle.“

Nachdem die Jubiläumsausgabe des Fasnachtskiechli im 2017 unter der Mitwirkung der Dani Sparn Band sehr musikalisch daher kam, sind es in diesem Jahr wieder die altbekannten und sich bewährten einzelnen Nummern, welche in sich abgeschlossen sind.
Wer Renato Salvi seit dem letztjährigen Fasnachtskiechli nicht mehr gesehen hat, wird sich verwundert die Augen gerieben haben. Da steht ja nur noch ein halber Salvi oder die Kostümschneiderin konnte viel Stoff sparen konnte man vernehmen. Ja, Renato hat im vergangenen Jahr einiges an Körperfülle abgenommen und die Sticheleien, die in den vergangenen Jahren immer wieder ins Programm mit eingebunden wurden, fehlen daher komplett.

Abgenommen hat sein schauspielerisches und komödiantisches Talent indes keineswegs und Almi steht ihm in nichts nach. Das Fasnachtskiechli 2018 ist gespickt mit deftigen Sprüchen, bewusst überspitzten Darstellungen, verbalen Seitenhieben in alle Richtungen, aber auch einer nachdenklichen Nummer, die unter die Haut geht.

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

Fasnachtskiechli 2018

 

Die erste Nummer zeigt den Endstreich eines Pfeifers und einem Trommlers, welche in ihrem raketenmässigen Kostümen über die aktuelle Fasnacht und ihre Cliquenkollegen herziehen. Eine Situation, welche sicherlich ein jeder Fasnächtler schon erlebt hat und sich schlussendlich gleichwohl alle in den Armen liegen und sich gegenseitig zu einer prächtigen Fasnacht gratulieren.
Wie integriert man die Inserenten in den Text für eine Vorfasnachtsveranstaltung? war der nächste Programmpunkt. Der Kreativität sind diesbezüglich keine Grenzen gesetzt, wie Almi und Salvi mit ihren Wortspielereien hier grandios aufzeigen.

Köstlich auch die Nummer, bei welcher die Beiden als „zwai älteri Gumsle“, natürlich zu spät kommend, die Vorstellung in der einzigen Loge im Theater beäugen wollen. Danach werden die unsäglichen Baustellen in Basel zum Thema. Dieser Programpunkt endet mit einem Fasnachtsmarsch, welcher Almi auf dem Bauhelm mit Hammer trommelt, während der darunter befindende Salvi dazu pfeift! Danach steht der Tisch im Vordergrund und man kann sich vergegenwärtigen, wieviele Tische es eigentlich gibt. Eine wirklich typische Almi-Salvi Nummer die von ihrem Wortwitz, ihren Gesten und der Sprache lebt. Ein Brüller.

Zwai Schwoobe, die im 8er Tram von der Basler Fasnacht zurück nach Weil fahren und eine Nummer die in der Apotheke einen Fasnachtsallergiker kurieren soll, bilden die beiden nächsten Programmpunkte, bevor Salvi auf einem Stuhl sitzend, als „Zeedelschryyber“ seine langsam fortschreitende Demenz erkennt und deren Auswirkungen aufzeigt. Eine sehr einfühlsame Nummer, brilliant vorgetragen  und wer einen Lieben in der näheren Verwandtschaft hat, der dieses Schicksal teilt, hat sicherlich mehrmals leer geschluckt.

Dass er an einer solchen Nummer bastelt, hat mir Almi bereits im Sommer zugesteckt. Die Rede ist von einem überdimensionierten Rad, an welches er mit seiner Trommel angeschnallt ist. Alsdann beginnt er mit einem Trommelmarsch und gleichzeitig fängt sich das Rad an zu drehen. Er trommelt jedoch unbeirrt weiter und lässt sich durch die Rotation nicht aus dem Konzept bringen. Ein prima Einfall und schön umgesetzt. Dass er jedoch die Pause noch immer angeschnallt und auf dem Kopfe hängend verbringen soll, damit hat er sicher nicht gerechnet.

Nach der Pause erwartet das Publikum die erste türkische Vorfasnachtsveranstaltung; „das Erdoganerli.“ Alles was ein solcher Anlass beinhalten muss wird aufgefahren, ein Waggis der intrigiert, ein Schnitzelbänggler der versucht Verse vorzutragen und sogar eine Guggenmusik! Alles in einer natürlich bewusst übertriebenen Form und dem Klischee von türkischstämmigen Personen entsprechend auf die Spitze getrieben. Das Publikum hatte Riesenspass.

Alsdann bekommen auch die Schnitzelbänggler ihr Fett weg. Wie es sich beim Warten vor dem Auftritt in irgend einem Basler Restaurant abspielen kann und vermutlich auch wird, ist hier lustig dargeboten. Eine ganz tolle Nummer. Danach hat sich der Wilde Mann auf dem Rhein verfahren und ist bis nach Deutschland abgetrieben. Was als Monolog mit Almi beginnt, komplettisiert sich mit Salvi als Deutschen Polizisten (ohne Pickelhaube) zu einem veritablen Wortgefecht. Wirklich hervorragend vorgetragen!

Wenn der Vater mit dem Sohne oder wie sage ich es meinem Kinde? Ein Aufklärungsgespräch, bei welchem einmal nicht die Bienen und Blümchen im Vordergrund stehen, sondern Räppli, Mimosen und Riebli, als Anschauungsobjekte für den Sexualkundeunterricht hinhalten müssen. Ganz toll.

Vor dem Morgestraich als Schlussnummer, wird es zuvor nochmals musikalisch. Zwei „Büürli“ aus dem Oberbaselbiet singen lauthals den Titel: „Bi e Alien… e Rambass in Basel-Stadt“, zur Melodie von Sting „Alien in New York“. In der Folge werden alle Gäste aus dem Baselbiet aufgefordert beim Refrain mitzusingen und da wird mir als Basler bewusst, dass ich schon fast ein Alien in meiner eigenen Stadt bin.

Die sehr kurz gehaltene Schlussnummer, die sich 5 Minuten vor dem Morgestraich befindet, schliesst eine tolle Vorfasnachtsveranstaltung ab. Auf der Bühne befinden sich dann die beiden Hauptdarsteller sowie die beiden Statisten Däni Roth und Jürg Schwald, welche auch als Kulissenschieber im Hintergrund oder in dieser Spielzeit im Vordergrund ihre im Schwarzlicht leuchtenden, weissen Handschuhe lustig über die Bühne manövrieren. Die Bühne indes ist nicht üppig, aber mit immer neuen übergrossen und wunderschön bemalten Tafeln, ausreichend ausstraffiert.

Fasnachtskiechli 2018
Almi und Salvi in absoluter Hochform. Das Programm überzeugt mit enorm viel Witz. Sie nehmen wie gewohnt kein Blatt vor den Mund und setzen zu einem Rundumschlag an, bei welchem viele Gruppen, bekannte Persönlichkeiten oder Landesteile ihr Fett abbekommen.  Ein komödiantischer Abend, wie man es sich wünscht und man von den beiden „Spassveegeli“ erwarten darf, kurzweilig, lustig, aber auch nachdenklich und hoch professionell. Ich habe während der gesamten Vorstellung nicht einen Versprecher oder Aussetzer wahrgenommen… BRAVO

Es het noo Tickets:
Premiere ist am Donnerstag   18. Januar  20 Uhr, Derniere am Samstag, 10. Februar. Eintrittspreise CHF 65.- p.P., CHF 60.- p.P. für AHV/IV, Studenten, Schüler und Gruppen ab 10 Personen. Ticketvorverkauf www.starticket.ch oder an jeder bekannten Vorverkaufsstelle in der Region. Die Abendkasse am Scala Basel ist an den Spieltagen jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Die weiteren Informationen finden sich unter www.fasnachtskiechli.ch.