Ein schwarzer Tag für das Basel Tattoo

15. April 2014 | Von | Kategorie: Medienmitteilungen

Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 19. März 2014 festgehalten, dass am Basel Tattoo die Musik die zentrale Rolle und Choreographie, Kulisse und Spezialeffekte insgesamt eine untergeordnete Rolle spielten. Das Basel Tattoo ist damit verpflichtet, Nachzahlungen von SUISA-Gebühren in empfindlicher Höhe für die Ausgaben seit 2010 zu leisten.

Medienmitteilung - RubrikenbildDas Basel Tattoo lebt von seiner Gesamtinszenierung: ein Showfeuerwerk mit perfekter Choreographie, graziösem Tanz, atemberaubenden Spezialeffekten, der wunderschönen authentischen Kulisse und vielseitiger sowie hochkarätig vorgetragener Musik. Sowohl die SUISA als auch das Bundesgericht teilen diese Meinung der Basel Tattoo-Organisatoren nicht, für sie nimmt alleine die Musik die übergeordnete Rolle ein. Die Veranstalter des Basel Tattoo halten fest, dass bloss wegen der Musik niemand das Basel Tattoo besucht, es ist die perfekt arrangierte Symbiose aller genannten Bestandteile, die die Show einzigartig und darum so erfolgreich macht. Nicht umsonst werden jährlich die besten Formationen aus der ganzen Welt verpflichtet, die genau diesen Mix beherrschen und Meister der Choreographie und Inszenierung sind.

Anders sieht das das Bundesgericht. Mit Urteil vom 19. März 2014 wird unter anderem dem Aspekt der Choreographie eine untergeordnete Rolle zugeteilt. Das dominante Element sei die Musik. Dies gilt entgegen der Medienmitteilung der SUISA jedoch nicht für die gesamte Veranstaltung. Die vom Basel Tattoo geforderte Anwendung der Ballettregel kommt gemäss dem Bundesgerichtsurteil nach wie vor zum Zuge, wenn folgende beiden Voraussetzungen erfüllt sind: es wird ein urheberrechtlich geschütztes Werk aufgeführt und die begleitende Musik wird als untergeordnet eingestuft. Dies war in vergangenen Basel Tattoo- Ausgaben bei diversen Stücken der Fall.

Aufgrund des Urteils muss das Basel Tattoo nun pro Ausgabe seit 2010 rund CHF 250’000.- an SUISA-Gebühren nachzahlen. Diese Summe wurde jedoch in den betroffenen Geschäftsjahren bereits jeweils mittels Rückstellungen berücksichtigt. Ein finanzieller Schaden entsteht dem Basel Tattoo daher nicht.

Der Produzent des Basel Tattoo, Erik Julliard, sieht das Urteil als einen grossen Rückschritt für die ganze Musikbranche: „Mit SUISA-Zahlungen von bis zu 6% des Gesamtbudgets wird man ja gerade dazu aufgefordert, Musik auszuwählen, welche historisch ist und einen anderen Tarif mit sich bringt. Neue, innovative Musikstücke von jungen und aufsteigenden Komponisten und Arrangeuren werden somit nicht mehr gefördert.“ Im Weiteren führt Erik Julliard aus: „Es ist schade, bei der Entscheidung, welches Stück im Finale des Basel Tattoo aufgeführt wird, nun auch von finanziellen Gedanken geleitet zu werden, anstatt einfach das zu wählen, was die Leute begeistern wird. Genau dazu wird man aber aufgrund der Gebührenregelung der SUISA gezwungen.“

Das Basel Tattoo ist der Meinung, dass nicht nur die finanziellen Beiträge für die Abgeltung der Urheberrechte, sondern auch die Aufwände für die Eruierung der verschiedenen Tarife, welcher überhaupt zur Anwendung kommen sollen, horrend hoch sind.

Das Basel Tattoo 2014 findet vom 18. bis 26. Juli 2014 im Innenhof der Kaserne Basel statt. Es gibt noch eine schöne Auswahl von Tickets für sämtliche Vorstellungen um 17.30 sowie letzte Tickets für praktisch alle Vorstellungen um 21.30.