Tattoo-Stellungnahme zur Kaserne sorgt für Wirbel

3. Februar 2017 | Von | Kategorie: e Hampfle Räppli

Die Stellungnahme des Basel Tattoo gegen den zur Abstimmung anstehenden Kasernenumbau – s. Artikel „Tattoo nimmt Stellung gegen Kasernenumbau“ vom 2. Februar – sorgt für Wirbel und viele Kommentare in den betreffenden Online.-Spalten. Eine kleine Auswahl:

Das Nein-Lager überwiegt – zumindest in der Kommentarspalte von Bazonline. Sogar ein ehemaliger Obmann des Fasnachts-Comité äussert sich, nämlich Felix Rudolf von Rohr – und das sehr deutlich und mit einem kleinen Seitenhieb auf eine Tattoo-Verhinderer-Organisation:

Das Präsidialdepartement stellt dem TATTOO wegen der bevorstehenden Abstimmung Zugeständnisse für die Bauphase in Aussicht. Mehr nicht. Längst überfällig wäre aber ein klares und nachhaltiges Bekenntnis zu diesem Anlass. Aus privater Initiative und mit enormer Risikobereitschaft hat Erik Julliard ein Festival auf die Beine gestellt, das internationale Anerkennung geniesst, für Basel und unsere Gäste zu einem Markenzeichen geworden ist, und zudem das Kleinbasel aufwertet, ganz im Sinne von „Heb Soorg zem Glaibasel“.

Dass die in der umgebauten Kaserne geplanten Restaurants nur schwer rentieren können – oder nur auf Kosten der Konsumenten, fürchtet der ehemalige 3E-Vorgesetzte André Stohler:

Eine Sanierung ja aber nicht für 46 Mio. schlussendlich werdens, wie im Bau üblich, 60 Mio und man stelle sich dann vor, was dann ein Pachtzins für ein Restaurationsbetrieb kosten wird. Dass wir dann als Konsument für einen Kaffee bald 6 Franken hinblätter müssen, wäre nicht abwägig. Deshalb ein NEIN, da schlichtweg zu teuer!

Im Lager der Befürworter sieht Bazonline-Kommentator Dimitrios Papadopoulos vor allem Armee-Gegner:

Vermutlich werden sich nicht wenige im Kleinbasel darüber freuen, dass in Zukunft in ihrer Nachbarschaft weniger Uniformen getragen werden und Marschrhythmen erklingen und sie nicht mehr vom Jet-Lärm der Patrouille Suisse genervt werden. Oder dass sogar höhere Stabsoffiziere der Besatzungsarmee der bürgerlichen Reaktionären in ihrem progressiven Biotop auftauchen.

Die gleich nachfolgende Reaktion eines Kommentators mit dem schönen Namen Jean Liebchen macht diese Vermutung plausibel:

Ich fände es angemessen, wenn sich das Tattoo endlich aus Basel verabschieden und aufs Land ziehen würde, wo es Parkplätze gibt für die SUVs der zumeist recht amusischen Zielgruppe. All diese Militärköpfe mit Baseballcaps, die einen Trommelwirbel, ein aufgepflanzte Bajonett, das martialische Marschieren im Gleichschritt und die entmenschlichende Uniformierung schon für erhaltenswerte Kultur halten, wo vieles am Militär- und Kriegskult ja eher dazu da ist, Kultur zu bedrohen und zu vernichten, gehören nicht auf einen öffentlichen Platz in einer Stadt mit einer so langen humanistischen Tradition wie Basel.

Und ein Peter Cornelius resümiert kurz und knapp:

Es reicht. Unverschämtheit hat einen Vornamen. E. Julliard hat den Bogen drastisch überspannt. Bei allem Goodwill für eine solche Veranstaltung, irgendwo gibt es Grenzen. Es ist eine Zumutung, dass sich die Basler Behörden auf diese Zugeständnisse einliessen. Der Sommer im Kleinbasel findet auch ohne Tattoo statt.

Problematisch sieht der Präsident des Vereins „Pro Kasernenareal“, Philipp Cueni ein mögliches Nein:

Als „kleine Oase“ empfinde ich das Areal auch – deswegen sind ja alle Betreiber-Organisationen des heutigen Areals für ein JA. Denn ein „Nein“ öffnet gemäss Szenario der Gegner ganz andere Perspektiven – Privatisierung, Hotel, usw. – und dann ist die Oase definitiv vorbei.

Nicht wenige spekulieren dagegen, ob das Tattoo bei einem Ja am 12. Februar in andere Gefilde ziehen muss; so Hans-Beat Henke:

Ich bewundere schon lange die Geduld von Eric Juillard. Das nie verbindliche Geschwätz von Morin und seinen Getreuen im Zusammenhang mit der Nutzung der umgebauten Kaserne ist einfach mühsam. Lieber Eric, verlege deine Supershow doch in eine Stadt, die solche internationale Anlässe für einheimisches Publikum willkommen heisst und auch nutzen will.

Vorgeschlagen werden Bern oder Luzern, aber auch die Kaserne in Liestal. Da jubeln schon einige wie etwa Andreas Molnar:

Wir begrüssen das Tattoo jetzt schon im Baselbiet.

Diskutiert wird der Beitrag von Basler Fasnacht Online von gestern auch auf diversen Facebook-Seiten. Stellvertretend- und als schönes Schlusswort – der Kommentar von Alfred Sager:

Bi kei regelmässige Bsucher vom Tattoo, aber näbe dr Fasnacht isch das e Zierde fir Basel. Wenn si das noonig begriffe hänn im Roothus, denn schaffe deert e baar, wo schiinbar e Brätt vor em Hiirni hänn. Fir jede andere Saich hänn si ebbis ibriig……