Wirrlete 2014: Der Fasnachtshimmel will keine Laferi

5. Februar 2014 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Keine Lücken, keine Überlängen und herrlich schräg. Wenn man das nach einer Premiere sagen kann, dann stimmt das Konzept. Zum Glück hat sich das Produzententrio Daniel Buser, Walo Niedermann und Roland Suter nach der letzten Wirrlete entschlossen auch eine fünfte Wirrlete auf die Beine zu stellen. Sie sind für das gesamte Programm verantwortlich und als alleinige Autoren tätig. Einmal mehr wurde ein kabarettistisch-musikalisches Feuerwerk gezündet welches es in sich hat.

Begrüsst wird das Publikum durch den als „Quotenschwoob“ bezeichneten Sepp (Florian Volkmann) welcher in perfektem Bayrisch die drei Fasnachtslaferi Caesar, Leo und Mäni im Fasnachtshimmel-Transitraum begrüsst. Sie warten schlafend auf die Reise in den Fasnachtshimmel. Als sie langsam erwachen wissen sie nicht, ob sie sich auf das Paradies  freuen sollen oder ob ihnen die fasnächtlichen Schandtaten zum Verhängnis werden könnten.

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

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Wirrlete 2014

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Wirrlete 2014

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Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Wirrlete 2014

Caesar (Walo Niedermann), ist U80, ein wiederholter Kindsvater und Fasnachtstraditionalist. Leo (Daniel Buser) ist der typische Rambass, nebenrollenerprobt und Fasnachtsvisionär. Der Dritte im Bunde, Mäni (Roland Suter) ist ein „Mammeditti“ und mehrfach fasnachtsgeschädigt. Diese Rollen wurden gemäss dem beschriebenen Charakterbild hervorragend dargestellt.

Das Ensemble (Florian Volkmann, Martin Bammerlin, Florens Meury, Anet Corti, Renate & Christian Hürner) tritt singend und stimmlich ausgezeichnet als Sirenen auf welche die Laferie von Ihrem Weg abbringen wollen.

Die Basler Kabarettistin und Multitalent Anet Corti ist erstmals im Ensemble dabei und überzeugt als Hanna Helfenstein, welche die Laferi für die Reise in den Himmel vorbereitet.

Hanna arbeitet auch für die NSA und muss Telefone abhören, alles aus der Mundart ins Englische übersetzen und nach Amerika melden. Eine Glanzrolle bei der sie mit ganz speziellen Übersetzungen (was heisst Stellwerk auf englisch) zu allen möglichen und unmöglichen Themen brilliert.

Neu dabei ist auch der Basler Musiker Florens Meury welcher sein musikalisches Können mit Beatboxing und sonstigen Geräuschimitationen mehrmals unter Beweis stellte.

Dass die Wirrlete keine Vorfasnachtsveranstaltung sondern eine Veranstaltung vor der Fasnacht ist merkt man weil nämlich kein Piccolo Klang, kein Trommelwirbel (ausser am Schlagzeug), keine Guggenmusik und kein Schnitzelbank zu hören sind. Drei Tambouren mit Trommeln treten auf, aber ohne Schlegel. Sie bearbeiten das Fell mit dem Mund, einzigartige Klänge sind zu hören – ein musikalischer Leckerbissen.

Weil die Guggenmusiken an der Fasnacht überhand nehmen und keine natürlichen Feinde mehr haben wird zur Jagd geblasen. Das gesamte Ensemble singt Halali und auf zur Gugge-Jagd. Wenn die Guggenjäger genug Guggen und Instrumente erlegt haben, bleibt die Fasnacht gesund. Auch das ein musikalischer Höhepunkt.

Wenn Hanna mit Ihrem Smartphone twittert und das Publikum auf der Grossleinwand mitlesen kann, wie viele Missverständnisse es gibt und sich Mike Shiva, der Papst und dann die Medien einschalten und alles verdrehen, dann bleibt beim Publikum kein Auge trocken. Ein Pointen-festival sondergleichen.

Bei den drei Laferie will plötzlich der Caesar nicht mehr mit in den Fasnachtshimmel, er will nochmals die Fasnacht spüren. Mit dem Argument, dass sie zusammen „Pro Carnevalis“ gegründet haben und auch sonst immer alles zusammen machen, überzeugen ihn Leo und Mäni doch noch mitzukommen. Doch ihr „lönd is iine in Fasnachtshimmel“ wird nicht erhört und der Eintritt verwehrt. Mittels hervorragend gemachtem Comic Film (Pascal Müller) kann beobachtet werden wie das Trio im Fasnachtshimmel abgewimmelt wird und am Schluss als  Räpplisack endet.

Das Ensemble jubiliert am Schluss „ändlig sinn mer se loos, die hänn immer nur provoziert“

Die Wirrlete 2014 ist sehr ausgewogen zwischen kabarettistischen und musikalischen Nummern, deckt alle aktuellen Themen ab und ist auch für Nicht-Fasnächtler und Nicht-Basler zu empfehlen.

Mit dem Wirrlete Lied wird der Abend beendet und das Publikum im bis zum letzten Platz gefüllten Tabourettli honorierte die Leistungen mit lang anhaltendem Applaus.

Die Wirrlete findet noch bis zum 2. März 2014 im Tabourettli statt.

Wirrlete 2014: Spielzeit 5. Februar bis 2. März 2014 täglich ausser Montag // jeweils Dienstag bis Samstag um 20.00 Uhr am Sonntag um 18.00 Uhr / Vorverkauf an der Theaterkasse Fauteuil am Spalenberg, Telefon 061 261 26 10 und online unter www.fauteuil.ch

Mehr oder weniger dazu unter: www.wirrlete.ch