Fasnacht 2017 (I): Die Fakten – ohne Fake News

17. Februar 2017 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Das Thema „Fake News“ ist zur Zeit in aller Munde und dürfet auch an der kommenden Fasnacht eine Rolle spielen. Keine Fake News, sondern harte Zahlen und Fakten präsentierte das Fasnachts-Comité in seiner traditionellen Medienkonferenz heute. Betreffend der Sujets verweisen wir auf den nebenstehenden Artikel. Hier sind die organisatorischen Einzelheiten, Neuerungen und die nützlichen Hinweise des Comité aufgelistet.

Wenn sich 482 fasnächtliche Einheiten (einen besseren Ausdruck hat man gemäss Comité-Obmann Christoph Bürgin noch nicht gefunden) auf die Route begeben, muss doch einiges vorgekehrt werden, soll es einigermassen reibungslos funktionieren. Dies zählt im 2017 noch etwas mehr, sind es doch 20 Einheiten mehr als im Vorjahr. Dies liegt laut Bürgin daran, dass die Kategorie „Gruppen“ einen Zuwachs um 12 Formationen erhalten hat. Eine Gruppe ist nach Comité-Definition übrigens alles „mit mehr als einer Person, die den Cortège laufen“, egal ob und was sie spielen.

Der Cortège 2017 führt wie in den letzten Jahren an den drei Comité-Standorten Steinenberg, Clarastrasse und Wettsteinbrücke sowie am „Tscheggpunggt“ bei der Schifflände vorbei. Das hat sich gemäss Bruno Kern. Verantwortlicher für die Strassenfasnacht, so bewährt und wird sich auch im 2017 bewähren, wenn alle Formationen um 13.30 am ihnen zugewiesenen Ort abmarschbereit sind.

Ein Stauproblem hat man am Claragraben in der Zeit zwischen 15 und 16 Uhr ausgemacht und dort mit kleineren Änderungen reagiert.

Comité-Obmann Bürgin betonte einmal mehr, dass es Ehrensache sei, eine „Blaggedde“ zu tragen. Das sei für drei Tage Fasnacht pur nun wirklich nicht zu viel verlangt. Man werde vor allem an der Laternenausstellung alle Zugänge mit Verkäufern besetzen, welche die Besucher entsprechend ansprechen.

Und wer muss, der soll auch können: Die Zahl der mobilen Toiletten bleibt gleich, aber es wird an jedem Standort auch behindertengerechte Anlagen haben.

Ausstellungen nach bewährtem Konzept

Beim bewährten Konzept aus dem Vorjahr bleibt man auch bei der Laternenausstellung auf dem Münsterplatz mit drei Reihen über den ganzen Platz.

Die Wagen- und Requisitenausstellung findet dieses Jahr noch mal auf dem Kasernenvorplatz statt. Was danach sein wird – Umbau der Kaserne – weiss man seitens des Comité nicht. Kern betonte, dass es sich nicht um einen Parkplatz für Wagen handeln soll für die Zeit, in der sie nicht fahren dürfen, sondern um eine echte Ausstellung. Die meisten Wagencliquen geben sich auch grosse Mühe, hier etwas zu bieten. Anmerkung des Chronisten: Auch önologisch und kulinarisch!

Die Chaisen-IG führt wiederum am Fasnachtsmittwoch vor dem Hotel Trois Rois die Schäsete durch, im 2017 aber eine halbe Stunde später um 17.30 Uhr.

Thema Guggen und Toleranz

Auch beim statistischen und Info-Teil kommen wir nicht um das Thema Toleranz herum – weiteres dazu im Artikel oben. Comité-Obmann Bürgin erklärte auf Anfrage, dass der Plakettenverkauf im üblichen Schwankungsbereich sei. Die Frage, ob die silberne Variante allenfalls von den Cliquenfasnächtlern wegen des Guggen-Sujets boykottiert werde, stellt sich für Bürgin nicht; es sei wohl eher ein Medienhype gewesen. Dass Toleranz auch von Guggen-Seite nicht überall ausser Zweifel steht, verdeutlichte eine Aussage der FG-Präsidentin Stéphanie Weikard, die zusammen mit ihrem Kollegen von der Guggen IG über Sternmarsch und Konzerte auf Seibi und Marktplatz informierte. O-Ton der Präsidentin: „Wir möchten schon noch darauf hinweisen, dass es in Basel genügend Guggen gibt. Es besteht damit kein Anlass, an Vorfasnachtsveranstaltungen auswärtige Formationen zu verpflichten.“ Der Chronist hat daraufhin das Leitbild der Organisation studiert: Tatsächlich, das Wort „Toleranz“ kommt dort nirgends vor…

Der Nachwuchs wird umgarnt

Viel wurde im vergangenen Jahr für den fasnächtlichen Nachwuchs getan. (Hier ist nicht von der Produktion, sondern von der Förderung die Rede!) Wie die Comité-Verantwortliche Pia Inderbitzin aufzählte, kaschierten elf Schulklassen in einem Cliquenkeller ihre Larven selbst, dazu wurde unter Leitung des bekannten Plakettenkünstlers Pascal Kottmann ein Larvenmalkurs durchgeführt. So richtig angekommen – O-Ton Inderbitzin – ist die Fasnachtskiste in den Basler Schulen. Dank grosszügier Spenden wurde das Budget klar unterschritten. In diesen Tagen würden viele Schulklassen mit dem Material aus der Kiste auf die kommende Fasnacht eingestimmt.

Und nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht: Am Freitag (13.00 – 17.00) und Samstag (11.00 – 16.30) nach den scheenschte drey Dääg steht wieder das grosse Festzelt auf dem Seibi, und interessierte Junge können das fasnächtliche „Grundangebot“ testen. Neben dem grossen wird ein kleineres Zelt stehen, in dem Erwachsene erste Versuche auf Böggli und am Piccolo unternehmen können.