VSG Schlussoobe 2017: Ein sehr familiärer Anlass.

11. März 2017 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Einen Schnitzelbank Schlussabend mit fünf aktiven Gruppierungen der VSG zu gestalten ist ein anspruchsvolles Projekt. Es ist den Verantwortlichen aber gelungen mit Unterstützung von befreundeten Schnitzelbänklern, der Basler Käller Wäntele Zunft und der Guggemuusig Schrumpfkepf ein sehr kurzweiliges Programm zu organisieren. Die Besucher im ausverkauften Union Saal des Volkshauses bedankten sich mit grossem Applaus.

Letztes Jahr fand aus orgnisatorischen Gründen erstmals ein VSG Schlussobe am Freitag nach der Fasnacht statt und es hiess damals, dass das eine einmalige Sache bleibe. Auf Grund der guten Erfahrungen mit diesem Termin wurde das nun aber auch in diesem Jahr wieder so festgelegt. Das ist sicher eine gute Entscheidung, denn am Tag drauf finden zwei Schnitzelbank Schlussabende statt und eine Woche später ist die Fasnacht bereits wieder zu lange her.

Die Verainigty Schnitzelbangg Gsellschaft – VSG besteht im Moment aus sieben Formationen. D Luuszäpfe pausieren in diesem Jahr und nach der Fasnacht fiel kurzfristig auch noch der Bäffzgi aus. So kam es zur eingangs geschilderten Situation mit fünf aktiven Gruppierungen.

Nach der Begrüssung durch den Präsidenten Heinz Studer, eröffneten Blagèèri den Abend. Sie nahmen die Wahlen in Basel und eine stadtbekannte Mücke ebenso aufs Korn wie den aktuellen Einkaufstourismus:

Nach de Wahle z Basel, blibt alles bim Alte
dr Baschi wäscht, dr Wessels duet si Sitz warm halte
und s Heidi het me knapp nit gwählt
will: E Mück-eseggeli het do gfäählt

Sie, begriffe sie den die Schwoobe
hän e genetische Defäggt im Hohlruum oobe
Lade zu sich ii, dr halbi Oschte
flueche aber yber d’Schwiizer wo bi ihne poschte

Das Alperöösli kommt bekanntlich als Kuh daher und aus diesem Grund passt der folgende Vers hervorragend. Der Zedel ist übrigens perfekt Baseldeutsch geschrieben, auch wenn Basel mit „aa“ komisch aussieht – es ist korrekt:

In Baasel, im Milieu, isch jetz markiert
wo sich e Drottwaaramsle, platziert
isch klar, uff em Hoof, dass es anders goht
do isch markiert, wo dr Muni stoht

Die vier Nachtschwärmer, wie immer musikalisch sehr gut, hatten die Schugger um Baschi Dürr im Visier:

Unseri Schugger, händ mir erfaare
faare in dr Freizyt mit Schugger-Kaare
als Geegeleischtig, händ si denn, e Tatsach wo keine kennt
wäärend em Dienscht, reegelmäässig, derfiir im Büro pennt

Die Basler Käller Wäntele Zunft brachte mit „Unggle Sam“ und „Basler Marsch“ traditionelle Fasnachtmusik auf hohem Niveau auf die Bühne um dann den ersten Gastbänken Platz zu machen.

Wenn plötzlich ein FCB Spieler und ein Blondine auf der Bühne stehen, dann heisst das seit diesem Jahr dr Fään ist da. Ein Gastbank, welcher seine Blondine Gritte nennt und sie mit folgendem Vers nicht gerade freundlich beschreibt:

Jetzt lueg emool my Gritte aa, Isch die nit dr Hit
drum nimm i sie au jedes Joor zem Schnitzelbänggle mit
aber wenn ich sie am Morge seh, jä mit Detail ich eych verschoon
erinnert die mi ender ane sone Horrorgloon

Anschliessend kam mit dem Antiquierte (e wilde, freye Bangg), der Höhepunkt des ersten Teils auf die Bühne. Die Suche nach Poststellen fordert die zwei Bänggler:

Mir zwai sin letschty, vor e baar Daage
mit unsre Händys in de Händ in dr Stadt go jaage
das isch no schwär, lägg hän mer gfluecht
mir hän statt Pokemons e Poschtstell gsuecht

Die Guggemuusig Schrumpfkepf, mit herrlicher Schrumpfkopf-Larve des Gugge Majors, heizte nach der Pause so richtig ein. Beim Titel „Haimweh“ fing der Saal leise an zu singen.

Besser singen kann defintiv die Schnapsbagge. Mit einer überzeugenden Präsentation und einem hervorragenden Värs zur heutigen Managersprache setzte er im zweiten Teil die Latte für alle folgenden hoch. Ein grandioser Vers:

I ha im Quarter underperformt und ha dr Supervisor wägem Outplacement im Gnigg,
gemäss HR isch my WorkLifeBalance Out of Control – jetzt bringe si‘s aber digg,
dr CEO sait: «Sabbatical näh, Resette, mit Fighting Spirit in eTop Ranking g‘lange.»
…ka mir epper sage, was uf änglisch haisst: «Ihr kennet mir alli an Ranze hange!?»

Der nächste Gastbank Källerdiirli hielt die Stimmung mit einem ebenfalls sehr guten Vortrag hoch. Der Trump Vers ist beim Publikum sehr gut angekommen:

E Orang Utan sait im Zolli, zu sim Kolleg em Hai
mini Familie läbt e aifachs Lääbe, in Borneo dehai
nur mi Cousin hett das nit welle, isch ussgwanderet justemänt
jetzt läbt er in Amerika und isch dert Presidänt

Nach dem zweiten tollen Auftritt der Basler Käller Wäntele Zunft mit San Carlo, Retraite und Wettstaimarsch durften Bajass & Omega den Abend beschliessen. Die beiden Pfadfinder, sind unermüdlich und wollen den Sommerau-Värs so lange singen bis er zur Nationalhymne erkoren wird. Da ihn in Basel aber alle kennen, hier zwei Verse zu einem anderen Thema.

Die älteren Besucher des Schlussobe wussten sicher noch was s Äffle und s Pferdle sind, die Jüngeren konnten sich am Helgen orientieren.

Kenne Sie s`Äffle und s`Pferdle – au no vom Fäärnsee
friener hän – mir die zwei – amme au no gärn gsee
doch jetz sin uns – die beide aber – so richtig fescht verlaidet
mir glaube dr Dürr – und d‘Ackermaa hän sich – als die zwei verglaidet

Das Schwingfest hat die Bänggler herausgefordert. Nachdem alle mit Durchführung im Joggeli gerechnet haben kam kurz vor der Fasnacht die Meldung, dass es nun in in Pratteln stattfindet. In dieser Version musste nichts kurzfristig umgeschrieben werden.

Zwei Räägewürmli – drei Hoppelhäsli – jo die woone deert
Mir wänn au nid – dass es d`Faadewürmli und d`Kääferli z`fescht steert
Und wenn denn no zwai Schwarzkehlchen ihr Liebesnäscht deert finde
Denn mache mir das Schwingfest halt – nid im Aescher Fäld hinde

Dann war ein kurzweiliger Abend in sehr familärer Atmosphäre zu Ende und der Schlussabend 2017 Geschichte.

Es wäre der VSG, als älteste Schnitzelbank Gesellschaft von Basel zu gönnen, dass der Mitgliederbestand wieder ansteigen würde. Vielleicht muss man ganz neue Wege ins Auge fassen um das Ziel zu erreichen. Es gibt doch jedes Jahr neue Bänke welche einsteigen wollen und noch nicht wissen, wie und wo. Darüber hinaus sind sehr viele Gruppierungen wild unterwegs. Vielleicht könnte man da mit einem entsprechenden Konzept, Einzelne für sich gewinnen. Es wäre der VSG unter ihrem Präsidenten Heinz Studer zu gönnen, dass das gelingt.