Das Ende naht…

26. Februar 2015 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Noch einmal ziehe ich los und atme tief und innig die letzten Stunden der Fasnacht ein. Dankbar für den Schryyber-Job, welcher es mir erlaubt, ohne „Yysstoh“-Fahrplan umher zu ziehen und zu beobachten, wie die Basler Fasnacht funktioniert.

Der erste Gang geht ins Glaibasel wo ich mich mit dem fasnacht.ch-Kollegen André vor s Yysebähnli setze, dem Club de Glaibale. Wir genehmigen uns die Sieger-Zigarre und lassen ein paar schöne Cliquen vor uns durch defilieren. Die Antygge beehren uns, die Glaibasler Schränzbrieder, die Agfrässene und auch d Rätz defiliert vorbei.

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Dann ein kurzer Abstecher vor den Adler, dem Epizentrum der Fasnacht im minderen Teil der Stadt. Da soll einer sagen, im Glaibasel fände die Fasnacht nicht statt. Hier steht das Velo der Chropfclique, frisch geputzt, die Spunti-Gugge gibt ein Platzkonzert, d Baloisesen ziehen vorbei, Trommelgruppen ruessen heran und die Pfyffergrubben flüchten. Es herrscht ein Treiben wie auf dem Viehmarkt in St. Gallen. Die osteuropäischen leichten Damen, die letztes Jahr sicher noch nicht da waren (90 Tage-Frist…) kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich getraue mich nicht zu fragen, wie das Geschäft gelaufen ist während diesen drei Tagen. Interessant wäre das schon…

Auf dem Weg ins Grossbasel treffe ich auf eine gutgelaunte Gruppe Polizisten. Ich darf sie fotografieren, weil sie direkt hinter einem Schild „Club vom Glai-Basel“ stehen. Ihre reflektierenden Westen überfordern meine Kamera, danke trotzdem.

Den Basler Rolli hinterher geht’s in Grossbasel. An der Schifflände ist der Fasnachtsteufel los. Die Rolli kommen, die Lälli-Clique geht, die Revoluzzer sind schon da und d Giftschnaigge machen sich bereit zum Abmarsch. Eine Pfeifferin wechselt mit einer Trommlerin Larve und Instrument und beide stehen dann in die „falsche“ Sektion ein. Bei der falschen Pfyfferin fällt das nicht auf. Die trommelnde Pfyfferin allerdings ist hoffnungslos überfordert. Am Mittwoch Abend darf man das… Zum Chaos an der Schifflände gesellen sich die Verschnuuffer, d Olymper mit der Gewaltslatäärne, d BREO und viele kleine Gruppen auf dem Weg in die Innenstadt.

Ich setze mich jetzt vor das Hotel Basel und trinke zuerst ein Bier auf all jene, die nicht hier sein können. Weil die Grippe kam. Oder eine andere Krankheit. Wie jener Christian W., ein Olymper, der in Rheinfelden in der Reha hockt und nicht an die Fasnacht kommen kann. Dafür kamen die Olymper nach dem Morgestraich zu ihm: Mit einem Bus haben sie sich nach Rheinfelden fahren lassen um ihrem Kollegen ein Ständeli zu bringen. Chapeau. Oder all die Auswärtsbasler, die fasnacht.ch mit ihren Webcams und Berichten dazu benutzen, etwas Fasnachtsluft zu schnuppern. Ich trinke auf das Wohl all dieser Leute. Prost.

Wer den Cortege verpasst hat, soll sich am Mittwoch Abend vor das Hotel Basel setzen und dem Schaulaufen der Clique hingeben: Innert einer Stunde zieht hier das Who-is-Who der Fasnachtcliquen vorbei: Gugge Nachtfalter mit einem Supersound und Hammergoschdym (Lion King), Wettstein (tapfer tragen sie noch die Hochbauten mit), AGB, die Alte Stainlemer, Gundeli, BMG Runzle, Remyyse, Grottegyggser. Noch einmal treffe ich die Krachschnygge, die nach dem erfolgreichen Crossover mit den Chrisibuebe am Cortege beflügelt aufspielen, d Basler Dybli und – ein Höhepunkt – d Chropf-Clique aus Riehen auf ihren Fahrrädern.

Ich verziehe mich in Richtung Unterer Heuberg. Und da ist er: der Lonly Piper, der mit seinem Piccolo die Fasnacht auspfeifft und dem ganzen Rummel entschwindet. Bevor jetzt Heinz Margot um die Ecke biegt und unter Tränen sein letztes Verslein über seine letzte TV-Fansnacht vorträgt, ziehe ich mich zurück und vergebe dem Wettergott den Montag.

Bald beginnen die gelben Drehlichter der Stadtreinigung zu drehen und morgen, wenn ich meine Familie aus dem Hotel Basel abhole (falls ich in die Stadt fahren darf), ist Basel wieder bereit um ein Jahr lang Dinge zu tun, die man an der nächsten Fasnacht wieder in Form von Larven, Ladäärne, Wagen oder Requisiten sehen kann. Also, Regierung, gebt Euch Mühe. Ihr habt ja zur Zeit einen hervorragenden Lauf in dieser Beziehung. Die Sujetchefs werden es Euch danken.

Auf Wiederlesen im 2016!