Ridicule 2017: bleibt sich erfolgreich treu

12. Januar 2017 | Von | Bilder: Ivo Birrer | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Fasnachtsmusik vom Feinsten, Rahmenstücke, Schnitzelbänke und die berühmten Balkonszenen gehören seit Jahren zum Ridicule. Die achtzehnte Ausgabe hat wieder alles was man traditionellerweise von dieser Vorfasnachtsveranstaltung erwartet und das ist auch gut so. Der musikalische Teil spielt in der höchsten Liga.

Einmal mehr war Carl Miville, welcher über lange Jahre mit seiner Sujetliste aktiv dabei war, an der Premiere zu Gast und er durfte ein sehr gutes Ridicule 2017 miterleben.

Zu Beginn reihten sich eher ruhige oder nachdenkliche Nummern aneinander und es war sehr still im Saal. Auch die musikalischen Beiträge, obwohl wie erwähnt auf sehr hohem Niveau, passten dazu. Im letzten Drittel vor der Pause wurde es dann lebhafter. Nach der Pause war das Ridicule so abwechslungsreich, dass man beim Epilog das Gefühl hatte, eben erst von der Pause zurückgekommen zu sein.

Musikalisch brillierten die Pfeiferinnen vom Ridicule mit der Uraufführung vom „S Luftschlössli“. Auch wenn man selber noch nie gepfiffen hat kann man nachvollziehen, wieviel Talent aber auch Übung dahinter steckt. Aber auch beim „Iredulpf oder „dr dritt Värs“ und am Schluss ganz traditionell mit den „Brite 79“ hörte man die Klasse heraus, welche diese Gruppe aufweist.

Auch die Tambouren-Gruppe von pianoforte mit ihrer Uraufführung „La Cucina“ konnte zeigen warum sie amtierende Trommel Schweizermeister sind. Grossartig womit und auf was man in der Küche alles trommeln kann. Aber auch ein klassisches „Ysebähnli“ ist bei diesen Spitzenkönnern halt einfach ein Genuss.

Die dritte Kraft im musikalischen Teil waren die Swingvögel. Markus Heiniger am Piano und Viktor Behounek mit dem Piccolo passten qualitativ ebenfalls in das diesjährige Ridicule. Markus Heiniger konnte man auch noch diverse Male solo geniessen.

Was Paul Göttin noch kann bewies er mit den von ihm getexten Nummern „Basssseldyyytsch“ und vor allem mit „Sprochverluscht“. Die letztgenannte Nummer kann man nicht beschreiben, das muss man gesehen haben – chapeau.

Beim Rahmenstück „dr Ändstraich“ trauerte Gisele Ratberger über das Ende der Fasnacht und ging rückblickend nochmals die drei schönsten Tage durch. Ihre zweite Solonummer „E Kaffifahrt“ war topaktuell und zeigte den anwesenden Senioren im Publikum was auf diesen Gratisfahrten so passieren kann.

Als Stadtführerin konnte man im Stück von Helmut Förnbacher und David Wohnlich eine Blondine, gespielt von Kristina Nel, bewundern. Dass sie sich alemannisch sprechend als Baslerin vorstellte ist in der heutigen Zeit leider bald überall Realität und dass der Neubau des Kunstmuseums sein Fett abbekam ist ebenfalls nicht verwunderlich.

Wie erwähnt gehören im Ridicule die Balkonszenen einfach dazu und ebenfalls sind die Protagonisten mit dem Hausherrn Helmut Förnbacher und Hanspeter Stoll gesetzt. Das Einbauen von immer wieder tagesaktuellen Themen und sich gegenseitig auf die Schippe nehmen ist eines der Erfolgsrezepte.

Die Schnitzelbänkler waren mit dem „Fäärimaa“ (Comité) und der „Giftspritzi“ (BSG) vertreten. Der „Fäärimaa“ in seiner ruhigen Art passte bestens in den ruhigen ersten Teil und Verse wie zum Beispiel zum Gotthard, zur E-Bike Problematik oder dem FCZ in der unteren Liga, weisen auf einen sehr guten Jahrgang hin. Die „Giftspritzi“ überzeugte trotz Anfangsnervosität mit einem Supervers zur Handschlag-Thematik und einem zum Thema Mike Shiva.

Beim Epilog konnte man nochmals Paul Göttin geniessen und schon war die Premiere des Ridicule 2017 Geschichte. Lang anhaltender Applaus vom Publikum war der verdiente Lohn für alle Beteiligten.

Die Vorfreude auf die bevorstehende Fasnacht lässt sie sich durch einen Besuch des Ridicule 2017 noch erheblich steigern – verpassen Sie es nicht.

Mehr Bilder von der Premiere gibt es in der Ridicule 2017 Galerie.

Konzept und Regie: Helmut Förnbacher / Musikalische Leitung: Nicola Dreier, Fabienne Stocker / Autoren: Helmut Förnbacher, Paul Göttin, Markus Heiniger, Georges Merkofer, Gisèle Rastberger, Bruno Ugazio, David Wohnlich.

Ridicule 2017: Badischer Bahnhof Basel. Vorstellungen 11., 13., 15., 21., 22., 27., 28. Januar sowie 4.,5.,11.,12.,17.,18.,25.,26. Februar und 4. März. Wochentags 19.30 Uhr, sonntags um 18.00 Uhr. Vorverkauf an den üblichen Stellen oder direkt an der Abendkasse. Weitere Informationen unter www.foernbacher.ch