Was Fasnacht, UNESCO und Bundesräte vereint

8. Dezember 2017 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Die Basler Fasnacht wurde auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Dies galt es zu feiern. Wir Basler wissen, wie man diszipliniert über die Stränge schlägt.

Die Kundenhalle der UBS am Bankverein war berstend voll. Piccolo- und Trommelklänge drangen nach draussen. Dies im Dezember. Einen Tag nach Bekanntgabe der Aufnahme auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO fand der «kleine» Apèro statt. Geladen hatte neben dem Fasnachts-Comité auch die Regierungspräsidentin. Begrüsst wurden die Anwesenden von Obmann Christoph Bürgin, der allen Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern, allen welchen die Kandidatur unterstützt hatten sowie den Sponsoren (welche den heutigen Anlass ermöglichten), dankte. Er war zuversichtlich, was die Kandidatur betraf, 95%, seien aber nicht 100%. Die vier wichtigsten Punkte für ihn, was es bringt, auf der UNESCO-Liste zu stehen sind weiter unten aus seiner Ansprache zu entnehmen. Christoph Bürgin lüftete noch ein Geheimnis: die Fasnachtsgasse wird kommen. Jedoch erst nach Umbau des Casinos, vis-à-vis vom Fasnachtsbrunnen. Es wurde im Vorfeld gemunkelt, es sei eine Sackgasse (zumindest für Fahrzeuge trifft das zu). Elisabeth Ackermann, ihr Outfit war sogar mit dem Ueligoschdym eines Tambouren abgestimmt, hielt ebenfalls eine Laudatio auf unsere Fasnacht. Wobei ihre von einer hervorragenden Rede unseres Bald-Bundespräsidenten in den Schatten gestellt wurde.

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Alain Berset gab sich die Ehre und plauderte aus dem Nähkästchen. So zitierte er die Besprechung im Bundesrat bezüglich Unterstützung wie folgt: Hejo, henai, hejo, lies s Protokoll vom Bundesroot. Er beschreibt die Basler Fasnacht als lustvolle Nüchternheit, deren trockener Humor bereits eine Kulturleistung sei. Der vor zwei Jahren besuchte Morgestraich blieb ihm als erster Apéro um 5 Uhr morgens in Erinnerung und dass die Fasnacht niemanden verschont und so zur Kultur beiträgt. Er lobte die Integration von Bebbi und Expats, von Baslern und Baselbietern. Es versteht sich von selbst, dass eine solche Rede, gespickt von Humor und Erfahrung mit Gelächter, Applaus und wohlwollendem Nicken des Publikums gedankt wurde. Danach machten die Pfeiferinnen und Tambouren der Vorfasnachtsveranstaltung «e Bsuech im Fasnachtshuus» den wundervollen musikalischen Abschluss. Schön, bereits jetzt die präzisen Töne zu hören sind (wo andernorts noch fleissig geübt wird).

Alles in Allem ein gelungener Apéro, bei welchem die Basler A-Promis mit Otto-normal-Fasnächtler redeten und sich die Fasnachtsszene bereits vor der Blaggeddenvernissage traf. Es gab sogar Besucher, welche extra für diesen Anlass aus Mexiko angereist waren. Einen Dank den Sponsoren des Anlasses und den Organisatoren.

 

Auszug aus dem Manuskript des Comité-Obmanns Christoph Bürgin,welcher dieser auf Anfrage von fasnacht.ch zur Verfügung stellte:

Jetz isch d Fasnacht uffgno – was bringts?

Für mi sins vor allem 4 Sache:

  1. Mr dörfe öbbis ganz Unbaslerisches si – nämmlig stolz, stolz ass mir e Hobby pflääge, wo nit eifach scheiaweia isch, wie mes ab und zue hört, sondern wo mondiali Beachtig het und als veritables Kulturgut anerkannt worden isch.
  2. Ich gang dervo us, ass d Basler Fasnacht für viili Lüt, au in Basel und dr Region, an Bedüttig gwünnt, wom e vilicht au emol drischnuppere oder mitmache will – luege wie das hinder ere Larve so isch oder vilicht au wider iistiige möcht. Mr mien is nüt vormache, die fätte Joor, wo sich d Glygge vo Zuestrom nit hän könne wehre, sin verbi. Ob vo de Junge bis zue de Alte, bi de Wääge oder de Gugge oder wo au immer, die meischte sin froh, wenn Lüt derzue kömme, wo das ufwändige Hobby lääbe, pflääge und sich engagiere wän. I stell mr vor, ass die Ernennig e positivi Usstrahlig het.
  3. Die Ernennig isch e Verpflichtig. Nit e Verpflichtig zum Bewahre im Sinn vo nüt ändere, sondern e Verpflichtig zum Bedingige z schaffe, ass die Tradition wyter gläbbt ka wärde. Es isch au Verpflichtig für dr Kanton und für d Stadt. Zämmearbeit vom Fasnachts-Comité mit dr Regierig und de Behörde isch sehr guet, obwohl s mängmol do und dört e bitz schwiriger wird. So wies gsi isch und jetz au no grossmehrheitlig isch, sölls und muess es au wyter go. Es isch unbestritte, ass s Fasnachts-Comité kei Subvention bekunnt, aber umgekehrt für öffentligi Leistige au nüt muess zahle. Es muess au so bliibe, ass es kei Organisatorin vo dr ganze Fasnacht git und bruucht. D Fasnacht muess über wytti Stecke unorganisiert bliibe. I hoff sehr, und i bi überzügt, ass die Ernennig zum immaterielle Kulturerb hilft, ass das au in Zuekunft, in 10 oder 20 Joor oder mehr so bliibt.
  4. Dr letscht Punggt isch mr au sehr wichtig. Fasnacht mache – heisst viil sälber mache. Larve in de Glygge sälber mache, heisst— me muess e Larveatelier ha. Latärnemoole heisst, –me muess e geeigne Ruum ha. Tolli Wääge z ha – heisst me muess e Waage neume könne baue, usw. Das bruucht Rüüm und Platz – und Rüüm, wo me muess könne zahle. Das wird immer mehr zum Problem. Es goht nit drum, ass die Rüüm sölle gratis si, aber Clique, Wääge, Gugge könne keine märktüblige Briise zahle. Dr Kanton, groossi Institutione und Gsellschafte, Firmene aber au Privati, alli, wo Rüüm hän und möchte, ass das neuschte UNESCO Kulturerb, d Basler Fasnacht, in Zuekunft so ka pfläggt wärde,  könne mit Zurverfiegigstelle vo Rüüm under moderate Mietbriise e ganz e grosse Bidraag leischte.