Dr Zyschtig (II): Kreativität in gross und klein

7. März 2017 | Von | Bilder: André Auderset | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Der Fasnachtsdienstag ist DER Tag, um Kreativität zu zeigen. Seien es die speziellen Zyschtigs-Grippli der Aktiven, die Familie-Zyygli mit Binggis in allerlei Gefährten oder – relativ neu – fansächtliche pantomimische Darstellungen. Viel Kreativität begegnet man natürlich auf dem Münsterplatz bei der Laternenausstellung und auf dem Kasernenareal mit den dort aufgestellten Wagen und Requisiten.

Es muss einem nicht Angst werden um den Nachwuchs fasnächtlicher Art, wenn man am Fasnachtsdienstag die Kleinsten und Kleinen im „Goschtym“ herumtollen sieht. (Angst musste der Chronist höchstens vor den Binggis-Attacken haben; weder am Montag noch am Mittwoch bekommt er so viel Räppli ab.

Ganz neu – zumindest für den Chronisten – sind die verschiedenen Einzelmasken und Gruppen, die sich in fasnächtlicher Pantomime üben und dabie kräftig das vorbeiziehende Publikum integrieren. Besonders aufgefallen ist dabei eine „Putz-Equipe“ am Rümelinsplatz, die sich anscheinend zum Ziel gesetzt hat, die dortigen Verkehrsschilder zu reinigen. Und sich gerne im Hotel Basel ein Bier spendieren lassen…

Sehr viel Kreativität findet man bei der Wagen- und Requisitenausstellung auf dem Kasernenareal. Hier hat man ausgiebig Zeit, die Sprüche auf den Wagen zu würdigen. Zum Beispiel auf demjenigen der Schletzbrieder:

Wottsch stroofloos die halbi Stadt zersteere,
muesch zer lingge Syte gheere

D Gillerugger haben es mit der Kunst und was das alles sein soll:

Isch es Kunscht oder  Verarschig,
d Bischbil sin dailwys zimmlig garschtig

D Buurelimmel feiern ihren 60. Geburtstag und verkünden ihren (hoffentlich nicht ernst gemeinten) Rückzug aus der Fasnacht. Dazu bekommen die BL-Regierungsräte ihr Fett ab:

D Sabine goot go wandere,
vo aim Fettnapf in andere

Wie einige andere spielen die Gnille-Fäger den Sightseeing-Bus aus und reimen lakonisch:

Nach dr Tour wimmeret e Thai,
ich will bald wider hai
Do sait e Schwed zue zwai Däne,
die Innerstadt isch jo zum Gääne

Gar nicht zufrieden mit der Stadtbasler Regierung ist die Schindgrabe-Clique:

Unseri Regierig stoot fir Vertraue,
Luxus, Prunk und scheeni Fraue,
wähl my Bebbi um jeede Bryys,
denn läbe mir z Basel im Paradyys

Während die Vogese-Rueche sehr pessimistisch und mit schwarzem Humor auf ihre Altersversorgung schauen…

D AHV isch nümm in Gfoor,
s gitt sy ab 80 Bydraagsjoor

… äussern sich die Rieblizupfer Waggis zum Einkaufstourismus sarkastisch:

Im Parkhuus vom Marktkauf hänn mir geschter ojee,
syt Wuche wider s erscht Mol e dytsches Auti gsee

Zum Schluss noch die Ohmächtigi Brieder, welche die Markierungen in Weber- und Ochsengasse in ganz neuen Zusammenhang bringen:

Das die grieni Zone grösser wäär,
wintscht sich unsre BVBär!

Nach so vielen Worten sollen auch einige Bilder folgen, genauer gesagt, einige Eindrücke von der Wagen- und Requisitenausstellung auf dem Kasernenareal.

Und mindestens so kreativ – und in der Nacht speziell romantisch – ist die Laternenausstellung auf dem Münsterplatz. Diese wird zu einem späteren Zeitpunkt fotografisch gewürdigt – genauso wie natürlich auch die Guggenkonzerte.

Weitere Bilder vom Dienstag Nachmittag gibt es in unserer Bildergalerie.