Zofingerconzärtli 2014: Lyyche-freies Jubliäum

31. Januar 2014 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Zum 125. Geburtstag überrascht das Zofingerconzärtli mit einer radikalen Abkehr vom Gewohnten: Es wird keine „Haupt-Lyyche“ auf der Bühne geben. Dies soll die Fagunzen aber nicht daran hindern, auch im 2014 all diejenigen durch den Kakao zu ziehen, die sich in irgendeiner Weise blamiert oder sonst auf sich aufmerksam gemacht haben. Nominelle Verstärkung erhalten die Aktiven durch Altzofinger. Der Anlass bleibt im Kongresszentrum der Messe, der Ticketverkauf beginnt nach der heutigen Mordnacht.

Für Revolutionen ist die Zofingia bislang nicht gerade bekannt – soll dies getäuscht haben? Im Programmheft, wo unter „Dramatis Personae“ jeweils mehr oder weniger verklausuliert bekannt gegeben wird, wer hauptsächlich auf die Schippe genommen werden wird, steht nämlich dieses Mal – lapidar und gereimt:

Ebbis sig verroote do
es wärde kaini Lyyche ko
«So kas jo gar nid funktioniere!»
Mag aine sich drab echauffiere.
Lehn Sii sich bitte nit vom Fähle
vo de beliebte Lyyche quäle.
An ihrer Stell hän mir «ce soir»
no allerhand im Repertoire.

Dem Fehlen von Hauptpersonen liegt allerdings kein revolutionäres Motiv zugrund, sondern schlicht die Tatsache, dass man keine Persönlichkeit gefunden habe, die es wirklich würdig sei, die Ehre einer „Jubiläums-Lyyche“ zu erhalten. So liess es Regisseur David Burckhardt an der Präsentation durchblicken. „Neben-Lyyche“ würden sich aber auf der Bühne die Klinke in die Hand geben.

Burckhardt versichert denn auch, das Basels älteste Vorfasnachtsveranstaltung auch im 2014 einen lustigen, aber auch bissigen Jahresrückblick auf die Bühne des Saals San Francisco des Kongresszentrums bringen werde. Etwas vom Inhalt (und dass sich der Verkehrsverhinderungsminister Basels nicht zurücklehnen kann) verrät bereits das Programmheft. Des „Stiggli“ 2. Teil heisst nämlich: Verkehrsberuhigtes Synchronschwimmen in Sotschi oder der Marroniengpass zu Basel“.

Bild 3

Bild 4

Bild

Nicht erstmalig ist, dass auf der Bühne nicht nur aktuelle Studenten, sondern auch Altzofinger zu sehen sein werden. Dies ist bei Jubiläen so der Brauch. Gemäss Conzärtli-Präsident Georg Heuzeroth bringt dies zwar willkommene personelle Verstärkung, erhöht aber gleichzeitig enorm den Planungsaufwand.

Heute Freitag findet die traditionelle Mordnacht statt, in denen die Fagunzen versuchen, an möglichst exponierten Fassaden ihr Conzärtli-Plakat anzubringen, ohne sich von der Polizei schnappen zu lassen. Betont wurde, dass die Plakate mit Fischkleister angeklebt werden, was eine spurenfreie Beseitigung (des Plakats!) erlaube. Wer sich an einem Plakat störe, könne über 079 355 45 74 oder mordnacht14@gmail.com dessen unverzügliche Entfernung veranlassen.

Ab Samstag läuft dann der Vorverkauf bei der UBS-Filiale am Marktplatz. Nicht weniger als 1’000 Plätze sind zu besetzen, denn das Jubiläum soll natürlich vor vollen Rängen stattfinden.

 

Zofingerconzärtli 2014: 13. – 15. Februar 2014, jeweils 20 Uhr, im Saal San Francisco des Kongresszentrums. Ticketpreis CHF 35.-. Vorverkauf bei der UBS Marktplatz.