10’000 Schritte für die Fasnacht

4. März 2017 | Von | Kategorie: e Hampfle Räppli

Der Autor ist Mitglied der FitBit-Schrittezähler-Gemeinde (Anmerkung des Redaktors: Macht Sinn…). Und da er ein Wäägeler ist, entsteht ihm nun ein grösseres Problem während den scheenschte drey Dääg.

Meine Tochter hat mir zu Weihnachten einen Fitbit-Schrittezähler geschenkt. Da ich mich der Blamage meiner Familie entziehen wollte, habe ich das Wristband sofort umgelegt und seit dem 25. Dezember 2016 – elektronisch dokumentiert – jeden Tag 10’000 Schritte absolviert. Mein Arzt ist happy und ich fühle mich auch anständig bewegt seit diesem Tag. Wenn ich nur einen normalen Bürotag absolviere, muss ich abends – egal bei welchem Wetter – zwischen einer Viertel- und einer ganzen Stunde das Hörbuch montieren und durch Riehen marschieren. Bis das Band vibriert und anzeigt, dass ich mein «Tagesziel» erreicht habe.

An den Samstagen war das auch kein Problem: Während des Wagenbaus in Münchenstein legte ich jeweils eine Basis von 7000 Schritten und ich konnte abends mit einer «Rundi um dr Blogg» das Tagesziel leicht erreichen.

Nun kommt aber – unglücklicherweise – die Fasnacht dazwischen. In meinem früheren Fasnachtsleben war ich Pfyffer bei den Schnurebegge. Wäre das Piccolospiel nicht so anstrengend, ich würde sofort wieder damit beginnen. Denn ein aktiver Pfyffer einer Stammclique, die an den Fasnachtstagen bis morgens um 4 zwischen dem Bruune Mutz und dem Stadtkeller hin und her zieht, dürfte das Erreichen des Schrittziels auch an der Fasnacht kein Thema sein.

Oder vielleicht sollte ich zu der Fraktion der Schnitzelbänggler wechseln? Auch die werden wohl ohne Probleme 10’000 Fasnachtsschritte hinbekommen. Da würden sogar noch Geschwindigkeits-Rekorde drin liegen. Auch Guggemusikanten, Einzelmasken oder Pferdebegleiter einer Chaise haben hier keine Probleme. Tambouren kommen gar praktisch gratis zu ihren 10’000 Schritten: Eine Trommlerin der Junterössli hat erklärt, dass jeder Schlepp auf der Trommel einen Schritt anzeigt….

Oder sollte ich mich beim Comité bewerben? Auch diese Damen und Herren werden wohl keine Mühe haben, auf die Anzahl der für das «Pinguin-Abzeichen» erforderlichen, täglichen 10’000 Einheiten zu kommen: Maje hoole, Maje bringe, Zugsblagedde hoole – dem Zugsschef nachrennen und die Blaggedde anziehen. ABER ICH BIN EIN WAGGIS AUF DEM WAGEN DER ROUTEBYSSER! Unser Tag beginnt mit einem Mittagessen und dann geht’s ab aufs Gefährt und wir fahren den ganzen Cortège bequem gezogen von einem John-Deree-Gefährt ab.

Es hilft nix: Ich muss einen Plan B haben: Vielleicht zwischen den Pausen als «Aussenwaggis» dem Wagen nachrennen? Oder hin und wieder die Aussenhaut des Wagens auf Schäden überprüfen (einmal um den Wagen gehen, besser zwei Mal, wie die Piloten vor dem Abflug?). Oder in den Pausen kurz über den Münsterberg hetzen? Oder einen Kilometer hinter den Wagen gehen um zu kontrollieren, ob überhaupt jemand unseren Zeedel liest und ihn im Notfall vorlesen (im Gehen natürlich…).

Mein Wille ist da! Irgendwie schaffe ich das schon. Ich ärgere mich zwar, dass ich – obwohl ich sonst optimal auf diese Fasnacht 2017 vorbereitet bin – mir ein neues, modernes Problem beschafft habe. Aber ich kann nicht am Tage nach der Fasnacht vor meine Tochter treten und sagen: «I ha numme 4000 Schritt pro Daag gmacht».

Es kann also sein, dass Sie an der Fasnacht einen gelben Waggis der Routebysser in der Pause sehen, wie er Runden um den Wagen macht. Das wäre dann ich und Sie wissen jetzt, warum…

Ich wünsche allen e scheeni, beweggti Fasnacht!