Was macht eigentlich das Comité im Sommer? (V): Vor dem Drummeli ist nach dem Drummeli

7. August 2017 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Manchmal nervt es die ganze Fasnachts-Szene, manchmal begeistert es. Auf alle Fälle: Es wird immer darüber gesprochen, über das Drummeli oder „Monstre“, wie man früher sagte. Verantwortlich dafür sind André Schaad und zu einem guten Teil auch Thierry Moosbrugger, Informationsverantwortlicher des Fasnachts-Comité.

Ein weiterer Comité-Mitarbeiter, der ebenfalls von «Ydrittsbilljé» abhängig ist, heisst André Schaad und ist, zusammen mit seinem Team (Alexander Sarasin und Robi Schärz) für die Produktion und die Durchführung des Drummelis verantwortlich. André sitzt im offenen Hemd am Tisch im Comité und erzählt aus der Welt des Drummelis: «Non em Drummeli isch vor em Drummeli», sagt er. Es sei eine strapazierte Aussage, aber sie stimme: Direkt nach dem Drummeli kommen die ersten Gedanken an die neue Ausgabe. Und kurz nach der Fasnacht treffen sich bereits wieder die Autoren und das Drummeli-Team zu lockeren Sitzungen. Das Thema ist natürlich die Ausgabe, die man soeben erlebt hat. «Aber natürlich kommen da schon die ersten Gedanken über neue Ideen». Hinzu kommen Rückmeldungen von allen möglichen «Partnern» des Drummeli. Wichtig seien die Gespräche mit dem Musical-Theater (z.B. über die Reinigungskosten in diesem Jahr….). Oder dann spricht man mal mit dem Regisseur und erkundet sein Befinden. Oder mit dem einen oder andern Cliquenobmaa, der seine Sorgen und Vorschläge abliefern will. Die ersten offiziellen und grossen Sitzungen finden dann im Mai/Juni statt, wenn sich André Schaad mit den Drummeliverantwortlichen der Cliquen vom vergangenen und später vom nächsten Drummeli trifft. «Hier geht es um die Weitergabe von Informationen, um Terminplanung und um das gegenseitige Kennenlernen sowie um das Vermitteln von Tipps für die Konzepte, die uns die Cliquen bis im September abliefern müssen.» In diesem Sinne betreibt auch André Schaad, ähnlich wie sein Kollege Kern, eine aktive Netzwerkpflege. «Das muss sein, nur so bildet sich ein Vertrauensverhältnis zu den Cliquen und zu den Partnern».

André Schaad

Im Einsatz fürs Drummeli

André Schaad

Im Einsatz auf der Strasse

André Schaad

Backstage

Eine der grösseren Aufgaben im Sommer ist das Verpflichten jener Formationen und Aktivisten am Drummeli, die nicht, wie die Stammcliquen, automatisch vor der Türe stehen: Schnitzelbängg, Gugge und Schauspieler! André berichtet, dass die Programmierung dieser Formationen kein Selbstgänger ist: «Wir wollen bei den Gugge und den Schnitzelbänggler eine gewisse Abwechslung, wir wollen Qualität und wir wollen auch etwas mutig sein! Und grenzenlose Freiheit haben wir nicht: Wir wollen auch – vor allem bei den Gugge – die jubilierenden Formationen berücksichtigen! Und beim Ensemble, das haben wir gemerkt, wird goutiert, wenn wir möglichst keine grossen Veränderungen machen». Tönt nach einer anspruchsvollen Arbeit.

An einem solchen lockeren Gespräch mit seinem Team wurde auch die Idee der kürzlich vorgestellten «Wildcard fürs Drummeli» geboren. Auch diese Aktion wird ein paar Stunden der Sommerszeit in Anspruch nehmen: «Wir müssen die eingegangen Vorschläge prüfen, mit den Formationen sprechen, die Umsetzung beurteilen und schliesslich entscheiden». André hofft auf zahlreiche Vorschläge. Angst, dass überhaupt keine Konzepte für die «Wildcard» eingehen, hat Schaad nicht: «Kann ich mir in Basel nicht vorstellen…».

Die teilnehmenden Cliquen müssen ihre Konzepte bis im September eingeben. Und dann beginnt die grosse Arbeit, sowohl bei den Cliquen, die ihre Nummern einstudieren müssen, wie auch beim Drummeli-Team, welches die Umsetzung begleitet.

Ebenfalls im Frühsommer beginnt der Kommunikationsbeauftragte Thierry Moosbrugger mit seiner Planung, wie man den Teilnehmern und dem Publikum  die kommende Ausgabe verkauft. André Schaad ist davon überzeugt, dass auch eine gute Medienpflege wichtig ist und zum Erfolg eines Drummelis beiträgt (und jetzt habe ich als Abwechslung mal ein gutes Gewissen…).

Dann wird André Schaads Gesicht etwas ernster: «Wir werden in den Sommerferien noch eine Extra-Sitzung machen um hauptsächlich zu diskutieren, wie man den internen Vorverkauf ankurbeln kann». Das Drummeli finanziert sich alleine durch die Ticketeinnahmen, man hat keinen Hauptsponsor. «Wir sind darauf angewiesen, dass Cliquen intern viele Tickets an ihre Mitglieder und Familien verkaufen! Und das grösste Zielpublikum sind die fasnachtsbegeisterten Menschen. Und die befinden sich meistens im Umfeld der Cliquen. Deshalb wünschen wir uns sehr, dass diese den Vorverkauf auch unterstützen».

Gibt’s etwas, was der Drummeli-Chef in den Zwischenmonaten nicht so gerne macht? «Was ich nicht gerne mache, aber es muss sein, sind die Abrechnungen. Was hat uns das Drummeli gekostet, wie viel haben wir mit Programmheft und Eintritten verdient. Das muss aufgehen! Und wenn etwas übrig bleibt, so fliesst das direkt in den Subventionstopf!»

Der Eindruck täuscht nicht: Das Drummeli-Team ist permanent im Einsatz. Ganzjährig. Sei es mit physischer Präsenz, beim Texte lesen oder beim Planen. Das Drummeli besteht ja auch nicht nur aus dem Programm. Es müssen die Garderoben gesucht werden, die Verpflegung muss stimmen, die Eventtechnik muss da sein (Licht, Ton), die freiwillige Helfermannschaft muss bereit stehen. Es ist – um auch wieder mit einem überstrapazierten, aber richtigen Ausdruck zu enden – eine «Riesenkiste» für André Schaad und sein Team. Wir wünschen an dieser Stelle erstmal ein «Gutes Gelingen» fürs kommende Jahr.