«Källerstraich» 2015: Fasnacht und Figurenspiel

14. Februar 2015 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Nach dem grossen Erfolg im letzten Jahr ist den Verantwortlichen einmal mehr der Brückenschlag zwischen Fasnacht und Figurenspiel gelungen. Das Wechselspiel zwischen Marionetten und Menschen fasziniert und es ist sehr viel Humor in der Luft. Ein abwechslungsreicher Abend begeisterte die Besucher im voll besetzten Zehntenkeller.

Der «Källerstraich» ist eine ganz besondere Vorfasnachtsveranstaltung. Versprochen wurde: „e gmietlige Oobe mit druggfrische Schnitzelbängg, derzue neui Raamestiggli mit unsere Figuure und e fein Buggee mit Piccolo-Deen“. Dieses Versprechen wurde vollends eingehalten. Was aber noch fehlt und unbedingt erwähnt werden muss ist „e Spitzedambour“.

Neben den «Ego-Säu» welche hochstehende Pfeiferkunst darboten, war der Tambour in der Person von Andy Borer für die musikalischen Höhepunkte des Abends besorgt.

Die beiden Marionetten Sämi und Werni haben ein Problem, sie sind zwei Schnitzelbänkler und es fehlt ein Helgenträger. Sie suchen eine Lösung und unterhalten sich sehr pointenreich. Ebenfalls stellen sie fest, dass ihr Leben an einem dünnen Faden hängt – wie wahr. Da kein besseres Probelokal gefunden wird, empfangen die beiden im Blutspendezentrum potentielle Helgenträger. „Spende Blut – rette Leben und jeder Tropfen zählt“ ist der Werbeslogan dazu.

Källerstreich 2015

Källerstreich 2015

Källerstreich 2015

Källerstreich 2015

Källerstreich 2015

Källerstreich 2015

Källerstreich 2015

Källerstreich 2015

Källerstreich 2015

In der Person des Hauswartes wird dann ein Helgenträger gefunden. Köstlich als die drei am Tropf hängen und mit Blut spenden die Raummiete bezahlen. Überhaupt ein dickes Kompliment an die Texter (Markus Blättler und Christoph Haering) welche grossartige, aktuelle und jederzeit witzige Dialoge geschrieben haben.

Wenn die ganze Geschichte an einem Abend mit zwanzig verschiedenen Marionetten gespielt wird, gehört natürlich auch dem Ensemble des BMT (Denis Bitterli, Susi Hostettler, Dieter Aegerter) die grosse Anerkennung.

Die Vertreter der realen Schnitzelbänke (welche nicht an dünnen Fäden hängen) hiessen:
«d Bebbi Buebe, die Haiggle, dr Warmduscher, s Rollaator Röösli, d Frau Länzli und die Unerheerte».

Die Palette der Themen war sehr gross. Spitzenreiter waren das 8er Tram, die unterirdische Bebbi-Sagg Deponie, Selfies, Geri Müller, André Auderset, Gebühren für Roller, Conchita Wurst, Blaggede 2015, OSZE, Baselland, Helene Fischer, Eric Weber und die Jodtabletten.

Bei diversen Schnitzelbänk-Formationen war noch die Anfangsnervosität, bedingt durch die Premiere, zu spüren und die «Haiggle» werden an der Reaktion des Publikums gemerkt haben, dass zu extremer schwarzer Humor nicht goutiert wird. Publikumsliebling war klar eine alte Dame, das «Rollaator Röösli», aber auch die andere Dame «d Frau Länzli» ist sehr gut aufgenommen worden.

Zwischen den einzelnen Programmteilen wurde immer eine kurze Balkonszene mit Helga und Albi, von einem kleinen Balkon in der Mitte des Theaters, eingespielt. Die Balkonszene welche aber nach der Pause auf der Bühne mit Marionetten gespielt wurde erreichte die Qualität früherer Drummeli-Balkonszenen, ein Angriff auf die Lachmuskeln.

Wer die Sendung «Netz Natur» aus dem Fernsehen kennt, wird sich ebenfalls an der Umsetzung der besonderen Art im «Källerstraich» amüsiert haben. Es geht um das Paarungsverhalten von Männlein und Weiblein, und das mit klassischen Fasnachtsfiguren.
Das Balzkleid des „Blätzlibajass“ stinkt nach Mottenschrank und die alte Tante heisst lateinisch „Cüpli Pegoraros“. Am Schluss der Sendung findet der Waggis dann doch noch zur alten Tante.
Als Epilog singen Sämi und Werni mit ihrem neuen Helgenträger als «die drei Antikörper» einen Schnitzelbank welcher sich gewaschen hat und welcher jederzeit mit garantiertem Erfolg an der Fasnacht 2015 „real“ vorgetragen werden könnte.

Wer gerne einen abwechslungsreichen Abend mit viel Humor erleben will, dem ist der Besuch des «Källerstraich» zu empfehlen.

Musikalische Einrichtung: Thomas C. Gass / Stimmen: Simone Haering, Prisca Hänggi, Thomas C. Gass, Markus Blättler und Christoph Haering / Licht und Ton: Nicole Rutschmann

Konzept: Markus Blättler, Bettina Dickmann und Christoph Haering / Figuren: Richard Koelner.


«Källerstraich». Vorfasnachtsveranstaltung mit Schnitzelbänken, Fasnachtsmusik und Marionetten. Weitere Vorstellungen: Samstag, 14. Februar 2015, 20.00 Uhr und Sontag, 15. Februar 2015, 17.00 Uhr.

Tickets kann man bestellen unter Bider & Tanner:

www.biderundtanner.ch/veranstaltungen/ticketshop