Eine Stadt voller Standarten!

19. März 2017 | Von | Bilder: Casper Thiriet | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Am zweiten Bummelsonntag waren zahlreiche Cliquen, Guggen und Gruppen in der Stadt unterwegs. Wer etwas auf sich hält, der leistet sich ein Erkennungszeichen, welches über das Emblem am Bandalier hinausgeht: Eine Standarte!

Unser Bummelbesuch in der Stadt beginnt mit dem Suchen der JG Basler Dybli. Wir treffen sie am oberen Ende der Freien Strasse (siehe separaten Bericht unter : E Hampfle Räppli). Die Paradestrecke am Bummel – die Freien Strasse – ist um 19 Uhr rammelvoll, ein Heer von gelb gekleideten Männer und Frauen regeln den Tram- und Cliquenverkehr und wir entscheiden uns über den Barfi in Richtung Epizentrum zu marschieren. Auf dem Barfi ein hilfloser Autofahrer, der – weiss der Geier wie – mit seinem Auto (und deutschen Kennzeichen) vor dem McDonald steht und die Konfrontation mit einer Gugge sucht. Der Polizist hilft…

Auf dem Barfi-Schriftzug steht, dass Freysinger im Wallis die Wahl verpasst hat…! Das interessiert hier im Moment keinen…  Vor dem Bruune Mutz steht der Riesenhaufen der JB Santihans. Sarina erzählt uns, dass sie den Bummeltag im Keller des Teufelhofes verbracht haben und Andi ergänzt: „Das war super. Essen, Trinken und ein paar Darbietungen und nun Gässle bis um 10!“. Wir setzen uns vor die Brötlibar und lassen die Cliquen defilieren. Dank den wunderschönen Standarten, wissen wir in den meisten Fällen, wer hier vorbeizieht. Den Anfang machen d Olymper mit ihren güldenen Kessel und dem männlich-schwarzen Outfit. Dann ziehen die Haimlifaisse vorbei, gefolgt von einem riesigen Harst: der Jungen Garde von den Schnoogekeerzli (zwei Tambourmajore erklären, warum der Haufen so riesig ist). Dann rollt die Rätz-Clique an, gefolgt von dem eher kleinen Trupp der Wiehlmys. Es folgt eine kurze Ruhe am Barfi-Anfang, was – wie in einem Flashmob – ein Jogger dazu nützt, durch die Strasse zu joggen (wie verdreht kann man eigentlich sein?). Dann ein einziger lonely Drummer. Man hört schon von Weitem wie perfekt das tönt. Die Antwort kommt in Sicht: Maurice, ein Drummelkeenig, ruesst direkt vor unseren Sitzplatz und wird mit Applaus von den Seinen empfangen. Dann die erste Gugge: D Krachschnygge mit grossem Anhang. Auch sie haben in Basel gebummelt. Zwei Soldaten, kurz vor dem Einrücken, schauen zu wie die schönste aller Standarten daher kommt. Getragen von der alten Garde Barbara-Club.

Ebenfalls ziehen vorbei der CCB (mit dem Comité-Obmaa), die Alte Garde der VKB (mit einer sehr witzigen Standarte), d Nuggispugger, die Junge Garde von der Spaale. Wir treffen noch einige Schnurebegge in der Pause, sie feiern 10 Jahre Olli als Tambourmajor.

 

 

Auf dem Märtblatz steht die Junge Garde der Junterössli. Sie waren in Muttenz und haben dort – wegen ihres Sujets –  einen Kunstworkshop gemacht. Vor dem Mövenpick eine 6-Susi-Gugge (Gugge mit 6 Susaphons): D Schlösslischränzer aus Aesch. Sie nutzen den Bummelsonntag um in Basel zu musizieren…

Wir setzen uns vor die Spalenburg. Dort fallen mir als erstes zwei Tiere auf: Eine dumme Kuh und ihr Hund. Der Hund zittert ob all des Lärms. Sein Schwanz zwischen die Hinterläufe geklemmt und seine Augen flehen Frauchen an: „Bring mich heim!“ Leider versteht sie den Hund nicht, setzt sich hin und bestellt sich einen Drink…

Der arme Hund hat wenigstens das Vergnügen, die Sâns-Gêne, die Alte Stainlemer mit 40 Tambouren und 20 Pfyffern, d Mutze Bebbi aus Bern und die – laut ihrem Trommelinstruktor Simon – „fantastischen“ Schnuffer und Schnooge von der ARI zu bestaunen. Rassig, superklar und sehr virtuos musizieren d Bajass vorbei in Richtung Schnabel.

Ein weiteres Highlight ist die Clique OnYwa, die wir schon am Zofingerconzärtli geniessen durften. Allesamt mit Zylinder und einem Super-Sound. Dann kommt die Spezi-Clique den Spalebuggel hinauf (ausgerechnet mit dem Hochtempomarsch „z Basel“), angeführt zusätzlich zur Standarte mit einem SPEXIT-Transparent.

Wir drehen – aus familiären Gründen – mit der Jungen Garde der Agfrässene (mit zwei Beachflaggs als Standarten) eine letzte Runde. Spaalebuggel – Noodlebärg – zurück zum Heuberg, wo vor dem Brunnen am Gemsberg abgewunken wird. Alle Agfrässene verschwinden in einem Privathaus am Heuberg, wo zwei junge Tambouren zum Stamm verabschiedet werden.

Ich bleibe draussen stehen und bekomme nochmals Hühnerhaut: D Schnurebegge marschieren durch den Heuberg. Meine persönliche Vergangenheit holt mich ein. Schöner kann ich einen Bummel nicht abschliessen.