Ridicule 2016: „E heerligi Naase voll Fasnacht!“

7. Januar 2016 | Von | Bilder: Ivo Birrer | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Beim Ridicule ist es Tradition, dass sich das Publikum auf besinnliche Szenen, hochstehende Fasnachtsmusik, Schnitzelbänke und die berühmten Balkonszenen freuen darf. Auch die diesjährige Ausgabe erfüllte alle diese Punkte. Das mehrheitlich aus wiederkehrenden Besuchern zusammengesetzte Publikum genoss „e heerligi Naase voll Fasnacht!“.

Es geht Schlag auf Schlag mit den Vorfasnachtsveranstaltungen. Nach dem Fasnachtsbändeli am letzten Samstag feierte heute das Ridicule Premiere. Helmut Förnbacher hat in seinem Sujet für das Ridicule 2016 das Wort „heerligi“ in Klammer gesetzt. Die Klammer kann getrost weggelassen werden und das Ganze mit Ausrufezeichen versehen werden.

s’Ridicule 2016

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Viel Prominenz hat sich zur Premiere eingefunden. Der Prominenteste war sicher Carl Miville, welcher in diesem Jahr 95 wird, jahrelang selber aktiv dabei war und jetzt das Programm als Besucher genoss.

Generell kann gesagt werden, dass man bei der Premiere gemerkt hat, dass das Ensemble (Helmut Förnbacher, Sandra Förnbacher, Gisèle Rastberger, Markus Heiniger, Hanspeter Stoll) sein Handwerk beherrscht, genau wie all die amtierenden Schweizermeister bei den Tambouren und Ex-Königinnen bei den Pfeiferinnen. Mit den beiden Comité Schnitzelbänken hat man ebenfalls auf bewährte Kräfte gesetzt.

Bei den Rahmenstiggli ist hervorzuheben, dass das Thema „Flüchtling“ aufgenommen und sehr subtil umgesetzt wurde. Mit der Nummer „soll y – oder soll y…?“ von Autor Georges Merkofer und gespielt von Sandra Förnbacher und Hanspeter Stoll wurde gezeigt wie man das aktuelle Weltgeschehen mit viel Feingefühl umsetzen und zum Nachdenken anregen kann. Man ist dort zum Schluss gekommen – wir glauben an die Kraft der Fasnacht, eine positive Aussage zu einem belastenden Thema.

Ebenfalls um das Thema Migranten ging es bei der Nummer „Lob der Herkunft“. Hier wird die nicht aufzuhaltende Vermischung verschiedener Nationalitäten aufgezeigt und bemerkt, dass stete Blutauffrischung die Schweiz stark macht.

Eher leichte Kost war der Schacher Sepp vorgetragen von Helmut Förnbacher und es ging natürlich um den noch berühmteren Sepp, den FIFA König. Die sehr gute Schlusspointe wurde über Beamer auf die Leinwand eingespielt. Leichte Kost waren auch die bekannten Balkonszenen mit den zwei Damen welche sich gegenseitig liebevoll beschimpfen. Als aus dem Zuschauerraum „lutter“ gerufen wurde, ist das von den Profis sofort aufgenommen worden und kurzfristig entstand ein völlig anderer Dialog, welcher sicher nicht im Drehbuch stand – könnte man ab sofort einbauen. Bei der Bänklergilde sind mit dem „Fäärimaa“ und dem „Glettyse“ zwei routinierte Gruppierungen angetreten welche gegensätzlicher nicht sein könnten. Der „Fäärimann“ in seiner ruhigen Art mit tollen Versen zu VW Skandal, Martullo Blocher, White Dinner, Werbung der Grünen und die angedachte Anhebung der mittleren Brücke. Absolute Spitze war hier ein Sepp Blatter Vers. Das Glettyse präsentierte in seiner eher derberen Art Verse zu den Themen Blocher, Wessels, Barbie, Papst, Viagra, KESB, Federer etc. Das Publikum hat bei ein, zwei Pointen sehr überrascht auf die direkte (unverblümte) Art reagiert.

Wie eingangs erwähnt ist man im Bereich Fasnachtsmusik sehr verwöhnt worden. Vom „dr Luuser“ über „s Nunnefirzli“ bis zum speziellen „wie die Zyt vergoht“ (im Zusammenspiel mit Mitgliedern des Ensembles) war von den Pfyfferinnen und Pfiffer und auch den Tambouren von „pianoforte“ alles auf höchstem musikalischem Level.

Mit einer besinnlichen Nummer „der Winter“ (die wunderschönen Hintergrundbilder mit dem winterlichen Basel sind sicher nicht aus diesem Jahr!) vorgetragen durch den Hausherrn, wurde langsam zum Epilog des Ridicule 2016 übergeleitet. Doch zuvor war noch einmal von „pianoforte“ mit „Popcorn“, Trommelkunst der feinsten Art zu hören.

Dann ging der imaginäre, das heisst nicht vorhandene, Vorhang zu und nach dieser wunderschönen Vorfasnachtsveranstaltung ist die Vorfreude auf die Fasnacht sehr gross.

Das Premierenpublikum war gleicher Meinung und lang anhaltender Applaus war für die Aktiven der verdiente Lohn.

Mehr Bilder von der Premiere gibt es in der Ridicule 2016 Galerie.
 

Konzept und Regie: Helmut Förnbacher / Musikalische Leitung: Nicola Dreier, Fabienne Stocker / Autoren: Helmut Förnbacher, Paul Göttin, Markus Heiniger, Georges Merkofer, Gisèle Rastberger, Bruno Ugazio, David Wohnlich.

Ridicule 2016: Badischer Bahnhof Basel. Vorstellungen 6., 8., 10., 16., 17., 22., 23., 29., 30. und 31. Januar sowie 4., 6. und 7. Februar. Wochentags 20.00 Uhr, sonntags um 18.00 Uhr. Vorverkauf an den üblichen Stellen oder direkt an der Abendkasse. Weitere Informationen unter www.foernbacher.ch.