Drummeli 2017 – Pointiert, bissig, ruhig und auch melancholisch

3. Februar 2017 | Von | Bilder: Beat Schwald | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Das Drummeli 2017 steht unter einem besonderen Stern. Was wird verändert? Was bleibt gleich? Bleibt überhaupt etwas „gleich“?

Die Drummeliverantwortlichen gingen in diesem Jahr besondere Wege. Es gab keine herkömmliche Pressekonferenz, sondern „Drummeli goes Redaktion“. Heisst, das Drummeli-Ensemble mit Regisseur Laurent Gröflin und den Drummeliverantwortlichen André Schaad und Robi Schärz gingen zu den einzelnen Redaktionen, um so auf die persönlichen Fragen eingehen zu können. Fast die gesamte Fasnacht.ch-Redaktion war anwesend, dies, weil alle so gespannt auf das Drummeli sind, wie sicherlich viele. In diesem Bericht werden nur die Punkte genannt, welche direkt dem Comité unterstehen. Die einzelnen Cliquenbeiträge und deren Umsetzung bleiben bis zur Premiere am 18. Februar 2017 ein mehr oder weniger gut gehütetes Geheimnis.

Welche Änderungen gibt es? Im Schauspiel-Team gab es zwei Neuzugänge. Im Texterteam gab es durch die natürliche Fluktuation neues Blut. Die Drummeli-Schreiberlinge haben in diesem Jahr sehr eng zusammengearbeitet und auch den Austausch mit den Schauspielern vertieft. Dadurch entstanden pointierte, bissige, aber auch melancholische und ruhige Rahmenstiggli. Eine gesunde Mischung mit kurzen Stücken werden am Monschtre zu sehen sein. Es wird wieder einen Prolog, einen Epilog und eine Balkonszene geben. In welcher Form und mit welchen Überraschungen wurde jedoch noch nicht verraten. Es wird auch keine fliessenden Übergänge, sondern klare Schnitte zwischen Cliquen und Rahmenstiggli geben.

Was bleibt gleich? Das Ensemble ist gleich motiviert wie jedes Jahr. Es wird jedoch vermutet, dass es in diesem Jahr einfacher sein wird, immer wieder gutgelaunt die Bühne zu betreten. Auch der Regisseur bleibt gleich. Er zeigt in diesem Jahr einen weiteren Ansatzpunkt seiner Arbeit. Und diese ist definitiv anders. Der Entwicklungsprozess des Drummeli 2017 bestand darin, zwei Schritte zurück zu gehen und doch weiter vorwärts zu kommen, so André Schaad.

Somit kann als Vorschau auf das Drummeli gesagt werden, dass mit Bestehendem einiges verändert wurde. Die Cliquen, Guggen und Bängg, welche im Mittelpunkt des Monschtre stehen, sowie das Ensemble warten gespannt und voller Freude auf die Drummeli-Ausgaben 2017. Es darf gelacht, gejubelt, nachgedacht, zugehört, zugesehen und auch diskutiert werden.

Das Drummeli findet vom 18. – 24. Februar 2017 jeweils um 19.30 Uhr (ausser sonntags 14.00 Uhr) statt. Es hat noch Tickets in allen Kategorien. Zum ersten Mal können an der Abendkasse Jugendliche mit Ausbildungs-Ausweis und sozial Benachteiligte mit der „KulturLegi“ Restkarten zum halben Preis kaufen. Die Tickets kosten CHF 43.-/53.-/63.-/73.- und können beim Fasnachts-Comité am Blumenrain 16, Bider & Tanner an der Aeschenvorstadt 2 sowie an den üblichen Vorverkaufsstellen bezogen werden.


Gedanken zum Drummeli von Daniel Thiriet:

Der Prozess ist schmerzhaft!

Das Drummeli hat 2016 eine gelinde gesagt durchzogene Akzeptanz erlebt. Die Rahmenstiggli sind beim Basler Publikum und bei den Medien komplett durchgefallen. Das verantwortliche Fasnachtscomité hat nicht lange Wunden geleckt, sondern sich mit Vollgas daran gemacht, das Vertrauen des Publikums und der Medien wieder zurück zu holen! Zwar hat man am Regisseur und am Autorenteam festgehalten, obwohl gerade diese von einigen Medien ins Pfefferland – oder nach Berlin – gewünscht wurden. Aber die gehörten Kostproben zeigen, dass man definitiv auf den «Drummeli-Pfad» zurück gefunden hat und die textlichen und theatertechnischen Experimente vorerst in die Schublade versenkt hat. Weiter hat das Drummeli-Kernteam unter der Leitung von André Schaad neue Goodwill- und Werbeaktionen («Flashmob in der Innenstadt») und neue Medienarbeit ins Leben gerufen (Das Team hat die wichtigsten Redaktionen der Stadt besucht). Zudem wurden erstmals «Wäägeler» ins Programm verarbeitet und s Drummeli wird – so André Schaad – die Dreistunden-Marke kaum überschreiten. Die Schauspieler sind sehr gut gelaunt und der Spielspass ist ihnen förmlich anzusehen. Alles in allem: eine leidenschaftliche und ehrliche Arbeit als Vorbereitung fürs Drummeli 2017. Nur: Das Basler Publikum ist noch immer vom letztjährigen Desaster beeinflusst. Das Charivari ist – erstmals seit Jahren – wieder komplett ausverkauft und muss eine Zusatzvorstellung anbieten. Das wäre vermutlich nicht so, wäre das Drummeli 2016 nicht der Grund für viele Vorfasnächtler, mal etwas anderes auszuprobieren. Es wird ein langer, schmerzhafter Prozess, bis sich das Drummeli von einem Flop-Jahrgang wieder erholt hat. Das Verhalten des Publikums ist verständlich und in der heutigen Zeit auch ganz normal. Verdient haben es die Drummelimacher natürlich nicht: Sie haben sich mit der nötigen Demut daran gemacht, die Wunde vom letzten Jahr mit einem schönen, farbigen und sicherlich lustigeren Pflaster abzukleben. Sie müssen sich aber daran gewöhnen, dass eine solche Wunde auch unter dem Pflaster noch schmerzt. Es ist dem Comité und seinem Drummeli-Team zu wünschen, dass das Monster 2017 zur heilenden Salbe wird.