Mimösli 2018: im Wilden Westen!

11. Januar 2018 | Von | Bilder: Beat Schwald | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Am diesjährigen Mimösli dreht sich alles um das Thema «Wild West Basel». Im Wilden Westen wird vielfach scharf geschossen und am Mimösli 2018 war die Trefferquote sehr hoch, das heisst eine mit diversen Höhepunkten gespickte Vorfasnachtsveranstaltung feierte erfolgreich Premiere.

Es war alles da was ein unterhaltsames Mimösli garantiert. Im musikalischen Teil mit überraschenden Auftritten diverser Akteure und im Wortteil mit dem bewährten Ensemble, sowie zwei routinierten Schnitzelbank-Gruppierungen.

Zahlreiche prominente Persönlichkeiten von Arthur Cohn über Bo Katzmann, Florian Schneider, Carlo Conti, „Karli“ Odermatt bis zu Joël Thüring, um nur einige zu nennen, erwiesen dem Mimösli die Ehre. Sie alle, wie auch die anderen Besucher durften den absoluten Höhepunkt bereits im ersten Teil des Programms erleben. Was unter dem Titel «Piccorälle – zämme goods besser» geboten wurde, war einmalig in dieser Art.

Unter der Leitung von Henryk Polus, dem Chordirektor des Theater Basel singt ein Quartett, welches sich aus den Reihen des Extrachores vom Theater Basel rekrutiert, unter dem Namen «Forellen». Zusammen mit Heinz Wirz und der Pfeifergruppe «piccognito» hat Henry Polus ein Medley aus Piccoloklängen mit Gesang erarbeitet, welches hier seine Uraufführung feierte.

Die Rialtobrücke in Venedig und davor singt das Quartett, begleitet am Klavier. Schon alleine diese tollen Stimmen vor dieser Kulisse lassen einem träumen und plötzlich erscheint die Pfeifergruppe «piccognito» und ein Medley aus Piccoloklängen und Gesang entwickelt sich. Im Hintergrund wechseln wunderschöne Bilder von Venedig und Basel in Rhythmus des Wechselspiels Piccolo und Gesang ab. Ein wunderschönes Miteinander, mit einem Zusatzpunkt für die eine Sängerin, welche ein Piccolo in die Hand nimmt und zeigt, dass sie auch das beherrscht. Wenn man gesehen hat, wie die beiden Formationen harmonisch verschmelzen, versteht man den Titel «zämme goods besser» – chapeau.

Auch der Prolog war optisch eine Augenweide. Ein Apéro im Hof des Rathauses und das ganze Ensemble (Häbse H.J. Hersberger, Dani von Wattenwyl, Hedy Kaufmann, Nicole Loretan, Carlos Amstutz, Maik van Epple, Michael Eckerle) festlich gekleidet an den bei diesen Anlässen üblichen Stehtischen. Alle Themen welche in jüngster Vergangenheit bewegten wurden humorvoll kommentiert. Nichts wurde verschont: Christian Constantin, selbstfahrende Auto, Federer, die neuen Strassenschilder, die neuen Tramstationen, Banken, Stücki, Wessels etc. Jetzt ist auch klar warum Gratispumpstationen abgelehnt wurden – es hat schon genug Pumpen im Rathaus.

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

Mimösli 2018

 

Neben diesem Auftritt brillierte das Ensemble im zweiten Teil bei der Nummer unter dem Titel „Wessel’s Tram Company“. Die ewig junge Hedy Kaufmann sitzt in einem Polstersessel und liest ein Märchen vor. Am Lagerfeuer sitzen die drei Indianer (Häbse, Carlos Amstutz und Dani von Wattenwyl) und parlieren auf elsässisch bis Wessels auf einem Esel einreitet und ein Projekt vorstellt. Ein Stall für eine Million soll gebaut werden um die Pferde einzustellen, wenn man mit dem grünen Donnervogel in die nahe gelegene Stadt fährt. Zufälligkeiten zum aktuellen Zeitgeschehen sind beabsichtigt.

Auch als rücksichtslose Velofahrer beim Nachsitzen im Verkehrsgarten oder als Zuschauer beim Stadtlauf wurde gezeigt, was den Basler bewegt, was ihn geärgert hat und worüber er gelacht hat. Dass das Ganze professionell umgesetzt wurde versteht sich bei diesem Ensemble von selbst.

Sicher nicht vorstellen braucht man «Stickstoff», eine seit Jahren über alle Grenzen hinaus bekannte Formation, als sicherer Wert am Mimösli. In der ersten Nummer zeigten sie ihr Können zusammen mit «piccognito» mit dem „Rossbolle“ und das trommlerisch hohe Niveau wurde mit der Solonummer „dr Drummler“ unter Beweis gestellt. Ganz anders tönte es nach der Pause bei ihrer Lichtshow mit Tempo, modernen Beats und spektakulären Visuals. Hier liessen sie ihre beleuchteten Trommelstöcke wirbeln. Auch diese Formation kann unter Volltreffer abgebucht werden.

Neben den Darbietungen mit «Stickstoff» oder den «Forellen» hat «piccognito» mit dem Stück „Synkopia“ (schöne Lichteffekte) gezeigt, auf welch hohem Niveau sich diese Pfeifer, von Thomas Weber betreut, bewegen.

Einmal mehr vertrauen die Macher des Mimösli auf die beiden „Stamm“-Schnitzelbänke. Dass das richtig ist, zeigen die Beiden nachhaltig. «S Bangg-Ghaimnis» melodiös und gesanglich top, auch optisch eine Augenweide mit ihren bekannt schönen Helgen. Ganz toll die Verse zur Mohrenkopfdebatte, metoo, Wessels und Dr. Federer. Bereits in Form ist auch «S’spitzig Ryssblei». Bei den Versen über die Online Bestellungen, metoo, YB, Trump oder sehr aktuell FCB, wurde es laut im Saal. Der obligatorische Hundeli, Rundeli Värs durfte natürlich nicht fehlen.

Der Bereich Guggenmusiken wurde durch die «Horburg Schlurbis» (ab 27. Januar «Missionare») abgedeckt, welche in angenehmer Lautstärke einen soliden Auftritt hatten. Sauber, gekonnt und ohne riesige Spezialeffekte.

Die Einleitung zur ebenfalls traditionellen Schlussnummer machte wiederum das Ensemble welches in einem Country Saloon (wunderschöne Kulisse) stand und über dies und das diskutierte und ein Problem mit dem Veloständer von Wessels lösen musste. Die Tischordnung wurde ebenfalls besprochen und festgestellt, dass Wessels und Ackermann an einem Tisch nicht unbedingt optimal wären.

Und dann kam sie, die Powerfrau aus der Country Szene, die First Lady of Swiss Country Music – Suzanne Klee. Sie legte los und man wähnte sich in einem Country Konzert der Extraklasse. Die Band mit Heinz Wirz, Stephan Felber, André Gärtner und David Nüesch begleitete den Stargast hervorragend und einmal mehr wurden auch hier «piccognito» eingegliedert. Obwohl schon über dreissig Jahre im Geschäft versprüht Suzanne Klee mit ihrer positiven, gewinnenden Art den Geist der Country Music. Ein Stargast welcher seinem Namen alle Ehre macht.

Schon ertönte das Mimösli Lied vorgetragen vom Ensemble. Ein kurzweiliges, qualitativ gutes Mimösli, welches alle Elemente beinhaltete, ging zu Ende. Hanspeter Wessel wurde nicht gesehen, aber er schwebte den ganzen Abend über der Veranstaltung!

 

Mimösli 2018 im Häbse-Theater bis 10. Februar

Noch vorhandene Eintritte sind zu erwerben unter www.haebse-theater.ch / www.starticket.ch oder via Kasse: +41.61.691.44.46.

Neben herkömmlichen Tickets stehen zusätzlich noch Hospitality-Plätze (Comfort-Bestuhlung und All-Inclusive) zur Verfügung. Tickets sind erhältlich unter: hospitality@haebse-theater.ch