Ladäärnezauber 2014: Basel im Mittelpunkt

23. Januar 2014 | Von | Bilder: Olly Klassen | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Ein Fasnachts-Cabaret das eigentlich eine Basler-Revue werden sollte oder eine Basler Revue aus der zufällig ein Fasnachts-Cabaret wurde, feierte gestern eine erfolgreiche Premiere. Trotz eines Unterbruchs von 4 Jahren hat der Ladäärnezauber nichts von seiner Zauberkraft eingebüsst. Die Autorin und Hauptdarstellerin Yvette Kolb hat es erneut geschafft die Liebe zu ihrer Heimatstadt zauberhaft umzusetzen.

Der erstmals 2010 erfolgreich durchgeführte Ladäärnezauber, bietet nach vier Jahren Unterbruch dem Publikum Unterhaltung nach dem Motto: klein aber fein. Nach einem längeren krankheitsbedingten Ausfall hat Yvette Kolb dieses Jahr wieder Kraft gefunden zusammen mit ihren Schauspielkollegen und mit grossem Engagement den Ladäärnezauber auf der Bühne des Kartäusersaals im Basler Waisenhaus aufzuführen.

Der Ladäärnezauber ist ein guter Mix zwischen musikalischen Nummern, humorvollen und poetischen Rahmestiggli. Das bescheidene Bühnenbild wird durch das abwechslungsreiche Programm überstrahlt.

Schon beim ersten Programmpunkt mit den „Hölzlis“, einem älteren über hundert Jahre alten Ehepaar welches auf den Morgestraich wartet, kommt die Bühnenerfahrung von Yvette Kolb und Jürgen von Tomëi zum Ausdruck. Ein hervorragend gespieltes Stück. Das Duo konnte  dann nach der Pause bei einem zweiten Auftritt unter dem Titel „Heilig Oobe by s Hölzlis“ erneut glänzen.

Der weltberühmte Tinguely-Brunnen wird vom Ensemble (Yvette Kolb/Claudine Müller-Füllemann/Sara Kägi/Filomena Pizzolante/Ayhan Sahin/Martin Stich/ Jürgen von Tomëi)  singend dargestellt. Auch der vereiste Brunnen im Winter fehlt nicht.

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Ladäärnezauber

Im Programmheft steht unter musikalische Leitung der Name Barbara Kleiner. Dieser Titel sagt nichts darüber aus, in wie viele Rollen „Kurtli“ während des ganzen Abends schlüpft. Sie spielt Klavier, Handorgel, singt, trommelt im Takt mit einem Becher und schlägt die Pauke. Kurz gesagt sie ist omnipräsent und meistert alles mit Bravour.

Unter dem Titel „Arteschutz“ wird für die 28‘739 vom Aussterben bedrohten einheimischen Raucher ein Platz gesucht. Der Messeneubau ist die Lösung und während der ART Basel könnte man sie nackt mit Zigarette als Kunstwerk präsentieren.

Wenn der Vogel Gryff im Kartäusersaal auftaucht sind wir nicht plötzlich in der falschen Veranstaltung sondern im Ladäärnezauber wo die Frauenquote so weit getrieben wird, dass plötzlich der Gryff weiblich sein soll.

Frau Staechelin und Frau Sarasin sind dann mit ihren Vierbeinern unterwegs und wollen mit ihren ganz exklusiven Robidog – Ridicule glänzen. Ob aus schwarzem Schlangenleder oder sonst speziell, man muss so wichtig sein, dass man in den ominösen Club de Bâle  aufgenommen wird.

Zuerst lernt der arme Mann das Dorli kennen und führt es an den Traualtar dann gibt es Familienzuwachs, jetzt kommen die Skiferien mit der Familie. Alles Gründe warum man immer wieder den Morgestraich verpasst. Erst als das liebe Dorli verstirbt und im Traum mit der Bitte erscheint, ihr Mann auf der Erde soll an den Morgestraich gehen heisst es „ändlig wieder Morgestraich“ Auch diese Nummer hervorragend gespielt von Jürgen von Tomëi.

Der Ryyschprung von Barbara Kleiner und Alain Martin leitet über zur Nummer mit dem Einbrecher beim „Waschi Dürr“ eine Nummer welche das Publikum nicht so ganz überzeugen konnte.

Ein Schnitzelbank gehört natürlich an eine Veranstaltung mit Thema Basel und Fasnacht. Dafür konnte „dr Schyynhailig“ ein erfahrener Schnitzelbank (seit 1993 unterwegs) mit bissigen Zweizeilern und hervorragenden Helgen gewonnen werden. Bei ihm als „Schyynhailigen“ durften natürlich Verse zum Pabst oder zum deutschen Bischof aus Limburg nicht fehlen. Aber auch der BVB Skandal, Weihnachts-Tattoo, Conti, Coop Bank, Abhörskandal und Hitzfeld kamen nicht zu kurz.

Auch ein Hammering Maa aus Stahl (Yvette Kolb) hat Gefühle und wünscht sich frei zu sein und ein Weib aus Eisen zu bekommen. Eine gute Fee (Filomena Pizzolante) erfüllt ihm diesen Wunsch. Diese schöne Nummer leitet in die Pause über.

Mit Zirkusmusik unter dem Titel Zirkus Monti eröffnet das Duo Kleiner/Martin nach der Pause. Eine gute Einstimmung in einen starken zweiten Teil.

Ein nachdenklicher Mond (Martin Stich) freut sich darauf, den Morgestraich von oben zu geniessen aber die Sonne (Claudine Müller) verdirbt ihm den Spass indem sie eine Wolke vorschiebt – dann halt das nächste Mal.

Dann trommeln zwei Hunde im Takt mit Bechern. Eine kurze aber ganz tolle Einlage ebenfalls von Kleiner/Martin. Wenn dann das Ensemble mit Hund, Katze, Vogel, Hase und einer zugelaufenen Schnecke beim Tierarzt im Wartezimmer sitzt dann wird klar, dass auch Fische sich erkälten können und der Humor nicht zu kurz kommt.

Zu den Klängen einer Snare Drum und einer Pauke marschieren zwei Schotten ein und Tattoo-Feeling kommt auf. Welche zwei Musiker sind dafür verantwortlich? – sie dürfen raten. Ein Lied zur Kaserne, hervorragend gesungen vom Ensemble und begleitet an der Handorgel von „Kurtli“, bringt passend dazu nochmals alle Probleme betreffend Durchführung des Tattoo auf den Tisch.

Der Teufel holt dann einen Waggis zu sich welcher sich immer gewünscht hat, wenn sterben dann an der Fasnacht, allerdings kommt alles zu früh.

Die Nummer mit der Sendung „Welt des Karnevals“ vom ZDF, bei dem eine Moderatorin einen Basler zum Thema Baseler Fasnacht interviewt, konnte von der Geschichte her nicht voll überzeugen. Das Schema ist wohl ein wenig überstrapaziert.

Dafür war das Publikum beim Heiligabend und den Hölzis wieder begeistert. Ein solcher Abend ohne Geschenke, Gutzi, Schampus und Baum ist nicht das was man sich wünscht.

Aus einer Fusion zwischen einem Tambour und einem Schnitzlbänkler mit Handorgel wird eine Ländlerkapelle welche im Saal einmal mehr für Stimmung sorgt – welche zwei Musiker sind wohl hier wieder verantwortlich?

Das ganze Ensemble in Weiss trägt zum Schluss eine müde Frau Fasnacht auf die Bühne und sorgt dafür, dass aus der Frau Fasnacht wieder eine elegante Dame wird welche das Zepter in die Hand nimmt und die Fasnacht einläutet.

Ein lang anhaltender Schlussapplaus zeigt, dass der Zauber gewirkt hat und man sich auf die Basler Fasnacht freut. Geplant sind insgesamt 24 Vorstellungen und Tickets sind noch zu haben – lassen auch Sie sich verzaubern.

Weitere Informationen finden sich unter www.ladäärnezauberbasel.ch/

LADÄÄRNEZAUBER. Fasnachts-Cabaret. Kartäusersaal vom Waisenhaus Basel, Theodorskirchplatz 7. Gespielt wird ab 22. Januar bis 22. Februar 2014 jeweils Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag um 20 Uhr sowie am Sonntag um 18 Uhr. Tickets gibt’s ab sofort bei Bider & Tanner, Ihr Kulturhaus mit Musik Wyler, Aeschenvorstadt 2, Telefon 061 206 99 99 oder online via www.biderundtanner.ch.