Was macht eigentlich das Comité im Sommer? (II): Ist Pia Inderbitzin Frau Fasnacht?

17. Juli 2017 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Die Abteilungsleiter des Fasnachts-Comités erfüllen ihre Aufgaben in der Freizeit und haben meist ein 100%-Arbeitspensum oder sind selbständig. Wir besuchen in unserer Sommer-Serie die Statthalterin Pia Inderbitzin, die nebst der Vertretung des Obmanns auch noch das Nachwuchs-Ressort führt. Damit sind die Aufgaben ganzjährig so vielseitig, dass die Bezeichnung „Frau Fasnacht“ auf sie geradezu wie angegossen passt.

Die nächste, die sich meinem Gwunder stellt, ist die Statthalterin Pia Inderbitzin. Sie ist – zusammen mit Kathrin von Bidder Spychti (wenn ych die nit hätt!) – nebst der Stellvertretung des Obmaas für den Fasnachtsnachwuchs verantwortlich. Auf meine Frage, ob sie denn in den Monaten zwischen Ende Fasnacht und anfangs Herbst überhaupt etwas für die Fasnacht mache, lächelt sie mich mitleidig an: «Wir hatten eben eine Retraite (Klausurtagung) mit dem Comité und haben erfasst, dass jeder von uns zwischen 20 und 30 % Arbeitspensum für das Hobby «Comité» investiert!» Und weil doch viele Mitglieder 100 %-Jobs haben, kann dieses Pensum nur geschafft werden, wenn der Arbeitgeber will (oder man selbständig ist) und – das sei sehr wichtig – der Lebenspartner (oder die -in) – zumindest stark fasnachtsaffin sei: Viele der Aufgaben finden abends, über Mittag oder dann eben tagsüber statt. Pia ist auch noch in der «Besuchergruppe» für das Monschter, will heissen, sie besucht Cliquen, um ihre Produktionen für das Drummeli abzuhören. Und das geht nur abends oder sogar an Wochenenden. Als Lehrerin kann sie sich etwas richten, aber es braucht manches Opfer! «Ich kann das alles stemmen, weil ich eine fantastische Mitstreiterin habe». Kathrin von Bidder Spychti ist seit vier Jahren im Comité dabei und ist in der Zwischenzeit bei Pia im Team.

Pia Inderbitzins weitere Aufgaben in den Zwischenmonaten lesen sich wie eine Liste einer vollzeitbeschäftigten Frau Fasnacht: Nach der Fasnacht visioniert sie Cortège-Fotos von allen Jungen Garden um an einer – natürlich ganztägigen – Subventionssitzung ihre Bewertungen abgeben zu können. Dann kümmert sie sich um Projekte, die allesamt dem Fasnachtsnachwuchs dienen: z.B. die Fasnachts-Kiste für die Schulen. Oder das Larven-Kaschieren an den Schulen in Basel. Oder Kurse für Lambbe-Moole oder Schnittmusterzeichnen für Fasnachtsgoschdym! Oder alle paar Jahre initiiert sie mit ihrem Team den Monster-Kinder-Umzug. Dann arbeitet sie in verschiedenen Arbeitsgruppen. Dort ist das Projekt «die erscht Lektion» eines der grössten. Dann kommt noch eine Menge von Medienarbeit dazu (mich beschleicht kurz das schlechte Gewissen…): So filmen dieser Tage 6 TV-Leute aus Deutschland im Estrich von Pias Heim ein Interview. Oder sie gibt Auskunft an junge Menschen für ihre Matur- oder Diplomarbeiten.

Was treibt sie an, diese Arbeitsmenge zu leisten? «Für die Fasnacht zu arbeiten ist fantastisch», sagt sie. Sie verzichtete ein Jahr auf die Cliquenbesuche, weil sie etwas «kürzertreten» wollte. Und? «Ich habe es sofort vermisst», lacht sie. Und was steht an in Zukunft? «Es gibt weitere Projekte für die Nachwuchsförderung. Es gibt zum Beispiel auch Stammcliquen, die uns um Rat fragen und deren Nachwuchsproblem wir anpacken wollen.» Pia hat unser Mitgefühl. Sie bittet mich zu erwähnen, dass ihre Arbeit niemals Früchte tragen könne, wenn es nicht so viele engagierte Freiwillige aus den Cliquen gäbe, auf die sich Pia und Kathrin verlassen können: «Ich kann alles organisieren, ich finde immer wieder Fasnächtler und Fasnächtlerinnen die mir helfen. Zum Beispiel könnten wir eine solche Larvekaschier-Aktion in den Schulen niemals machen, wenn wir nicht Dutzende von freiwilligen Helfern hätten!