Ridicule: Abschiede, Neustart und eine Übernahme

8. Dezember 2017 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Am Ridicule 2018 gilt es Abschied zu nehmen von vertrauten Elementen der wohl „heimeligsten“ Vorfasnachtsveranstaltung. Dafür kommt Früheres neu wieder hinzu – und es gilt, ein „unfriendly takeover“ abzuwehren.

„Dafür haben unsere Auftretenden auch immer wieder grosse Lust, auf die Bühne zu stehen“, so beschreibt Helmut Förnbacher einen der Vorteile, dass „sein“ Ridicule „nur“ 15 Vorstellungen hat, andere aber über 50. Trotz der wenigen Vorstellungen kommt es bei der Ausgabe 2018 aber zu einigen Trennungen. „Nur“ noch als Texter ist das Urgestein Paul Göttin dabei, aber nicht mehr auf der Bühne.

Ein letztes Mal dabei ist die Trommelgruppe Pianoforte. Wieder zurück kommt dafür Michèle Zeggari, die laut Förnbacher eine himmlische Nummer mit Anlehnung an die Vier Jahreszeiten von Vivaldi geschrieben habe. Wiederum dabei sind D Swingvögel unter musikalischer Leitung von Victor Behounek, wobei man sich neu an der doch recht schwierig tönenden Kombination von Piccolo und Waldhorn versucht.

Ridicule 2018

Kristina Nel

Ridicule 2018

Helmut Förnbacher

s’Ridicule 2017

d Giftspritzi (BSG)

s’Ridicule 2017

s’Ridicule 2017

„d Swingvögel“, unter der musikalischen Leitung von Victor Behounek, fallen durch ihre zum Teil unerwarteten Kombinationen von Piccolo mit allerlei anderen Instrumenten auf.

Unter den ausgewählten Sujets findet man zu Erwartendes wie Trump, Drämmli, Polizei oder die UNESCO-Weihe der Basler Fasnacht. Aber es gibt auch Überraschendes, etwa die versuchte Übernahme der Fasnacht durch das Münchner Oktoberfest… Und man setzt einen klaren Trend in Sachen Quotenfrauen: Verschiedene Frauenrollen werden von Männern gespielt, was Ensemble-Mitglied Kristina Nel zur verzweifelten Aussage bewog: „Jetzt nehmen sie uns auch noch unsere Rollen weg!“ Die Ridicule-Pfeiferinnen haben als Revanche dafür ihren Quotenmann entlassen und treten mit reiner Frauen-Power auf.

Nebst Neuem und Abschiednehmen gibt es auch bewährtes, was beibehalten wird. Da ist vor allem die Balkonszene mit Helmut Förnbacher und Hanspeter Stoll zu nennen. Den Part des Schnitzelbänkler versieht d Giftspritzi von der BSG.

Und natürlich alles beim alten bleibt beim Bühnenbild, an dass man sich ja auch 19 Jahre gewöhnt hat – und an die Tatsache, dass meist in den ruhigsten Piccolo-Passagen des Ridicule Güterzüge unüberhörbar durch den Bad. Bahnhof – und damit quasi über die Förnbacher-Bühne rollen. Ohne dies würde aber auch etwas fehlen…

Ridicule 2018: Förnbacher Theater im Bad. Bahnhof. Vorstellungen im Januar am 10., 12., 14., 20., 26. und 27., im Februar am 3., 4., 9., 10., 11. und 17. (sonntags um 18.00 Uhr, werktags um 19.30 Uhr). Vorverkauf u. a. bei Ticketcorner und Bider & Tanner. Tickets um Fr.60.-.