Morgestraich: Petrus gönnte Time-Out

6. März 2017 | Von | Bilder: Olly Klassen | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Petrus hatte doch ein Erbarmen mit den Baslern: Er liess die Fasnächtler ihren Morgenstraich trocken angehen. Nach einer Stunde war dieses «Time-Out» aber vorbei und die Schleusen wurden geöffnet. dies nutzten die Aktiven für ihren verdienten Halt. Einen Vorteil hatte das unsichere Wetter: Weniger Zuschauer säumten die Strassen, so dass die Cliquen staufreier zu ihren Lokalen kamen.

Neben dem obligaten Kribbeln, dass praktisch jeden Aktiven in den Minuten vor 4 Uhr überfällt, kam dieses Mal noch ein nervöses Ziehen in der Magengegend dazu, dass (zumindest in den meisten Fällen) nichts mit zu viel Weisswein am Laterneypfyffe zu tun hatte: „Hebbt’s oder hebbt’s nit?“, war die meist gehörte Frage, meist unterstrichen von einem kritischen Blick zum Himmel.

Ja, es „hett ghebbt“! Nachdem es in der frühen Nacht geregnet und gestürmt hatte, blieb es um 4 Uhr absolut trocken und erlaubte damit auch von den äusseren Umständen her die immer wieder gleiche, aber immer wieder auch gleich spezielle Magie des Moments, wenn die Lichter ausgehen und der Ruf „Morgestraich vorwärts marsch!“ ertönt.

So war es auch 2017 ein herrlicher Anfang der „scheenschte drey Dääg“ – die leicht schwankenden „Lampe“ mit ihrer Farbenpracht – das kakophonisch und doch geordnete Tönen der Märsche – die an einem vorbeiziehenden Wogen an Aktiven in ihrem Charivari. Das Ganze in perfektem Dunkel der Umgebung. Die ganze Innerstadt hielt sich an die Verdunklung. Die Ganze? Nein, der eine oder andere musste auch im 2017 wieder „dryzinde“.

 

Darunter ein „Stammkunde“ – dieses Mal immerhin „nur“ mit beleuchteter Speisekarte.

 

Aber ja nicht ärgern, es war zu schön. So schön, dass auch unsere Aktive, Carmen Kolp in den Marschhalts zur Kamera griff und tolle Fotos einiger Laternen hinzauberte.

Nun sind die meisten Cliquen in der Pause, um sich dann ab 13.30 zum Cortège wiederzutreffen. Dann nicht im Charivari, sondern in den „Goschtym“, mit denen das Sujet ausgespielt wird. Hoffen wir, dass Petrus sich dann nicht ans diesjährige Gesamtsujet hält und mit Wassermassen „dr Raame sprängt“. Wyter e scheeni Fasnacht – oder, wie einige schon nach einer halben Stunde Fasnacht zu sagen pflegen: „E scheene Räschte!“

Am frühen Abend folgt ein zusammenfassender Bericht über das fasnächtliche Geschehen des heutigen Tages.