WuF-Schlussoobe: 2017 eine Jubiläums-Familienfeier

20. März 2017 | Von | Kategorie: Kurz & bündig

Der mittlerweile traditionelle Schlussoobe der wilden und freien Bängg im voll besetzten Keller der Alte Stainlemer/alti Garde wurde zur eigentlichen Jubelfeier. So feierte der IG-WuF-Bangg „Källerbangg“ sein 30-Jähriges Bestehen. Auf stolze 15 Jahre darf der „Knurri“ zurückblicken und der „Boodesuuri“ surrt schon seit 5 Jahren durch die Keller und Beizen. Mit der „Schlyychwäärbig“ (10 Jahre) wurde auch ein Gastbangg geehrt.

von Magnolius Tirggehoonyg

Dass der Schlussoobe der IG-WuF kein Geheimtipp mehr ist, zeigte sich an der Besucherzahl. Der Keller im schönen Haus am Nadelberg war bis auf den allerletzten Platz besetzt. Man genoss die familiäre und lockere Atmosphäre. Man wähnte sich eher an einer Familienfeier. Das liegt daran, dass man sich nicht an ein enges Ablauf-Protokoll hält und die Pausen zwischen den Auftritten für den gemütlichen Austausch zwischen den Formationen und diversen Gästen pflegt. (Die IG-WuF nennt das ‚GV‘). Dazu später mehr.

Eröffnet wurde der Anlass mit träfen Versen des „Bänggler“-Duos der gastgebenden Fasnachtclique Alti Stainlemer/alti Garde. Es folgten die Kondiggteere mit ihrer typischen Bahnhofsanzeigetafel. Sie zeigten, dass an der Fasnacht auch feine Pointen dazugehören. Dr Meggeri mit seinen zwei kecken Begleiterinnen war das erste Mal wild dabei. Dass hinter der Larve ein alter Bekannter stecken muss, merkte wohl jeder: Kurze satte Vierzeiler mit beissendem Humor.

Mit den Schottisch Halbhööch (das ist korrekt geschrieben!) trat ein echter Neuling auf. Die beiden jungen Burschen überzeugten mit sauber gedrechselten Versen und echten Überraschungspointen („Dä Herr dört wird jo root!“). Es steht also sehr gut um den Bängglernachwuchs. Der seit 15 Jahren ganz alleine weibelnden Knurri und WuFler der ersten Stunde, zeigte als erster Jubilar des Abends, dass der klassische Bangg à la Stachelbeeri noch immer das Zwerchfell kitzeln kann.

Dass hinter dem Boodesuuri ein Quereinsteiger aus der Wäägelerszene steckt, wird von Beginn weg klar. Der Boodesuuri tritt nämlich nicht auf – er zelebriert: Nach jedem Lacher beginnt er zusätzlich zu intrigieren oder mit dem Publikum Boodesuuri-Lieder zu üben. Er ist trotz seinen erst 5 Jahren ein alter Hase.

D Schlyychwäärbig (10 Jahre) als Urgestein der IG-WuF trat zum ersten Mal als Gastbangg auf. Sie verstärken seit diesem Jahr d BebbiBängg (wir gönnen es unseren KollegInnen). Ihre Verse bestechen durch die Reimform (für Insider: a-b–a-b–c-c) und die Pointen sind schlichtweg ein Sahnehäubchen. Wir verneigen uns!

Vom 32 Jahre alten – und damit drittältesten Bangg auf der Basler Piste – wurde wortwörtlich der Rahmen gesprengt. Die Antiquierten machten nämlich auch dieses Jahr die Blaggedde zum Helgen(Requisit). Und wie gewohnt krachten auch die Pointen ins Kellergewölbe. D Bebbi-Buebe (Basler Schnitzelbankgesellschaft) gehören zu den treuesten Gästen am WuF-Abend. Sie überzeugten einmal mehr mit ihren gesanglich perfekt vorgetragenen, herrlichen Spitzfindigkeiten.

Als die Besucher dann „Jä näi si, mir sy vo Zwinge…“ intonierten, war klar, dass die Rammel-Ehren-WuFler Lumpesammler den Keller rockten. Den Schluss machte der Källerbangg. Seine 21, 22, 23….Verse sind seit …28, 29, 30 Jahren legendär. Sie jubilierten nicht nur, sie brillierten auch einmal mehr.

Im familiären Teil (GV) wurde dem (einen von zweien) Malefyz-Balaari-Waggis für die Moderation des Abends gedankt. Man wanderte während den Pausen zu den anderen Tischen und pflegte oder erneuerte alte Freundschaften. Die Schoofseggel 1&2 (ebenfalls eine Wäägelerformaton) wurden säter speziell geehrt. Seit diesem Jahr darf nämlich die IG WuF während der Fasnacht ihren kleinen Cliquenkeller als Treffpunkt nutzen. Sie wurden daher zur Irtemaischterin, beziehungsweise zum Schtubeknächt der IG ernannt.

Und dass die Freundschaft zu den Alte Stainlemer ebenfalls mit einem frenetischen Applaus erneuert wurde, versteht sich von selber. Denn die IG WuF ist eben keine Schnitzelbangg-Organisation, sondern eine offene Fasnachtsfamilie. Die Austrittskollekte (der Eintritt ist seit jeher gratis) deckte die Kosten und ein „Überschuss-Batzen“ kann an die Theodora-Stiftung (Spital-Clowns) überwiesen werden.

Abschliessend das Zitat eins renommierten Schnitzelbank-Comitéler-Gastes: „Dangge vyylmool, dass y ha derfe drbyy syy. Ha my esoo wool gfyylt! Will doo isch en ächty Fasnachts-Famylie bynenander gsi!“