Dr Mittwuch: Very British indeed!

8. März 2017 | Von | Bilder: André Auderset | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Der Union Jack, die britische Fahne, dominierte den Mittwochs-Cortège, war doch der Brexit ein viel ausgespieltes Thema. Dazu passte auch das Wetter, das leider auch heute very british war. „Foul“ rufen wir Petrus zu und erklären wie die Queen: We were not amused!

Natürlich sind solche Eindrücke immer subjektiv, aber an der Clarastrasse konnte es einem am Mittwoch schon so vorkommen, als sei man an der Carneby Street. Bärenfellmützen, Schottenröcke und britische Banner, wohin das Auge blickte. So bei den Muggedätscher Alte Garde, die den Brexit mit dem Sujet „Tea for one“ ausspielte:

Auch der Stamm der Spezi Clique hat sich dem Brexit verschrieben, macht aber gleich einen Spexit daraus und verkündet den Rückzug aus der geordneten Fasnacht, denn

s Korsett vom Comité isch z’äng
es brucht e Fasnacht ohni Zwäng

Es gibt selbstverständlich auch andere Themen. Passend zum heutigen Weltfrauentag verkündet die Alte Garde des Barbara Club das Sujet „Hiener an d Macht“ – hat es aber auch mit einem Goggel:

Dää Giggel deert, dasch allerhand
raast mit em Velo ummenand
schyycht Hiener uff – do merggt me glyy:
das muess dr Hampe Wessels sy.

Ebenfalls mit Wessels und vor allem der Million, die er leichtfertig ins Elsass verschenkt hat, beschäftigen sich die Knochestampfer Waggis, die sich mit unserem westlichen Nachbarn aber auch sonst nicht anfreunden können:

D Franzoose dien gärn wiete und verbiete
liggts ächtsch an de Pariser (wo jo au verhiete..)?

Verräterisch – schon vom Namen her – sind die Maischterlose. Sind das Berner? Vor allem, weil der Zeedel in YB-Gelb daherkommt. Zum Sujet „Sin mir deen alli Gleen?“ reimt es hier:

Abstimmige siggs Bund oder Kanton
bim Resultat bisch und blibsch e Gloon
Kasch JO oder NAI saage wie de wyt
aendere duet sich halt ainewägg nyt

D Gniesser goutieren es gar nicht, dass zu viel weg geschaut wird – oder an den falschen Ort:

Hänn Sii und Är e Rendez-vous
(zem Byschpill s Beetli mit em Ändi);
denn luege sii bim Interview
sich statt ins Gsicht, uff’s Handy

Nun aber wieder ein paar optische Eindrücke:

Als originelle Sujets aufgefallen sind dem Chronisten etwa die Alten Garden von Deecht und Wiehlmys, die sich den von Frau Herzog geplagten Basler Hausbesitzern annehmen:

Y koch no uff em glyyche Härd
doch isch my Huus ney s Dopplet wärt

Die Dissonänzler kommen in Burkas daher, allerdings in roten mit vielen Schweizerkreuzen darauf, und beklagen sich unter dem Sujet „Aabasse?“:

In Bundes Bärn duet me d Meinige verfasse
wievyyl mir uns denn miend aabasse
me sott des Volgges Meinig aaheere
und sich an Widersprich nit steere
unseri Demokratie hett gnueg Intelligänz
um d Souveränität z verdaidige mit vyyl Vehemänz

Und wenn etwas wichtig genug ist, um eine Volksinitiative zu starten, dann ist es auch wichtig genug für ein Fasnachtssujet, dachte sich die Cliquenpartnerschaft der Alten Garden von Breo und Glunggi mit dem Thema Hornkuh-Initiative:

E Gwey bruucht d’Kueh as Garnitur
und Heerner schnyde isch Blessur
drum dringend isch die Korrektur

DER Star – natürlich wie immer subjektiv – des Mittwoch-Cortèges war der Stamm des Dupf-Club, der mit „Gott, bisch du haard“ das Jahrhundertbauwerk und seine Schaffer ehrte. Dies mit einem Monsterzug von muskelbepackten Arbeitern:

Zum Schluss nehmen wir aber unser heutiges Sujet „Very British“ nochmals auf. Mit einem herrlichen Bâl-Inglisch reimt sich der Barbara-Club (dieses Mal der Stamm) durch den Zeedel:

We Brits, we are spezielli Lyt
first the Queen, denn kunnt lang nyt
Then Prinz Charles, and maybe au
Lady Camilla, that’s sy Frau

Sie beleuchten den Brexit und kommen nach einem europäischen Rundschlag über die EU-Regierungen zum Schluss:

Now s Värsli Brintzle is verby
it s four o clock; and time for tea

Den Ball nimmt der Chronist auf und verabschiedet sich von der geneigten Leserschaft, denn

Now its really the Änd of schryybe
there must some hours for the Gässle blyybe

Sali zämme und e schöne Räschte! Und wie allewyl an dääre Schtell: Gäll Digge, wenn mir is neyme gseen, drno nämme mir aine. (Hier ist nicht nur der Redaktionskollege von gestern gemeint)

Noch viel mehr Impressionen findest Du in unserer Bildergalerie vom Fasnachtsmittwoch.

 

P.S. Noch die passende Larve für morgen…