Pfyfferli 2018; Nicht nur UNESCO!

6. Januar 2018 | Von | Bilder: Beat Schwald | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Als erste Vorfasnachtsveranstaltung unter dem Banner des UNESCO-Weltkulturerbes, startete das Pfyfferli 2018 mit einer formidablen Premiere. Wer auf Grund der Ankündigung von Caroline Rasser Angst hat, dass es sich nur um die UNESCO dreht, kann getrost Aufatmen. Dem ist nicht so! und es wartet eine veritable Überraschung!

Die Fasnacht als UNESCO-Weltkulturerbe ist natürlich thematisiert und findet im Prolog seine Wertigkeit mit dem Ensemble, welches Fahnenschwenkend die Aufnahme in die Liste dieses Kulturhonorats feiert. Sofort findet man jedoch wieder zurück zu den eigentlichen fasnachtsspezifischen Grundtugenden und so ziehen sie über diejenigen Protagonisten her, welche im vergangenen Jahr in Basel und der Welt für Aufsehen gesorgt haben. Der vorab ebenfalls bereits angekündigte rote Faden, welcher durch das Programm führen soll, bezieht sich jedoch auf die neuen Töne im Pfyfferli 2018. Für diese ist der Jazzmusiker George Ricci verantwortlich. Der Klarinettist und Saxophonist unterstützt in verschiedenen Programmteilen, Daniel Wittlin am Piano, die Pfeifer- und/oder Trommelformationen, das Ensemble oder tritt als Lückenfüller zwischen den Nummern auf. Ein musikalischer Farbtupfer, welchen man so im Theater Fauteuil, während eines Pfyfferli noch nicht gehört hat.

Was das Pfyfferli zum Bijou der Basler Fasnacht macht, sind die Geschichten, welche vom hervorragenden Ensemble, Caroline Rasser, Salomé Jantz, Myriam Wittlin, Roland Herrmann und David Bröckelmann auf der Bühne umgesetzt werden. „Wär s glaubt wird Säälig“ aus der Feder von Stefan Uehlinger als Einstieg. Zwei Nonnen und zwei Muselmänner die untypischer Weise aus dem Baselbiet und dem Berner Oberland stammen, versuchen auf dem Claraplatz ihre jeweiligen heiligen Schriften an den Mann resp. Frau zu bringen.
„Dr Joomeri vo dr Hüfetschanz“, eine Paraderolle für den grossartigen Roland Herrmann, der als Bettelarmer Baselbieter Bauer im Hühnerstall träumt; „wenn y aimool Ryych wäär!“
Die reiche, etwas versnobte „Dame vom Daig“ (Caroline Rasser) mit ihrem Hund Alain, die mit Spam-Mails und der political correctness hadert.
Schliesslich „Katerstimmung“ nach der Sujetsitzung, welche sogar rappender Weise von David Bröckelmann, Salomé Jantz und Myriam Wittlin prima umgesetzt wurde.

Völlig überraschend taucht alsdann auch noch dr Peperoni in der Szenerie auf! Im Rahmenstück „Stalldrang“ wo sich das Ensemble zur Klausur auf einem Bauernhof im Baselbiet trifft, tritt der bekannte, nach 30 Jahren singen zwischenzeitlich fasnachtspensionierte Schnitzelbänggler, aus dem Stall hervor. Die Pfyfferli-Schauspieler versuchen indess die prominenteste Basler Kuh zum Weitermachen zu bewegen. Soviel sei hier verraten: das wird sie nicht! Eine wunderbare Homage an dr Peperoni und für ihn die Gelegenheit einem breiten Publikum nochmals „Aadiee mitenander“ zu sagen.

Pfyfferli 2018

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Nach der Pause findet sich das Publikum erneut in einer Glanznummer des diesjährigen Pyfferli wieder. „Ghaimrezäpt zem Haimetsaich“ aus den Federn von René Glaser und Michael Luisier, ist eine meiner Lieblingsprogrammpunkte in diesem Jahrgang. Das Ensemble in Hochform, die Thematik Städtisch-Schweizerisch und auch musikalisch einwandfrei umgesetzt, sprüht es vor Witz, Sarkasmus und Selbstironie. Bravo!

Beim Besuch der „Eehrezunft zem Schlisselloch“ fanden sich bestimmt einige Premierenbesucher in ihr eigenes Zunftleben versetzt. Die gelebte Überförmlichkeit wird hier vom schnell gealterten Ensemble gnadenlos dargestellt. Die Handschrift von Alexander Sarasin ist unverkennbar.

Gewollt provokant kommt das letzte Stück daher. In dunkler Lederkluft gehüllt und mit auffälligen Armbinden versuchen zwei „Fasnachtsschugger“ einen Waggis, wegen seinem angeblich fasnächtlichen Fehlverhalten zu eine Geständnis zu drängen. Es wird sogar auf Folter zurückgegriffen. „Mer könne au anderscht“ von Michael Luisier, ein Programmpunkt bei welchem man nochmals herzhaft Lachen kann.

Mit dem Epilog „Ab uff d Gass“ endet das Pfyfferli 2018. Ein Pfyfferli, welches auf bewährte Komponenten vertraut, die auch in diesem Jahr glänzend funktioniert haben. Mit dem Gewinn von Felix Rudolf von Rohr als weiteren Schreiberling, ist ihm ebenfalls ein guter Wurf gelungen. Die Bilder von Domo Löw sind ein absoluter Hinkucker und sorgen für ein stimmiges Bühnenbild.
Die durchwegs tollen Rahmenstücke, werden von schöner Fasnachtsmusik ummantelt. An der Premiere waren dies Pfeifergruppe d Barfiessler und als Tambouren d Basilicum. “ S Ohremiggeli“,  „Let’s be & sof sof“, „Dr Ueli“ unter der Begleitung von George Ricci am Saxophon und das wunderbare „Draiörgeli“ aus der Feder von Arth Paul, wurden prima vorgetragen.

Obligat auch die beiden Schnitzelbängg. Am Premierenabend haute dr Spitzbueb dem Publikum seine fadengeraden Pointen um die Ohren und der vom Oberbaselbiet stammende Heiri, rappte bis sich die Stalltüren bogen. Beide Vertreter ihrer Zunft wussten zu begeistern. Natürlich hatten beide „Bängg“ auch einen Vers über das UNESCO-Weltkulturerbe in ihrem Repertoire und somit schliesst sich der Kreis.

 

Pfyfferli 2018:

Gemäss Claude Rasser, sind alle Tickets für das Pfyfferli 2018 verkauft.  Nichts desto Trotz:
Im Theater Fauteuil vom 5.1. bis 18.2.18. Vorstellungen von Montag bis Freitag um 20:00 Uhr, samstags um 18:00 Uhr und 21:00 Uhr sowie sonntags um 16:00 Uhr und 19:00 Uhr. Ticketpreise: Kat. I: Fr. 75.00 / Kat. II: Fr. 59.00 / Kat. III: Fr. 49.00. Vorverkauf hier https://fauteuil.showare.ch/webshop2/event/pfyfferli-2018-313 oder an der Kasse der Rasser-Theater.