Was macht eigentlich das Comité im Sommer? (III): Der Cortège ist des Brunos Kern

24. Juli 2017 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Die Überschrift der dieswöchigen Folge unserer Sommer-Serie scheint etwas kryptisch? Nun, sie ist inspiriert vom Goethe-Zitat „Das ist des Pudels Kern“, wenn etwas auf deen Punkt gebracht wird. Und Bruno Kern hat vieles auf den Punkt zu bringen, als Cortège-Verantwortlicher des Fasnachts-Comités – von der Laternenausstellung bis zu den „Schysshyysli“ am Strassenrand.

Sein Ressort verspricht ein ähnliches Arbeitspensum wie bei der in der letzten Folge vorgestellten Pia Inderbitzin: Bruno Kern, seines Zeichens Lehrer, ist für die Organisation der Strassenfasnacht und die beiden Ausstellungen (Wage und Ladäärne) zuständig. Was einfach tönt – ist gigantisch und – wie bei allen Mitgliedern des Comités – ehrenamtlich. Zusammen mit seinem Sekundanten Patrice Cron ist er grundsätzlich zuständig für einen reibungslosen Cortège. Was nichts anderes bedeutet als sicher zu stellen, dass jede Fasnachtseinheit einen Startplatz hat. Oder dass es genügend Elefantenfüsse auf dem Münsterplatz hat um die Ladäärne zu beschweren. Oder genügend Schyssihyysli für die Besucher der Fasnacht. Er ist in Kontakt mit allen Ämtern in Basel und mit den Blaulichtorganisationen. Und es läuft hervorragend. Warum? Bruno erklärt, dass das eine Arbeit ist, die er gerne zwischen den Fasnachten macht: Personenpflege! Er trifft sich – auch ausserhalb der geschäftlichen Fragen – mit seinen Kontakten und vergisst niemals, ihnen für die Zusammenarbeit zu danken: «Dasch Chefsach!» Bruno ist zusammen mit Annicken Gravino und Robert Schärz zuständig für die Subventionen für die 120 Wäge. Als Chef der Jurygruppe muss er alle 120 Wägen bewerten und die Subventionen zu beantragen. Und hier macht man es sich nicht leicht: Alle Wägen werden aufgrund von 4 Fotos vom Cortère bewertet, indem man sie z.B. mit dem Vorjahr vergleicht (Isch dr Waage umbaut woorde? Oder isch är aifach numme neu gmoolt?). Dass Bruno jetzt auch noch einen neuen Comité-Fotografen sucht, ist ein Nebenjob. Ein zeitintensiver…

Bruno Kern

Bruno Kern

Bruno Kern

Weiter beschäftigt er sich mit allen Feedbacks zur Strassenfasnacht: Dutzende von Mails erreichen ihn nach dem grossen Fest. Mit Fragen und Hinweisen. Und alle erhalten eine Antwort! Dann werden – meistens im Mai – alle jubilierenden Wage-Cliquene eingeladen um sie zu ehren und ihnen zu danken. Auch eine Frühlings- bzw Sommerarbeit ist die Planung der Örtlichkeiten: Wo gibt es Hindernisse auf dem Cortège? Wann wird die Kaserne umgebaut und kann dann die Wagenusstellig wie geplant durchgeführt werden? Brunos Augen leuchten, wenn er über die Dutzenden von Aufgaben berichtet, die er und Patrice während der Sommermonate erledigen müssen. «Nur der Juli – der ist fasnachtsfrei! Dann geht’s in die Berge und ich nehme keinen PC mit!». Stolz ist er, dass er jedes Jahr in der Vorwoche der Fasnacht ins Bündnerland fährt um aufzutanken. «Wenn ich bis da nicht fertig bin mit unserer Arbeit, dann habe ich auch die Ferien nicht verdient…». Und sonst übertrage ich das einfach dem Stellvertreter. Wie im letzten Jahr, als die Polizei plötzlich eine Bewilligung für die Einfahrt der Fasnachtswagen in die verkehrsfreie Innerstadt verlangte: «Ich habe davon erst nach meiner sabbaticcal-Woche erfahren. Das ist doch einfach toll, wenn es auch mal ohne mich geht!».

Wie behält Bruno den Überblick? «Eine simple, aber grosse Excel-Checkliste – nach Monaten gegliedert!» enthüllt Bruno sein Organisationsgeheimnis. Auch bei ihm höre ich: «Als ich angefragt wurde für die Mitarbeit im Comité, habe ich zuerst intensive Gespräche mit meinem Arbeitgeber und meiner Frau geführt. Als beide zugestimmt haben, habe ich den Job angenommen!» Auch Bruno ist unheilbar an dem Fasnachtsvirus erkrankt: «Ja, die Arbeit im Comité ist mein Hobby!». Sagt`s und verabschiedet sich: «I muess no e Probleem mit de Chaise lööse». Klar, es ist ja noch nicht Juli…