Fasnachtsbändeli 2017: „Buess Brieder“ begeistern Jung und Alt

14. Januar 2017 | Von | Bilder: Olly Klassen | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Die „Buess Brieder“ sind auf nationaler Ebene so erfolgreich wie ihre Vorbilder die „Blues Brothers“ international. Das Fasnachtsbändeli 2017 begeistert sowohl das grosse, aber vor allem auch das kleine Publikum. Wenn die Erwachsenen nach dieser Familienveranstaltung mit den Kindern um die Wette strahlen stimmt so ziemlich alles.

Angelehnt an den Film «Blues Brothers» von John Landis (1980) hat Peter Keller für das Fasnachtsbändeli ein Theaterstück geschrieben, welches sich natürlich um die Fasnacht dreht. Anstatt in Chicago findet also die Geschichte in Basel statt, aber auch hier geht es darum mittels eines Konzertes Geld zu beschaffen. Während 20 Jahren war Peter Keller auch für die Regie zuständig, nun hat diese zum ersten Mal die bekannte Basler Schauspielerin und Regisseurin Colette Studer übernommen und die Geschichte hervorragend umgesetzt.

Wie in der heutigen Zeit üblich, dreht sich alles um das fehlende Geld bei der Fasnachtsclique «Rooti Räppli». Ein Umbau im Cliquenkeller hat das ganze Kapital gekostet und ohne Geld gibt es keine Fasnacht. Die Cliquenmitglieder (Silvia Ferrari, Sandra Heitz, Silvia Alioski und Roger Gugger) beraten sich, aber ein Kuchenstand vor dem Joggeli oder Auto waschen und Velo putzen bringt sicher nicht genügend ein um die Fasnacht zu retten.

Meli (Janina Gasser) und Max (Ben Gasser) die beiden Jüngsten der Clique wollen das nicht akzeptieren und haben eine Idee. Ihre beiden Onkel Schaggi und Edi sollen die alte Band zusammen trommeln und ein Benefizkonzert geben, um die nötigen Finanzen zu beschaffen. Was die beiden Teenager schauspielerisch drauf haben, kann man während der ganzen Aufführung bestaunen und das Geschwisterpaar verdient ein grosses Lob. Auch bei ihrer Vorstellung als Schnitzelbank „Giigelisubbe“ holten sie den verdienten Applaus ab.

Als dann die „Buess Brieder“ Schaggi (Manuel Müller) und Edi (Markus Jeppesen) ganz in schwarz mit Hut und dunkler Sonnenbrille den Saal betreten, brandet bereits Applaus auf. Diese Vorschusslorbeeren sind berechtigt, wie es sich im Laufe des Nachmittags zeigt.

Meli und Ben überzeugen die „Buess Brieder“ von ihrer Idee und die beiden Buess machen sich auf die Suche nach den ehemaligen Bandmitgliedern, welche in alle Himmelsrichtungen verstreut und in den verschiedensten Berufen tätig sind.

Den ersten ihrer Kollegen, welchen sie finden ist Ray (Willy Wernhard) an der Hammond-Orgel. Er bittet die Senioren im Altersheim zum Tanz. Der Tanz dieser Senioren ist grosse Klasse und bietet Situationskomik erster Güte – einer der Höhepunkte. Das zweite ehemalige Bandmitglied heisst Will (Casper Thiriet) welcher eine Trommelgruppe, dargestellt von den „Gipfelstürmer“, instruiert. Mitglied Nummer drei ist als Pfadileiter Don (Lukas Schweizer) mit seiner Gitarre unterwegs und macht auch gerne mit. Mörfi (Silvio Fumagalli) als weiterer Ehemaliger hat ein kleines Restaurant und erkennt die beiden Brüder Buess anhand ihrer eigenwilligen Bestellungen. Trotz Protest seiner Frau (Silvia Alioski), welcher auch singend vorgetragen wird, ist er dabei.

Die Band ist zusammen und nach der Pause geht im Fasnachtsbändeli wortwörtlich die Post ab. Die „Buess Brieder“ brillieren mit den Songs „Think“ von Aretha Franklin welcher getextet von Jürg Jösslin in der Dialektfassung „Dängg“ heisst. Aus der gleichen Feder stammt „I lääb gärn z Basel“, was im Original „Sweet Home Chicago“ ist und zu guter Letzt der Ohrwurm „Jailhouse Rock“ in Baseldeutsch „Laufe säälig d Stadt duryy“. Was die Schauspieler auch als Musiker boten, verdient ein grosses Lob und als Dank rockte Jung und Alt im Saal.

Pfadi Nina (Nina Sahin) sang mit „Wenn ych gang“, eine Dialektversion von „when i’m gone“. Wenn alle Pfadfinder so singen könnten…

Auch die Trommelgruppe „Gipfelstürmer“ bot zum Song „Gimme some Lovin“ aus dem Blues Brother Film eine Trommelshow, welche das Publikum mitriss.

Die Junge Garde der „Wiehlmys“ mit einem „Tango“ und am Schluss mit einem ganz tollen „Fidibus“ fügte sich nahtlos in den Reigen ein und bildeten die Brückenbauer zurück zur Fasnacht wo die «Rooti Räppli» aufatmen konnten – warum wohl?

In diesem Jahr waren wesentlich mehr Schauspieler in das Fasnachtsbändeli involviert, umso erstaunlicher ist die hohe Qualität des Gebotenen und der flüssige Ablauf der ganzen Produktion – allen Beteiligten ein grosses Lob.

Das Fasnachtsbändeli 2017, eine gelungene Sache für die ganze Familie.

Es machen zusätzlich mit im Abendprogramm: Amerbach-Pfyffer, Drummelgrubbe Gipfelstürmer, Schnitzelbängg Rollator-Röösli, PereFyss und Dipflischysser.

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 FASNACHTSBÄNDELI 2017. «Bues Brieder» Theater Arlecchino: Walkeweg 122, Basel

Première: Samstag, 14. Januar 2017 um 14.30 Uhr.
Weitere Vorstellungen: So 15.01./Sa 21.01./So 22.01./Sa 28.01./So 29.01./Sa 04.02./So 05.02./Sa 11.02./So 12.02./Sa 18.02./So 19.02.2017 jeweils 14.30h (Türöffnung 14h)
Familienpass-Matinee: So, 15.01. & 22.01.2017, jeweils 11h (Türöffnung 10:30h)

Abendvorstellungen für Erwachsene:
Fr 03.02./Sa 04.02./Fr 10.02./Sa 11.02./Fr 17.02./SA 18.02 2017, jeweils 20h (Türöffnung 19h)

Vorverkauf: www.theater-arlecchino.ch