E Bsuech im Fasnachtshuus – wo sich loont

28. Februar 2017 | Von | Bilder: André Auderset | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Eine neue Vorfasnachtsveranstaltung, die traditionell unkonventionell daherkommt. Wenn ein paar Junge etwas Neues auf die Beine stellen, muss es vielleicht noch ein Quäntchen besser sein. Ist es auch.

Wie an der Fasnacht beginnt der Anlass im L’ Unique mit einem Apéro. Eine kurze Einleitung wird durch die Enkelin von Frau Fasnacht gegeben. Von dieser haben wir das Mimösli, die Chriesibuebe und die ganzen neuen Märsche. Die junge Frau Fasnacht möchte jedoch alte Traditionen in einem neuen Gewand erstrahlen lassen. Darum wird auch mit dem Arabi begonnen. Gefolgt von dem Trommelmarsch dr Grien Hund und dem Pfeiffermarsch Rhysprung. Allesamt auf einem musikalisch hohen Niveau. Danach wird die Vorspeise (Rindsstreifen auf Gemüsesalat an Kräuter-Dipsauce) serviert. Der Tambourmajor bittet die illustre Gesellschaft einzustehen und vom Parterre in den ersten Stock zu gässeln.

Nachdem alle Platz genommen haben (nach grösseren Diskussionen einiger Gäste, was zuerst für ein Rahmenstiggli gehalten wurde…) wurde mit einem Glücksrad der nächste Marsch eruiert (die Glücksfee durfte der BFO-Fotograf spielen und bekam z Basel). Weiter im Programm ging es mit einem aussergewöhnlich unterhaltsamen Naarebaschi. Dieser wurde mit verschiedenen Stimmungen und Tempi (langer Morgestraich, mit der Jungen Garde, der Alten Garde und einem im Goal) zum Gelächter des Publikums und mit johlendem Applaus verdankt. Das Publikum wurde nochmals eingebunden. Drei «Freiwillige» trugen Schnitzelbängge vor. Ergänzt wurde das letzte fehlende Puzzlestück der Fasnacht mit einer Gugge und dem San Carlo. Auch dies mit Percussionsunterstützung des Publikums. Der Hauptgang musste hart erarbeitet werden. Dies hat sich gelohnt (Pouletbrust auf Erbsenmousse mit Thymiankartoffeln an Honig-Portweinsauce). Ein Läggerli wurde dann vorgetragen, wie es Spätnachts in einigen Gassen von einem Pfeiffer und einem Tambour noch oft zu hören ist, Hauptsache man hat Freude an der Fasnacht. Abwechslungsreich wurde es dann mit einem Yankee, vorgespielt von drei Gruppen, eine Pfeiferin und ein Tambour, welche an unterschiedlichen Orten im Raum standen und die Verse abwechselnd spielten. Den Spaleberg hinauf ging es dann noch mit der Pfeiffergruppe. Zum Dessert (Mousse au chocolat auf Früchtebett mit karamellisierten Mandeln) gesellten sich noch Waggisse, welche mit Räppli, Mimösli und Dääfeli nicht sparten. Danach rief der Tambourmajor wieder zum Einstehen und es wurde wieder ins Erdgeschoss verlegt, wo bereits die Tambouren mit den Märmeli warteten. Ein etwas anderer Windschdi mit überspitzten Allüren der Startambouren wurde mit vollem Körpereinsatz dargeboten. Der Abschluss bildete wieder die junge Frau Fasnacht, welche durch die alte Frau Fasnacht korrigiert wird. Der musikalische Abschluss bildete, wie bei vielen an der Fasnacht, der Wettsteinmarsch.

Musikalisch auf sehr hohem Niveau zeigten die Schlegelakkrobaten Patrick Stalder, Pascal Labhardt und Dominic Labhardt sowie die Piccolovirtuosinnen Carlotta Braun, Annika Kurz, Nicole Kim, Barbara Näf, Smadar Hill, Simone Weiss und Katrin Minder eine tolle Leistung. Auf gleichem Niveau präsentierte sich das Essen. Das L’ Unique und seine Mitarbeitenden boten den Gästen einen neben dem sehr guten Essen auch einen wunderbaren Service.

Alles in Allem eine ideenreiche neue Vorfasnachtsveranstaltung, welche alle Aspekte der Fasnacht aufzeigt. Mit Witz und Wahnsinn, Stil und Schalk sowie musikalisch schön vorgetragene alte Fasnachtsmärsche. Dies sollte unbedingt im nächsten Jahr wiederholt werden.

Der Besuch im Fasnachtshuus findet am 28. Februar, 1. Und 2. März 2017 um 20.00 Uhr im L’ Unique House of Rock statt. Die Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Inbegriffen sind ein Apéro mit Welcome-Drink und das reichhaltige Menü (exkl. Getränke) und kostet CHF 90.- pro Person.